Lyrisch & Nachdenklich

Montag, 23. April 2018

Irrational

Kalt, ich bin kalt. Ich war immer Feuer, Feuer und Flamme, bis ich mich verbrannte und zu einem Eisklotz wurde. Jahrelang keine Gefühle, alles stumpf, regungslos. Egal was passierte, Tod oder Musik, nichts, ich war tot, so tot wie ich vorher sein wollte. Doch dann kam er und brauchte mich und ich erblühte wieder, es wurde wärmer am Nordpol. Vielleicht hat er mich ausgenutzt, aber auch ich hatte meinen Nutzen. Ich fühlte wieder, irgendwann war es Liebe, eine unerwiderte Liebe und die Tränen flossen, flossen wie Bäche aus dem Eisberg. Ich tat alles für ihn, alles was ich konnte, auch über meine Kräfte hinaus. Er war mein undankbarer Schatz. Ich hielt ihn fest an mich gedrückt, viel zu lange, keiner verstand es. Ich weiß er liebt mich nicht, er will mich nicht, aber ich wollte leben, ich wollte fühlen, auch wenn es nur traurig ist. Jetzt ist es vorbei, er verlässt Deutschland und es tut mir so weh, auch wenn es keine Zukunft gab, ich lebte für den Moment für das Gefühl. Wir haben den Kampf verloren gegen die deutsche Bürokratie und das System, er hat aufgegeben und ich kann nichts daran ändern. Freunde sagen es ist besser für mich, dass ich besseres verdient habe, aber niemand sonst brachte mich zum Fühlen. Keine Ahnung was die Zukunft bringt, mein Herz ist immer noch in einem Eisblock, die Hoffnung nur verhalten. Ja er ist ein Verlierer, ja er ist ein Arschloch, er spricht noch nicht mal meine Sprache, aber ich liebe dieses Arschloch, auch wenn es total irrational ist.


Samstag, 3. Februar 2018

Die Nacht

Dunkelheit, die Kulissen der Stadt verschwinden, nur Straßenlichter leuchten wie Sterne auf der Straße. Stille, kein Geschrei, kaum Menschen rasen herum. Alles gleitet langsam, Friede in der Hektik des Alltags. Ich bin allein, nachts darf man allein sein, kein Druck für gesellschaftliche Kontakte. Zufrieden blicke ich schweigend in die Nacht. Zeit, Zeit, die Nacht hat Zeit, keiner drängt, keine Termine. Unbeobachtet in der Nacht, nur der Mond schaut zu, doch der ist nicht so gesprächig, man kann ihm vertrauen. Mein Kopf, frei und entspannt, fühle mich verwegen so als Königin der Nacht. Die Nacht gehört mir, nur mir, nichts lenkt ab, niemand will was, auch ich nicht. Die Zeit zählt doppelt, weil nichts passiert, weil Niemand stört. Zufrieden sein bei Sonnenlicht, das können viele, ich liebe die Nacht.


Danke Bonanza für die Inspiration!

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Allein

Sind sie lieber allein? Fragte er mich und ich wusste so schnell keine Antwort.
Die letzten Jahre war ich dann doch etwas viel allein oder nur mit der Familie.
Aber früher genoss ich die Zeit allein. Ich genieße Gesellschaft schon, aber irgendwie sind Menschen anstrengend. Sie haben so viele Eigenarten und Macken. Das macht sie oft aus, macht sie einzigartig, aber auch stressig. Ich kümmere mich gern um Menschen, aber auch gern um mich selber. Ja ich bin gern allein, nach reichlich Gesellschaft.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Was denkt Gott?

Was denkt sich der liebe Gott eigentlich bei seiner Auswahl wer leben darf und wer sterben muss? Gibt es da irgendwelche Kriterien? Ich kann keine erkennen. Es scheint alles wahllos und beliebig zu erfolgen. Die einen kriegen immer wieder eine Chance, die anderen haben nur eine.

Freitag, 26. Mai 2017

Leben und Tod

Leben und Tod sind sehr nah beieinander. Gestern noch zusammen gelacht, heute tot. Ich habe dem Tod oft ins Auge gesehen, mich oft nach ihm gesehnt, aber dass Leben war immer stärker. Anderen erging es nicht so gut. Krebs, Aids oder andere Krankheiten nahmen ihnen das Leben.

Ich habe viele Menschen sterben sehen, viel verloren und von der Trauer verfolgt worden. Doch ich lebe und jeder weitere Tod macht mir weniger Angst vor dem, was da irgendwann auch auf mich zu kommt. Der Tod gehört zum Leben, zwangsläufig. Bin ich kalt geworden? Ich denke noch oft an die Toten, sie sind bei mir, doch ich besuche selten Gräber.

Ich denke, solange sich Lebende an die Toten erinnern sind sich nicht ganz verschwunden. Sie sind Teil der Lebenden, Teil ihrer Geschichte, Teil ihrer Erinnerung. Der Tod lauert überall, nimmt gnadenlos zu sich was andere vermissen werden. Ich dachte ich hätte, jenseits meiner wiederkehrenden Selbstmordgedanken, ein langes Leben vor mir. Doch sehe ich meine Oma und Mutter bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Ist älter werden wirklich eine Ehre? Oder eher eine Bürde? Die Vorstellung im Himmel alle verlorenen Menschen wieder zu sehen ist frohlockend, aber ist das vielleicht nur ein Trick damit man sich auf etwas nach dem Tod freuen kann? Loslassen kann vom Leben? Aber wer hat Beweise für die Existenz des Himmels? Ich glaube wir haben nur ein Leben und nur einen Tod.


