Teures Wir

Heute auf einen Gedanken gekommen, warum ich Single bin: Ich glaube der Preis für das Wir ist mir zu teuer. Ich möchte frei sein, eine eigene Wohnung haben, einen Job und ein eigenes Konto. Ich möchte zu Hause rumrennen wie es mir gefällt, ohne beobachtet zu werden. Ich möchte diagonal in meinen Bett liegen und dabei schnarchen und pupsen, ohne das es Jemanden stört. Ich möchte rauchen und saufen, wenn mir das Gemüt danach steht. Ich möchte essen was ich möchte, ich möchte schlafen, wann ich möchte und meinen Haushalt aufräumen wann es mir passt. Einsamkeit kann ich auch genießen, ich denke ich brauche mehr Einsamkeit als andere Menschen. Klar kuscheln und Sex ist schön, auch gemeinsam kochen und essen. Doch zu viele Kompromisse möchte ich dauerhaft nicht eingehen. Ich möchte frei sein, ich möchte ich sein, manch einer denkt vielleicht dafür zahle ich einen hohen Preis, aber er erscheint mir kleiner als der Wir-Preis.
kunstbetrieb - 9. Aug, 19:18

In einer entspannten Beziehung/Verbindung sollte das alles problemlos möglich respektive normal sein. Wenn nicht, dann hat man mit Sicherheit den falschen Menschen an seiner Seite.

NBerlin - 9. Aug, 20:18

Danke für die mutmachenden Worte, aktuell rede ich nur mit Kerlen mit denen alle oder ein großer Teil dieser Kompromisse nötig wären, um ein Wir zu schaffen. Dann sind es wohl die falschen Kerle.
Lo - 9. Aug, 19:57

Eine positive Betrachtungsweise, Deine Aufzählung, liebe Nadine.
Und wenn das auch zu Deiner festen inneren Einstellung wird (oder schon ist),
dann hast Du eigentlich Vieles, von dem andere (manchmal heimlich) träumen.
Gesundheit und ein bisschen mehr im Portemonnaie und hin und wieder Kuscheln & Co machen es perfekt.
;-)

NBerlin - 9. Aug, 20:20

Ja was Freiheit angeht bin ich eine reiche Frau, ich lebe bescheiden, aber alles meins. Gesundheit läuft derzeit eigentlich gut, nur das Geld fehlt und die Nähe manchmal.
C. Araxe - 9. Aug, 20:17

Ganz ohne (jeweils gegenseitige) Kompromisse kommt eine Beziehung ganz sicher nicht aus, aber das, was einem wirklich wichtig ist, sollte ausreichend Raum und Zeit haben. (Hm... hört sich so banal an, aber die einfachsten Erkenntnisse sind dann oft doch nicht so einfach, wenn man sie in der Realität umsetzen möchte.)

NBerlin - 9. Aug, 20:22

Ist mir schon klar das Kompromisse sein müssen, aber es sollten nicht mehr sein als ich an einer Hand abzählen kann. Ich brauche Raum und Zeit für mich, die Klettenpaare verstehe ich nicht.
C. Araxe - 9. Aug, 20:34

Was das Verhältnis Nähe/Distanz betrifft hat halt jeder seine individuelle Einstellung und die sollte in einer Beziehung schon relativ deckungsgleich sein. Wenn sich Paare beiderseits dabei wohlfühlen alles zusammen zu machen, ist das doch O.K. Wenn beiden ein Treffen in der Woche oder so ausreicht gleichfalls. Funktioniert aber eben so gar nicht, wenn da vollkommen verschiedene Bedürfnisse vorhanden sind.
NBerlin - 9. Aug, 20:39

Ich denke alles ist ok, solange alle Beteiligten damit glücklich sind. Für mich ist das Zusammenwohnen wohl nichts, aber sehen würde ich einen Partner schon gern 2-3 mal die Woche. Dummerweise weicht das gesellschaftliche Idealbild einer Beziehung wohl stark von meiner Vorstellung ab.
C. Araxe - 9. Aug, 20:55

Gerade in Berlin würde ich sagen, dass man mehr Wert auf die jeweiligen Bedürfnisse legt (was mitunter auch einfach nur egozentrisch sein kann, aber das meine ich in diesem Zusammenhang nicht) und diese Art von einer Beziehung sicher eher dort möglich ist als z. B. irgendwo auf dem Land. Das mag eine pauschale Einschätzung sein – gegenläufige Beurteilungen können ja vielleicht ebenso zutreffen.
NBerlin - 9. Aug, 21:12

Stimmt schon in Berlin ist das eher möglich als auf den Land. Aber das Wohn-Bedürfnniss stirbt gerade mit den steigenden Immobilienpreisen in der Stadt aus. Ein Wunschtraum seit Jahren wären 2 Wohnungen in einem Mietshaus, aber das wird von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher.
rosenherz - 10. Aug, 09:00

