Aus dem Leben
Kann es sein das heute besonders viel nervige Menschen unterwegs waren oder lag es an mir? Der Nullpunkt hat heute vorbei geschaut, war ein paar mal kurz davor ein wenig auszurasten. Ich will doch nur meine Ruhe und schlafen.
Nicht der Film, ich stehe nicht auf Kriegsfilme, mir reicht der tägliche Krieg mit mir selber oder der Welt, - da bin ich Weichei. Dachte eher an den schmalen Grat zwischen liebenswürdig verrückt und gruselig verrückt. Der ist verdammt schmal. Neulich sah ich einen Mann in der U-Bahn. Er hatte Kopfhörer auf und irgendwann fing er an mit zu wippen. Eigentlich finde ich so ein Verhalten meist liebenswürdig entrückt, aber bei ihm war irgendwas anders. Es gruselt mich vor ihm, er schaute mir in die Augen und es wurde nicht besser. Psycho dachte ich. Warte mal sprach meine innere Stimme, machst du das nicht auch immer? In der U-Bahn Musik hören und dabei rum wippen? Sehe ich dabei auch so gestört aus? NEIN! Beschloss ich nach reichlicher Überlegung, ich sehe oft Menschen die rum wackeln und habe mich bisher immer darüber gefreut und fand die gar nicht gruselig. Der schmale Grat halt.
Ich hatte Popcorn - vor zwei Tagen.
Heute hatte ich Zahnseide und wieder Popcorn. ;-)
Klasse verpennt. Erst zu früh wach gewesen, schweigend auf das Klingeln des Weckers gewartet und dann ganz spontan doch nicht aufgestanden. Mir ist unwohl bei dem Gedanken die nächsten Wochen, fünf Tage die Woche, arbeiten zu gehen, -ätzender Gedanke. Bin eine Sklavin des Kapitals, aber ich brauche das Geld und hoffe, das ich nicht schon diese Woche irgendwas veranstalte, was mir die geldlose Freiheit zurück gibt.
Früher habe ich auf sowas nicht geachtet, früher habe ich aber auch fast immer die Pille genommen. Das war eine Anweisung vom Arzt und nicht zu letzt von meiner Mutter.
So kam ich in den Genuss über 10 Jahre Non-Stop die Pille zu nehmen und dadurch nie ein Gefühl für meinen natürlichen Hormon Rhythmus zu bekommen. Mittlerweile schreibt mir aber kein Arzt oder ein Elternteil mehr vor welche Hormone ich einwerfen sollte und da ich Single bin nehme ich die Pille auch nicht mehr. Wirklich seltsam finde ich es aber, wenn andere, besonders Männer eher zu wissen scheinen, als ich, dass ich gerade ein Ei im Angebot habe. Letzte Woche war es mal wieder soweit, obwohl ich einen mittelmäßigen Tag, mit mittelmäßigen Outfit hatte, wurde ich angestarrt. Das Interesse der Männer an mir, schien für 24 Stunden, ungebrochen zu sein. Verstand ich nicht wirklich, sonst gucken die doch auch nicht so aufdringlich. Außerdem hatte ich Pickel im Gesicht und einen "Bad Hair Day" nach dem Anderem, mal ganz abgesehen von meiner wechselhaften Laune. Heute erklärte sich alles wie von selbst, der rote Ferrari parkt vor meiner Tür, na denn - wusste ich doch das Kerle sich mehr für Autos als für mich interessieren. ;-)
Ohne es zu merken, bin ich langweilig alt geworden. Ein Wochenende ohne Party ist schon lange kein Weltuntergang mehr, ja sogar ein Monat ohne Party ist zu verkraften. Klar gehe ich auch mal weg, aber es muss nicht immer das ganz große Event sein, mir reicht ein Bier oder vielleicht sogar nur ein Kaffee in kleiner Gesellschaft. Langweilig langsam lebe ich mein Leben, wenn ich das Tempo selbst bestimmen darf. Die ganz fetten Bässe, die ganz harten Drogen, das muss es seit Jahren nicht mehr für mich sein. Habe das alles schon ausprobiert, weiß wie es sich anfühlt, was die Vor- und Nachteile sind und musste erkennen, dass mein Körper und meine Seele mir solche "Ausflüge" tagelang übel nehmen. Ich mag es in den Morgenstunden nach Hause zu laufen, aber es muss nicht der Mittag oder Nachmittag sein. Trinken tu ich auch gern, aber bitte nur soviel, dass ich das Aufgenommene über den üblichen Weg wieder ausscheide. Kotzen ist für mich kein Beweis für eine gute Party oder besonders viel Spaß. Finde kotzen nämlich wenig spaßig. Tja es bleibt wohl dabei ich bin langweilig alt, aber wisst ihr was? Ich finde das gut so. ;-)
