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Neue Berufe: Pfandsammler

Vor einem Jahr pries ich an wieviel Geld man mit Pfandsammeln verdienen kann, durch die Erweiterung der Pfandpflicht und HartzIV ist pfandsammel mittlerweile wirklich zu einem Beruf geworden. So konnte ich gestern im Park innerhalb von drei Stunden gleich vier verschiedene professionelle Pfandsammler beobachten. Sie fahren mit Fahrrädern, Einkaufswagen oder Kinderwagen durch die Parks und sprechen trinkende Menschengruppen an, ob sie die Flaschen haben dürfen, bzw. zum Teil fragen sie auch nicht und nehmen sich jede Flasche die sie in die Finger kriegen können. Sie packen die Flaschen schneller ein als man sie austrinken kann, zum Teil muss man seine Flasche festhalten, damit sie nicht nach ein paar Sekunden verschwunden ist. Irgendwie scheint das Pfandsammelgewerbe in letzter Zeit mafiamässige Strukturen zu bekommen, der Wettbewerb ist hart und Pfand wird auch mal handgreiflich bis zum Mord verteidigt. Ich fühlte mich gestern schon etwas belästigt. Eine Freundin erwähnte auch das die Pfandsammler, die im Dunkeln zwischen den Besoffenen auf Decken wühlen, auch gern mal was anderes mitnehmen (Ihre Kamera). Find ich ja gut das die Flaschen nicht mehr im Park liegen, aber dieser Wettbwerb und diese Aufdringlichkeit macht mir etwas Angst.
mcreations - 22. Jul, 17:07

in frankfurt scheint das auch schon ein richtiger beruf geworden zu sein. und erstaunlicherweise sind es nicht jetzt die vermuteten eher abgerissenen gestalten, die flalschen sammeln. nein, die pfand-einsammler scheinen aus nahezu allen gesellschaftlichen schichten zu stammen. gerade die wm zeit brachte horden dieser leute zum vorschein. beim und rum ums public viewing.

NBerlin - 22. Jul, 17:21

Ne das gestern waren auch nicht abgerissene Gestalten sondern eher Mittelklässler türkische Väter etc...wenn man gut sammelt kommen ja auch locker 10 EUR oder mehr die Stunde raus soviel muss man erstmal verdienen und vorallem NACH Steuern....
kirjoittaessani - 22. Jul, 17:21

Pfandsammler kenne ich schon lange, aber die hier (dort, muß ich inzwischen ja wohl sagen) sind doch eher introvertierte Typen, die mit selbstgebastelten Intrumenten von Klafterlänge in Glascontainern jagen. Angeln, könnte man auch sagen, und Angler sind ja in der Regel weder redselig noch aufdringlich.

NBerlin - 22. Jul, 17:23

Gegen Angler hab ich auch nichts, auch nicht gegen Leuten die echt arm sind und sich so ihr Bier etc. finanzieren und dabei nett und unaufdringlich bleiben, aber da gibt es mittlerweile eine ganz neue Spezies der Jäger...Auge um Auge, Flasche um Flasche...
dreamhill - 22. Jul, 19:22

An der Zionskirche habe ich letztens am Abend zwei Leute mit einem Auto Pfandpflschen sammeln sehen. Sie liefen mit Platiktüten im Viertel rum und packten dann die Flaschen in den Kofferraum.

NBerlin - 22. Jul, 19:38

Also auch welche von der neuen Spezies... versteh das auch nicht das die Leute die Flaschen so einfach rumliegen lassen, gestern die Leute waren auch alle weit davon entfernt gutverdienend zu sein...
Deef - 23. Jul, 00:09

Pfandsammler sind eine gute Sache.

Außer sie stehen vor einem am Rückgabeautomat mit zwei Einkaufswagen voller einzelner Flaschen, während man selbst nur einen Bierkasten abgeben will.

Aber jetzt mal im Unernst: Wenn wir auch noch Pfand auf Eisstiele, Kaugummipapierchen und benutzte Tempotaschentücher einführen, dann rauben Profisammler womöglich dem Schulklassenprogramm "Aktion sauberer Wald" die Grundlage.

andiberlin - 23. Jul, 10:27

Immerhin ist jetzt alles sauber, und es liegen keine leeren Flaschen und Dosen herum. Was haben die alle gemeckert, wie das neue Pfandsystem eingeführt wird, und das die Dosen verschwinden....
Aber wie man sieht, es geht doch, und wir haben weniger Müll in der Öffentlichkeit.

Aber wirklich schade finde ich in der Tat, das jetzt jedermann am Flaschen sammeln ist, und so weniger "Einnahmen" für die Sammler bleiben, die wirklich mit dem Geld über die Runden kommen müssen.

NBerlin - 23. Jul, 12:14

Ja das ist ja auch gut, mit dem weniger Müll aber die Auswirkungen des Wettbewerbs der Sammler sehe ich mit arghwohn...
Pfandsammler (Gast) - 29. Aug, 21:55

Ich sammel auch Flaschen und meine Eltern verdienen nicht gerade schlecht. Ich mache das, weil ich es nicht verstehen kann wie man Geld wegwerfen kann! In meinem Dorf bin ich, soweit ich weiß der einzige Sammler! Pro MOnat verdiene ich so um die 30-40 € und dabei fahre ich nur ab und zu abends eine kleine runde mit dem fahrrad durchs dorf! Mit dem Pfandsammeln verdiene ich mehr, als mit Zeitungsaustragen und es macht mir auch mehr Spaß :D!

NBerlin - 30. Aug, 11:05

Schön, das war zwar glaube ich nicht die Grundidee der Bundesregierung zum Umweltschutz, aber wenn es funktioniert. :-)
Simone (Gast) - 3. Aug, 15:18

Ist hier in meiner Stadt nicht anders. Jeden Tag sind die selben Typen unterwegs, die treffen sich morgens auf ein Öttinger Bier auf ihrer Stamm Bank und warten das die Leute ihr Pfand weg schmeißen. Bei der großen Hitze die wir hatten sind deren Gesichter nach einer Woche verbrannt gewesen, weil es dort wo sie sammeln, keinen Schatten gibt.

Sammlem hat sich vor ein paar Jahren gelohnt und ich habe das auch mal gemacht, aber das lohnt sich erstens nicht mehr weil so viele Unterwegs sind, das praktisch 24 Stunden nix liegen bleibt und zweitens es immer mehr werden. Auch beim Fussball am Stadion ist es mit der fetten Beute vorbei. Was mal mit 35 Euro anfing, hat sich innerhalb von 3 Jahren auf 15 Euro reduziert. Für 3 Stunden die ich da rum renne, stinkende Flaschen schleppen muss, mich mit angesoffenen Männern rum ärgern muß und zum schluß auch noch von einem Klauer erleichtert werde, meinen Einkaufswagen nicht mehr anketten darf ( falls Panik ausbricht ist der ein Hinderniss), gehe ich da nicht mehr hin.

Klar ist das toll wenn man auf die schnelle mal eben 30 Euro oder mehr hat, nur mit Pfand, aber das ist kein Spaß mehr, sondern Streß pur, weil eben so viele dort sind die auch sammeln. Dann sind zu 95% Männer dort und viele von denen haben es auf´s umsonst trinken abgesehen. Wenn der erste oder letzte war, dann haben alle Geld und da bleibt eben viel in den Flaschen.

Zwei mal in den drei Jahren hatte ich über 50 Euro ..... das sind Ausnahmen gewesen, weil viele gefehlt haben, an einem Monatsanfang und ich frage mich heute oft warum ... gerade da gibt/gab es am meisten zu sammeln.