Lyrisch & Nachdenklich

Freitag, 27. Juni 2008

Nicht stark

Sehr viele Menschen denen ich begegne denken ich bin stark.
Das mich nichts umhaut, das man sich bei mir ausheulen kann.
Das ich mich wehren würde wenn man mich verletzt.
Dann gibt es noch die, die haben Angst, Angst vor mir.
Das verstehe ich am wenigsten.
Dann gibt es noch die, die mich adoptieren, nicht als Kind, als Mutter.
Dabei bin ich gar keine Mutter, noch möchte ich eine sein.
Ich wäre lieber klein, ich wäre lieber so das die Leute denken, dass sie mich beschützen müssen.
Das denkt leider keiner.
Dabei bin ich sehr zerbrechlich.
Merkt nur keiner.
Ich schauspiele, nein das mache ich oft gar nicht, doch sie sehen was sie sehen wollen.
Vieles ist in meinem Leben schief gelaufen, all das habe ich überlebt, aber macht mich stark? Verpflichtet es immer stark zu sein?
Ich will nicht stark sein, ich bin es nur weil ich es muss.
Es nimmt mir keiner ab, denn ich halte das schon aus, - denken sie.
Aber ich bin nicht stark.

Im Ohr: Rihanna - Hate That I Love You

Montag, 23. Juni 2008

Wind

Gestern Nacht passierte es endlich: Regen! Erst war ich etwas erschrocken von dem Licht auf dunkler Straße, - hat mich da Jemand fotografiert, gibt es dort seit Neuesten eine Blitzeranlage? Ähm, wie wäre es mit, das war ein Blitz? 1,2,3 Kawumm, der Donner bestätigt meine Vermutung. Ein Blitz- und Donnerspektakel vor meinem Fenster. Lila Himmel, durchzogen mit weißen Linie, heftiger Wind der Fangen mit meinen geöffneten Fenstern spielt. Licht aus. Ich liege im Dunklem beobachte meine Abendshow, atme kühle und frische Luft. Blitz und Donner tanzen eine flotte Sohle, hell ist es da draußen, ich liege mit dem Gesicht zum Fenster, es wird ruhiger, ich dämmere vor mich hin. Plötzlich wird es wieder taghell, ein Blitz ein Donner, ich bin wieder wach. Ich bin klein, unbedeutend, mummel mich in Decken und schaue aus meinem Mäuseloch in die Welt. Wenn ich nur 10% der Kraft eines Donners oder des Blitzes hätte, wenn ich große Bäume verbiegen könnte... kann ich aber nicht. Ich bin ich, ein kleiner Mensch. Ich kann aus dem Fenster spucken, aber das wird nichts ändern oder irgendwen beeindrucken. Das Lila des Himmels färbt sich wieder schwarz, ich bin müde, schließe das Fenster. Morgen werde ich versuchen ein bissel wie der Wind zu sein.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Träume träumen oder fangen?

Lange war ich reich, reich an Träumen, jeden Tag kam einer dazu und keiner davon ging in Erfüllung. Das lag nicht nur an der bösen Welt, sondern daran das ich nichts tat um sie zu erreichen. Wunderbare Seifenblasen einer besseren Realität, die ich nie wagte zu berühren, aus Angst sie zu zerstören.
Ob bewusst oder unterbewusst ich bin jetzt auf eine meiner Seifenblasen getreten.
Die anfänglich euphorischen Gefühlen über die neue Realität, die tatsächlich greifbar war, wichen schnell, als ich merkte das Träume zu verfolgen echt anstrengend ist.
Es ist immer noch wunderbar, aber ich hatte zuviel Zeit um mir Dinge auszumalen die es so nicht gibt. Dabei weiß ich doch ganz genau, dass es nichts umsonst gibt im Leben, ich musste immer kämpfen wenn ich was wollte. Gut damit wäre eine Seifenblase geplatzt, ich stehe in ihren Resten und rieche nach Spülmittel. Was mache ich jetzt? Versuchen eine Seifenblase zu werden oder einfach weg rennen und sich ne neue Blase suchen?

Montag, 16. Juni 2008

Schade

Das und Das ist aber jetzt wirklich schade, sagte mein Gegenüber.
Stimmt antwortete ich.
Aber es ist besser für mich.

Während ich das sagte, schlackerten mir schon die Ohren.
Was war das? Nadine hat ihre Selbstliebe und damit ihre Grenzen erkannt? :-)

Samstag, 24. Mai 2008

Der Spiegel

Jeder Mensch der einen begegnet zeigt einen ein Spiegelbild von sich selbst.
Ich spreche dabei nicht von Seelenverwandtschaft, diese Bild muss nicht richtig sein, es ist eher so das man selber eine Reflexion in einem Spiegel/Mensch hinterlässt, die auf einen zurück scheint. Was da zurück scheint kann sehr verschieden sein, mal ist man groß, mal klein, mal intelligent, mal nicht oder auch attraktiv oder nicht.
Momentan bin ich erschlagen von den Spiegelbildern der Woche, die meisten waren in ihrer Grundstimmung positiv und freundlich eingestellt, also kein Grund sich zu beklagen, trotzdem ist mir das unheimlich. Wer ist diese Frau, kenne ich die?
Ja doch ich kenne sie, sehr gut sogar, deswegen sollte ich auch nicht so überrascht sein über die Reflexionen, bin ich aber. Dabei wurde mir nicht viel Neues erzählt, aber die Bewertung der einzelnen Kriterien fiel ganz anders aus als erwartet.
Das ist komisch, bin ich doch Kritik viel mehr gewöhnt, die gab es ja auch, aber nicht überwiegend, es gab auch Zuspruch und das ein oder andere Kompliment.
Das ist schön, aber ich glaube es nicht richtig, komme nicht hinterher beim erneuten Zusammensetzen des Selbstbildes. Wer bin ich und ja wie viele?