... naja, ob sich das allgemeingültig so sagen ließe, am Land sei es schwieriger und in der Stadt leichter? Ich lebe am Land, bin seit Jahrzehnten verheiratet und erlebe diese Freiheiten, wie du sie beschreibst. Ich erkenne das frei sein als (m)ein inneres Bewusstsein, und aus diesem heraus gehe ich frei in eine Beziehung und gestalte sie gemeinsam mit dem DU.
NBerlin - 10. Aug, 10:49

Was ich in der Stadt realistischer finde, ist das jeder seine eigene Wohnung hat. Auf dem Land würde ein Paar oder besonders Ehepaar doch seltsam angeguckt, wenn sie nicht zusammen leben.
iGing - 10. Aug, 13:40

Kleine Ergänzung zum Thema Beziehung auf dem Land:
Ich weiß wirklich nicht, ob das ans "Land" gebunden ist, aber es fällt mir hier - auf dem Land - immer wieder auf, wie viel Ehepaare gemeinsam machen. Das kannte ich vorher so nicht, höchstens als Ausnahme. Zum Beispiel sehe ich tagtäglich ein Ehepaar (so um die 60) am See - sie kommen zusammen, gehen gemeinsam ins Wasser und gemeinsam wieder raus, um sich wieder gemeinsam auf ihre Decke zu setzen und irgendwann gemeinsam das Bad zu verlassen. Sie gehören auch keiner größeren Gruppe an (die sich dort auch regelmäßig treffen), man sieht sie höchstens mal mit jem. sprechen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man das hier unter einer guten Ehe versteht.
NBerlin - 10. Aug, 15:36

Genau so ein Paar habe ich mir vorgestellt, wenn ich von Ehe auf dem Land spreche. Das wäre wirklich nichts für mich, dabei würde ich auch mit dem nettesten Partner eingehen.
bonanzaMARGOT - 10. Aug, 17:57

Ein Auto kostet permanent Geld, nicht nur wenn man verreist. Als Anschaffung ist ein Auto immer ein Verlustgeschäft. Natürlich könnte man an den Benzinkosten sparen, wenn man Leute mitnimmt. Dann doch lieber andersherum und günstiger, wenn man selbst nur Mitfahrer ist. Ich rechnete damals einige Möglichkeiten durch.
NBerlin - 10. Aug, 18:12

Na dann wenn es sich gelohnt hat, ich habe ja auch kein Auto.
bonanzaMARGOT - 10. Aug, 06:01

da sind wir schon zwei, denen diese von dir beschriebene freiheit sehr wichtig ist. leider verliebt man sich nicht immer in die dazu passende person, womit vorprogrammiert ist, dass die beziehung früher oder später in die hose geht. einige jahre lang genoss ich die fernbeziehungen, weil man in denen beides leben kann: die gewünschte single-freiheit aber auch die schönen zusammenkünfte mit all den tollen sachen die man gemeinsam erleben kann. aber selbst da schleicht sich der liebestöter gewohnheit ein.
nun, die hoffnung stirbt zuletzt...

NBerlin - 10. Aug, 10:51

Also eine richtige Fernbeziehung wäre nichts für mich, ich will meinen Partner schon öfter sehen als alle paar Wochen oder Monate.
bonanzaMARGOT - 10. Aug, 15:59

Kommt auf den Job an, den man hat. Damals als Nachtwache in Teilzeit konnte ich meine Liebe relativ häufig besuchen. Bei meiner jetzigen 5 Tage Woche wäre eine Fernbeziehung allerdings schwierig.
NBerlin - 10. Aug, 16:09

Achso, na wenn Teilzeit genug Geld übrig bleibt um zu reisen, dann passt es ja.
bonanzaMARGOT - 10. Aug, 16:15

Funktioniert nur, wenn man bescheiden lebt, günstig wohnt und sich kein Auto leistet. Damals ging es sich gerade so aus. Auch lohnte sich eine Zeit lang die Bahncard 50.
NBerlin - 10. Aug, 17:30

Ach kein Auto? Ich dachte das bräuchte man zum pendeln. Notfalls Leute mitnehmen um Benzinkosten zu sparen. Aber gut mit der Bahn kommt man entspannter ans Ziel.
Moonbrother - 10. Aug, 09:16

Wie kompensierst Du denn dann Deinen Mangel an Kommunikation? Ist twoday.net dann eine Art Surrogat?

NBerlin - 10. Aug, 10:55

Zum Teil, aber ich pflege auch andere Kommunikation im echten Leben, über das Internet, Handy und Telefon.
Moonbrother - 10. Aug, 20:05

Das ersetzt meiner Meinung nach aber nicht das persönliche Gespräch, bei dem ich dem Anderen auch in die Augen sehen kann.
NBerlin - 10. Aug, 20:17

Das behaupte ich ja gar nicht, ich habe ja echte Gesprächspartner, aber ich gebe zu das sind weniger Leute als mit denen ich im Netz rede. Mein Kommentar war missverständlich, ich pflege Kommunikation im echten Leben und schreibe und telefoniere mit Menschen die ich aus dem echten Leben kenne.

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