Nicht mein Tag, trotz genügend Schlaf wie gerädert gefühlt, zur Spät zur Uni: Abgabeschluss, Glück gehabt Dozenten trotzdem getroffen. Die U-Bahn Richtung Arbeit genommen, - die falsche U-Bahn, nein nur die falsche Richtung, zwei Stationen später habe ich es dann doch noch gemerkt. Wieder zurück gefahren, umsteigen, nächste U-Bahn. Wer
riechen kann hat es schwer. Ein Duft von Mayonnaise begrüsste mich beim Einsteigen, ich dachte erst es macht mir nichts aus. Eine blondierte ältere Frau im Rock und mit Solarium gebräunten Krampfadern an den Beinen sitzt vor mir und stochert in ihren Pommes. Fettigen Pommes mit viel Mayo. Ihre rosa Lippen zu blauen Lidschatten verschlingen die Pommes, deren Geruch sich langsam gegen die Mayowolke durchsetzt. Ich schaue zu Boden, was man nicht sieht ist auch nicht
riechbar da? Erblicke ihre apricot lackierten Fußnägel. Hässliche Fußnägel, eingewachsen und zu einem schmalen Oval geschnitten. Warum müssen solche Füße in Sandalen bei 16 Grad präsentiert werden? Warum kann die ihre Pommes nicht anderswo essen? Ich bin gereizt und ärgere mich über mich selber, das nächste Mal bitte keine Pommes mit Mayo für mich und erst recht keine Füße!
Gestern und auch heute habe ich nichts zu sagen. Also meinem Blog nichts zu sagen.
Erschreckend gruselig, bin ich doch wild entschlossen die Welt weiter mit meinen Belanglosigkeiten voll zu texten. Klappt gerade nicht so gut. Vielleicht weil ich unter Stress stehe, vielleicht weil ich aktuell einfach zu viel beruflich schreibe oder viel einfacher, weil der Sommer mal wieder ein Reinfall ist. Wenn einem keine Begründung einfällt ist das Wetter doch immer ein dankbarer Nehmer des schwarzen Peters. Fühle mich nicht so toll, keine Ahnung warum, aber heule dann wohl lieber ganz altmodisch im stillen Kämmerlein.
Dunkel ist es da draußen, es regnet und die Temperatur fällt langsam. Bauchschmerzen habe ich seit ein paar Tagen, so als hätte ich eine Familienpackung Chilli allein verputzt und anschließend einen spontanen Darmverschluss erlitten. Heute geht es schon besser, auch die Pickel die gestern mein Gesicht als ihr neues Domizil ernannten, haben ihre Präsenz heute etwas reduziert. Habe seit gestern ein neues Handy mit allem Schnickschnack, nettes Spielzeug, kann nicht leugnen das ich ein Geek bin. Aktuell bin ich aber eine sehr müde Geek Frau, die Arbeit zockt ganz schön, aber gibt auch einen Kick - ähnlich wie bei einer Achterbahnfahrt. Gähne seit zwei Stunden vor mich hin, werde mich dann wohl mal horizontal in eine ruhige Kuschelzone zurück ziehen.
Rote Lippenstiftreste zieren meine Tasse, rote Lippenstiftspuren kleben am Filter meiner Kippe. Ich werde es nie lernen, - das mit dem perfektem Make-up. Müde bin ich jenseits der roten Lippen. Sie sind nur ein Ablenkungsmanöver, damit mir Niemand zu tief in die Augen schaut. Die Reste des Lippenstifts spendiere ich meinem Vollkornbrot, Käse allein schmeckt halt nicht. Auf zur Arbeit, hoffentlich will heute keiner was von mir...