I´ve got a dream, we gonna work it out......

Dienstag, 29. April 2008

Porno

Komm näher, schau in mich herein, dieses ist unser Geheimnis.
Nicht jeder darf es sehen, nicht jeder darf soviel erfahren wie du.
Ich ziehe mich aus, öffne mich, hoffe das deine Augen mir folgen.
Hoffe das ich eine Reaktion auslöse.
Nackt, nackte Tatsachen oder doch alles nur eine Illusion?
Wie haben kein zuhause, so tun wir es hier, öffentlich, jeder kann zu schauen.
Jedes Detail wird aufgsogen, jedes Detail wird mitgeteilt.
Tief, tief in mir drin wühlst du mit deinen Augen.
Es ist mir unangehnem wenn ich darüber nachdenke.
Doch ich mache weiter, kehre das Innere nach außen, fühle die vielen Blicke.
Sie befriedigen mich, sie helfen mir zu leben, was ich sonst verschweige.
Es tut so gut es endlich raus zu lassen, zu sehen wie die anderen reagieren.
Ich bin allein doch trotzdem dringst du täglich in mich ein.
Blog
Bildquelle: © Sebastian Rogler/ VG-BildKunst, Bonn
courtesy galerie sakamotocontemporary, berlin

Montag, 7. April 2008

Eingebildet

Das habe ich mir wohl nur eingebildet.

Ich dachte ich könnte spüren.
Ich dachte ich hätte gefunden.
Ich glaubte an die große runde Seifenblase.

Dachte ich wäre besonders.
Dachte du wärst besonders.
Dachte wir hätten eine Aufgabe.

Dachte es gäbe einen Plan.
Ein Ziel.
Glaubte an das Glück.
Glaubte an Topf und Deckelchen.
Glaubte an Veränderung, nicht daran das es einfach würde.

Glaubte an die friedliche Liebe.
Ohne Machtkämpfe und Krieg.
Ohne einen zwangsläufigen Verlierer.


Doch die Welt ist doch so wie ich sie kenne, das habe ich mir wohl nur eingebildet.

Im Ohr: Maria Mena- Sorry.

Samstag, 29. März 2008

Graue Macht

Wolken, Wolken, Wolken.
Grau, weiß marmoriert.
Kahle, zittrige Äste werden vom Wind rum geschubst.
Eine Stimme aus den Lautsprechern lullt mich ein.
Keine Bewegung, sonst fallen die Wolken vielleicht herunter.
Keine Mitmenschen die lärmen.
Petersilie sprießen in der Küche.
Am gleichen Ort warten Aufbackbrötchen auf ihren Tod.
Langsam, sonst denken die Wolken ich wollte das Rennen gewinnen.
Nie würde ich mich der grauen Armee verweigern.
Ihnen gehört das Licht, ihnen gehört das Wasser.
Ein Vogel fliegt auf sie zu und verschwindet.

Mittwoch, 12. März 2008

Ohne Dich

Ohne Dich ist die Wohnung leer.
Ohne Dich herrscht Stille.
Ohne Dich kann ich mich nicht erschrecken, weil du dich leise von hinten angeschlichen hast.
Ohne Dich gibt es Niemanden dem ich die Brust voll sabbern kann.
Ohne Dich warten keine Berge aus Abwasch auf mich, denn ohne Dich koche ich nicht täglich.
Ohne Dich kitzelt mich keiner, um mir meine Schokolade weg zu nehmen.
Ohne Dich finde ich Stadtrundfahrten sinnlos.
Ohne Dich habe ich morgens, mehr als genug Kaffee, aber ich muss ihn allein trinken.
Ohne Dich gibt es Niemanden den ich öffentlich begrabbeln kann.
Ohne Dich ist die Wohnung aufgeräumter.
Ohne Dich bin ich nicht ich.

Freitag, 7. März 2008

Mein Leben mit mir

Mein Leben mit mir ist schön! Nein wollen wir nicht so euphorisch sein, es ist ok.
Es könnte mir schlechter gehen, Vieles könnte schlechter laufen und überhaupt mir geht es doch gut. Dachte ich heute morgen als ich am Briefkasten stand.
Klar habe ich Probleme, das Geld ist immer knapp, Mahnungen gehören zur Alltäglichkeit, die Inkassounternehmen kenne ich fast schon alle und trotzdem mache ich weiter. Warum? Weil Aufgeben feige ist? Nein, sondern weil ich es mag, mein Leben. Die Freiheit, die Menschen mit mir, das Dauerstudentin sein, meine marode Altbauwohnung, - ich mag es- weil es zu mir gehört. ;-)

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Vielen Dank hat geschmeckt.;-)
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