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Lyrisch & Nachdenklich

Dienstag, 17. November 2009

Begraben und geteert

Vor einer Woche haben sie mich das erste Mal dran erinnert. Die Bauarbeiter vor meinem Haus schütteten das Loch vor unserem Haus zu und fuhren Stunden mit einem Plättgerät über die frisch aufgeschüttete Erde.

Jetzt ist er wirklich tot dachte ich. Dort wo er lag wurde Erde aufgeschüttet und ordentlich befestigt. Sein Grab ist jezt wieder ebenerdig, aber noch erinnerte ein Bauzaun an die Stelle mit dem See.

Als ich gestern nach Haus kam, gab es keinen Bauzaun mehr. Die Stelle war geteert worden und nicht viel später stand ein parkendes Auto an dieser Stelle. Weg, weg das Andenken. Weg sind die Koordinaten für seinen letzten Ruheort in Neukölln.

Als es bereits dunkel war stand ich allein am Fenster und schaute herunter. Nichts, nichts, ich brauche auch nicht mehr Ausschau nach Licht in seiner Wohnung halten. Er ist nicht da, er wird nie wieder da sein.

Nein du brauchst auch nicht auf seinen Balkon zu lucken. Er wird dir nie wieder begegnen. Du brauchst dich nicht mehr verstecken. Dich fragen ob du gut aussahst als du ihm doch begegnet bist.



At least it was....
I thought I saw you on the train
I hid behind some men
I'd never seen you look so good
I’m glad you're doing well

I went out for a walk today
To think of things unsaid
Of course I found I'd said too much
So I laid all that to rest

And when the day falls
I guess it was love
And when the day falls
At least it was

You thought of the name to call me
I guess that’s how it goes
I know a few with the same name
Yes, I’m sad I’m one of those

Ungraceful as I am in loving
In leaving I'm the same
It’s way too late to say I’m sorry
But I’ll say it anyway

And when the day falls
I guess it was love
And when the day falls
At least it was

Dum dum dum dum

Sonntag, 1. November 2009

Der Herbst riecht nach Gelb

Gelb fallen sie zu Boden. Verlassen die Äste an denen sie hingen. Ausgezogene Bäume stehen am Wegesrand und bibern dem Winter entgegen. Vorbei die Zeit der grünen Pracht, vorbei die Zeit des wärmenden Rot und Gelb.

Licht durchflutet verlassene Äste und zeigen braun grüne Rinde. Spatzen müssen ihre Tarnung aufgeben und Käfer lassen sich zu Boden fallen auf den gelben Grund.

Anmutig flattern sie durch die Luft, verfangen sich, streichen das Gesicht, um sich dann zu Füßen zu legen. Laternen machen am Abend das Gelb zu Gold und Regentropfen glitzern wie nie zu vor.

Das Gelb bettet die Füße, verbindet sich zu einem weichen Untergrund. Es hat Zeit und wird liegen bis das Eis es zersetzt. Der Herbst riecht nach Gelb.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Optimisten versus Pessimisten

Das mit dem Optimismus und Pessimismus ist so:
Man muss sich entscheiden, will man glücklich sein oder Recht haben.

gelesen im Berliner Fenster

Donnerstag, 17. September 2009

Die Fremde im Spiegel

Ich habe dich gesehen. Dort im Supermarkt.
Ich schaute nur kurz nach links und da warst du.
Ein hübsches Gesicht, welches unterdrückt lächelte.

Große traurige Augen und eine glatte helle Haut.
Lange gelockte, braun-rote Haare fielen über deine hängenden Schultern.
Ein brauner Pullover mit V-Ausschnitt lenkte den Blick auf die
kugelrunden Brüste darunter.

Ich mochte dich gleich. Du hast mich an wen erinnert.
Wie kann man nur so beschenkt sein und trotzdem da stehen
wie ein Müllsack? Dachte ich kurz noch empört.
Bis, bis ich erkannte, dass mein Spiegelbild mich
eiskalt erwischt hatte.

Montag, 14. September 2009

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.



Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde !

Hermann Hesse

Freitag, 4. September 2009

Klingt verwirrend, ist aber so

Es ist kein Problem zu wissen was man will. Es ist eher ein Problem raus zu finden wie man dort hin kommt und es dann auch umzusetzen.

Um es kurz zu machen, ich wusste immer was ich will, aber ich wusste nicht wie ich dort hinkommen kann und deswegen dachte ich, ich weiß nicht was ich will.
Klingt verwirrend, ist aber so. ;-)

Freitag, 7. August 2009

Die Sache mit dem Herz

Als Teenie hatte ich ein Problem mit dem Herzen. Ich war nicht liebeskrank, ich war zu groß und schnell gewachsen.Mein Herz war noch zu klein für den Rest. Doch der Arzt sagte das würde sich noch verwachsen. Mein Körper wuchs von da an nicht mehr so viel.Doch mein Herz blühte auf. Ich war verliebt. Jeden Tag in Jemand anderen. Bis zur ersten geleckten Gesichtsdusche verging ein Jahr. Ich wollte mir nie wieder anders das Gesicht reinigen lassen.

Doch es kam anders, nein Berlin kam, ich konnte es nicht verhindern. Es begegneten mir andere Gesichtsreiniger, aber die Sache hatte ihren Reiz verloren. Das Spiel war,egal mit wem, nur ein Spiel. Ich wurde verletzt, ich verletzte. Zu oft um es zu zählen. Es war Zeit Berlin zu verlassen, das Dorf rief mich. Doch ich durfte nicht bleiben, mein Herz, mein Herz, es war schuld. Es blieb da das Herz, während der Körper wieder in Berlin erwachte.