Alternativ auch "Der Tod hat sich verliebt".

Donnerstag, 4. Mai 2017

Zeit

Begrüßung, Verabschiedung. Nähe, Distanz. Glück, Unglück. Viel zu oft, dabei selten gute Nachrichten. Verliebtheit, Frustration. Hoffen. Aufgeben. Immer wieder. Für immer, Niemals. Sehnsucht, Gleichgültigkeit. Versuche, Scheitern. Zeit, Zeit. Wer hat soviel Zeit? Umarmen, Loslassen. Pläne schmieden, alles verwerfen. Hin und her. Geduld, Ungeduld. Glückseligkeit, Drama. Anziehung, Ekel. Warten, weitermachen. Zeit.

Dienstag, 25. April 2017

Lebe bedacht

Nicht nur an der Haut sieht man es, auch an der geistigen Leistung eines Menschens sieht man, wie alt er ist. In letzter Zeit musste ich mehrfach feststellen das Menschen, die früher Überirdisches geschafft haben schon vor der 60 stark abbauen. Erst sind es die Gelenke, doch dann auch die Leistungsfähigkeit dieser Menschen.

Sie bauen körperlich ab, aber auch geistig. Ist das der Preis dafür ein Leben auf der Überholspur gelebt zu haben? Folgt nach He-Men immer ein frühzeitiger Donald Duck? Haben wir alle nur begrenzt Leistungsfähigkeit und Gesundheit in unserem Leben? Wer schneller lebt, ist schneller ausgelaugt?

Ich bin froh noch so jung im Kopf zu sein, das liegt vielleicht daran dass ich viele Jahre sehr entspannt gelebt habe. Sollte man immer entspannt ins Leben gehen, um länger was davon zu haben? Ich bevorzuge die lange Variante des Lebens, immer schön langsam aber bitte bis 80 oder 90. Was hat man davon, wenn man bereits um die 60 Pflege braucht? Das frühzeitige Altern macht mir Angst, Angst selbst bald Hilfe zu brauchen. Lebe bedacht.

Samstag, 22. April 2017

Ein Traum

Verwischt, alle deine Spuren. Die Textilien, die du berührt hast in der Wäsche, dein Geruch verflogen, deine Haare entfernt. Die Erinnerung verblasst nicht so schnell. Aber ich versuche mich zu lösen, wie so oft, doch meist vergeblich. Ich schreibe dir keine Nachrichten, ich glaube ich rede dir zu viel. Aber so bin ich nun mal, ich rede gern und viel. Vorletztes Mal sprachst du von „für immer“, das hat mich wieder weich gemacht, auch wenn ich „für immer“ fürchte.

Doch dein Verhalten spricht eine andere Sprache. Wieder diese Katastrophen, ich habe mit dir viele negative erste Male. Das sollte mich eigentlich abschrecken, tut es aber nicht. Ich bin verliebt, aber versuche es mir nicht anmerken zu lassen, du scheinst blind für meine Zeichen, bist zu sehr mit dir selbst und deinen Komplexen beschäftigt.

Ich schweige, auch wenn es mir schwer fällt, halte mich zurück, warte ab und warte und warte. Zwischendurch die Angst zu verlieren, dabei könnte es mir mit jemand anderen besser gehen. Was habe ich also zu verlieren? Eine Illusion, einen Traum, an dem ich schon viel zu lange festhalte.

Mittwoch, 22. März 2017

Vergeblich

Alles was ich tue, vergeblich.
Ich bin die geborene Verliererin.
Seitdem großen Verlust vor 4 Jahren habe ich alles verloren.
Meine Karriere, meine Kollegen, meine Freunde, meine Gesundheit, mein gutes Aussehen.

Ich wünschte ich könnte zurück, zurück in diese Zeit.
Ich würde so vieles anders machen.
Doch es gibt kein zurück.

Jetzt bin ich eine dicke, nicht mehr ganz so junge Frau.
Ich will nicht undankbar sein, die Kopfdämonen sind weg.
Ich kämpfe jeden Tag, für mich, für andere, ich glaube auch vergeblich.
Man kann sich Liebe nicht verdienen, sie wird verschenkt.
Doch ich sehne mich so, vergeblich.

Samstag, 4. März 2017

Egoismus

Gestern Abend noch sehr lange unterhalten. Geweint, gestritten und mich selbst dabei erwischt Vorurteile zu haben. Das sitzt jetzt noch tief und macht mich irgendwie melancholisch. Trotzdem gut geschlafen, aber jetzt bin ich etwas matt. Erstmal Gedanken sortieren und Eindrücke korrigieren. Trinke Kaffee und mir wird mal wieder klar, wie privilegiert ich bin, das macht mich aber nicht fröhlich, sondern eher unangenehm berührt. Auch andere Menschen müssen kämpfen, vielleicht sogar mehr als ich es getan habe. Ich bin zu streng mit meinen Mitmenschen und urteile zu schnell ohne die wahre Geschichte zu kennen. Jetzt bin ich schlauer, aber die Fröhlichkeit darüber bleibt aus. Ich kämpfe dann mal mit, für ihn, nicht für mich. Denn was man liebt muss man los lassen, alles andere ist Egoismus.

Nadine in Berlin

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