Da die Augen des Herzes von nun an blind waren, wählte von nun Justizia aus Stein gegossen Weggefährten der immer anders falschen Art. Seele und Körper nahmen Schaden, die meisten Gesichter und Geschichten bedeutunglos und vergessen. Der Körper bekam im 18ten Jahr die Freiheit in jede Richtung zu gehen die ihm beliebte. Doch es beliebte ihm nichts, denn er spürte sein Herz, leise irgendwo pochen. Es endete mit einem Trip in die Hölle bei dem die Hand dem Teufel die Hand schüttelte.

Der Körper mochte nicht mehr, verkroch sich, lernte still etwas Anständiges und klappte die Ohren zu. Eines Tages trommelte es, es war ohrenbetäubend, das ist mein Herz, mein Herz dachte sich der Körper und erwachte. Der Körper folgte dem Trommeln einige Jahre und fühlte sich dabei fast ganz. Doch es verschwand das Trommeln, vielleicht war es auch ein Tinitus.

Die Ketten an den Füßen waren nicht verschwunden und es war etwas zu leer in der Brust. Die Freiheit, die Freihei dachte sich der Körper über 10 Jahre später. Da war doch was. Zurück zum Herz, wo war das nochmal? Was hast du getan bevor du es abgelegt hast? Die Erinnerungen lagen geschrieben in einem kleinem Buch.
Reisen müssen geplant sein, vielleicht morgen. Es gibt hier herrlichen Zeitvertreib tönten die Stimmbäbder.

Irgendwann fanden die Arme fanden den letzten Empfänger des Herzes. Doch die Zeit hatte verändert, Berge und Täler zwischen ihnen gebaut. Mit diesem Wissen kehrte das Herz zurück doch pochte nicht. Es war feige geworden in all den Jahren, vielleicht auch schüchtern, um es netter zu sagen. Glaubt dem Herz nur keiner, wenn eine große Schnauze für es spricht. Es war groß geworden in den ganzen Jahren auf den Land.

Wie ein Prachtschinken präsentierte es sich jetzt, wissend um die Gefahr, dass Jemand zu beissen könnte.Woher kommt dieses große Herz dachte sich der Körper und schob es langsam in die etwas enge Brusthöhle.Jetzt waren sie beide schüchtern, Wiedervereinigung der ganz sensiblen Art. Das Herz prankte prächtig, der Körper zickte. Was aus den beiden geworden ist? Ich würde sagen Status ungeklärt.

Montag, 3. August 2009

Tiefe und Tiefschlag

Das ist so eine Sache mit der Tiefe eines Menschen. Tief sollen sie sein die Gefühle, Gedanken und Taten einer Menschenseele. Doch tief wird man nicht geboren. Wir alle kommen als oberflächliche Egoisten auf die Welt und der Tiefe begegnet man dann halt später, - oder auch nicht.
Tiefgründigkeit ist angesehen, da haben sogar die Oberflächlichen Respekt vor. Doch Tiefe kommt von Tiefschlag, je mehr Tiefschläge, um so tiefgründiger wird man. Vielleicht weil man den tiefen Sinn lange gesucht hat um sich zu trösten. Vielleicht aber auch nur, weil man zu lange im Tiefschlag verweilt ist.
Respekt sagen da die Unbescholtenen, doch verstehen tun sie es nicht, es fehlt ihnen der Tiefgang und wenn sie ehrlich sind wollen sie ihn auch gar nicht näher kennen lernen.
Das ist so eine Sache mit der Tiefe und dem Tiefschlag.

Dienstag, 21. Juli 2009

Stärke und Schwäche

Du musst nicht schwach sein, sagte ein Freund aus verflossenen Tagen. Die Schwäche ist verführerisch, aber du musst dich ihr nicht hingeben. Du darfst dich ihr nicht hingeben, denn du bist stark. Du hast solange gekämpft um hier zu sein, du hast ein Recht darauf dir endlich zu holen was dir zusteht.

It wasn´t me it was you....

Samstag, 11. Juli 2009

Eures, ihres, meines

Es geht mir gut, das wusste ich nicht. Es gäbe eine Menge Dinge über die ich mich beschweren könnte, aber ich lass es vorerst erstmal. Das Leben hat mir diese Woche mehrfach Holzpfeiler um den Kopf gehauen, die mich nachdenklich gemacht haben und mein Gemeckere verstummen lies.

Mein Leben ist immer noch nicht Villa Kunterbunt, hat aber auch keine Ähnlichkeit mit der Vorhölle. Musste einen Vollstrecker der Staates in meine Wohnung lassen, - wegen Geld. Bin die Woche mit meinem Rücken eher gekrochen als gelaufen und durfte parallel unangenehme Gespräche führen. Weiter machen, nicht die Wunden lecken und wie von Zauberhand ehemalige Freunde treffen mit denen ich nicht tauschen möchte.

Jemand der eine Drogenreise mit einem SEK in seiner Wohnung beendete und seitdem unter psychotischer Paranoia leidet, nicht mehr schlafen kann und Stimmen hört. Eine andere, deren Depression sich wieder gefangen hat, aber die immer noch da steht wo sich unsere Wege vor drei Jahren getrennt hatten.

Es geht mir gut, ich höre keine Stimmen, bin selten paranoid und ich habe endlich einen Job, den ich auch gern mache. Bin endlich raus aus der nie enden wollenden Spirale von Studentendasein und ewiger Neuverschuldung. Ich kann laufen, schlafen, zittere nicht und lache mindestens einmal am Tag.
Mir geht es gut, ich möchte kein anderes Leben, nicht eures, nicht ihres, nur meines.


And hold your own
Know your name
And go your own way
Hold your own
Know your own name
And go your own way

And everything will be fine
Everything will be fine
mmmhmm



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