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Dreckslöcher gar nicht billig, dafür mit Provision

Eine neue Bescheidenheit macht sich in mir breit, denn ich bin mit schmalen Budget auf Wohnungssuche. Da bin ich schon bereit einen 100ter drauf zu legen und auf ein zweites Zimmer zu verzichten und trotzdem ist die Auswahl die sich mir bietet ziemlich miserabel.

Immobilienhaie stehen mir gegenüber und und zeigen mir furchtbar geschnittene Neubauwohnungen mit verschimmelten Bad, einer Gastherme die eigentlich ins 70er Jahre Museum gehört und erklären mir, dass mich das nur über einen 1000ter Kaution und Provision kostet, sie aber vorher meine Schuhgröße und ein ärztliches Attest wollen.

Könnt ja sein, dass ich morgen tot umfalle und somit ungeahnte Kosten auf sie zu kommen werden. Ne mal ehrlich, das habe ich alles schon: ein verschimmeltes Bad, eine Gastherme aus den 70ern, undichte, vergammelte Fenster, aber dafür mit viel Platz, weit oben und deutlich günstiger.

Wäre da nicht die Wasserproblematik. Verbessern werde ich mich mit einem Umzug wohl kaum, wie es aktuell scheint. Abgesehen davon, dass ich eventuelle Todesopfer des neuen Hauses nicht kannte. Werde mir nächste Woche weitere Dreckslöcher, die gar nicht billig sind, - aber dafür ohne Provison, anschauen und berichten. ;-)

Getting an apartment and paper....."sometimes in dumpster, sometimes on floor," sag ich doch ich heiße Oskar....

Nachtblau - 16. Aug, 14:46

Öhm ist das mit dem Attest ernst gemeint?

NBerlin - 16. Aug, 14:58

Nein, das war eine Übertreibung, aber die wollen meist schon vor der Besichtigung einen ganzen Haufen Papier sehen (Gehaltsbescheinigungen, Mitschuldenfreiheitsbescheinigung, Arbeitsvertrag, Schufa, Bescheinigung des AG, dass der Vertrag nicht gekündigt ist, u.s.w.) dabei weiß ich noch nicht mal ob ich die Wohnung will, geschweige denn habe ich all diese Papiere in meiner Schublade liegen....
virtualmono - 16. Aug, 15:16

Hmm... ist das typisch für Berlin? Ich hatte noch nie so einen Zirkus bei der Wohnungssuche.
NBerlin - 16. Aug, 17:45

Also eigentlich herrscht in Berlin in vielen Wohnungen Leerstand, allerdings natürlich nur in den Gegend wo eh keiner wohnen will. Da ich mir eine sehr begehrte Gegend aus geguckt habe ist es wohl typisch, denn vor 10 Jahren war das auch schon so, - besonders bei den günstigen Wohnungen in den In-Gegenden. :-(
virtualmono - 18. Aug, 00:32

Hmm... wahrscheinlich liegt es wirklich daran, daß Du etwas günstiges suchst - ab einem gewissen Mietpreisniveau wird dann wieder nicht mehr in Frage gestellt, ob man sich das überhaupt leisten kann. Meine jetzige Vermieterin hat sich weder daran gestört, daß ich hier zur Besichtigung mit der Enduro aufgeschlagen bin, noch hat sie irgendwelche Lohnabrchnungen oder so etwas sehen wollen. Sie hat allerdings vorher diverse Mieter abgelehnt, weil es irgendwie nicht gepaßt hat - die Chemie muß halt auch irgendwie stimmen. Ein großer Vorteil war natürlich, daß das nicht über Makler oder Verwaltung lief, sondern direkt.
Dagger (Gast) - 16. Aug, 22:26

Du hast ..

... sicher schon bei den vielen Wohnungsbaugesellschaften direkt nachgefragt ;) Die Standards sind dort zumindest eingehalten.

NBerlin - 17. Aug, 08:34

Jeep, die haben nur JWD oder Dreck....
Freddy (Gast) - 17. Aug, 14:37

Das Problem "Provision" hatte ich letzte Jahr während meiner Wohnungssuche auch. Das ist reinste Abzocke und es sollte geprüft werden, ob das überhaupt rechtens ist. Schließlich zahle ich normalweise Provision an einen Makler, der für mich eine Wohnung sucht, und das auch nur im Erfolgsfall. Aber bis zu drei Kaltmieten zu blechen, ohne eine Leistung zu bekommen, ist einfach nur dreist. Selbst in Fällen, in denen Mieter selber einen Nachmieter finden, zahlen die neuen Mieter oft noch eine Provision an die Hausverwaltung. Das Schlimme ist, dass viele Zugezogene, für die die Mieten in Berlin extrem günstig sind, bereit sind das zu zahlen. So hat sich das quasi als "legitime" Vorgehensweise etabliert.

Annie (Gast) - 17. Aug, 17:53

Berlin und seine Makler

Oh ja, dieses Gefühl kenne ich zu gut. In Berlin ist das Finden einer guten Wohnung, die bezahlbar ist, ohne dass man 1 Mio. € Provision zahlen muss und sich für 20 Jahre bindet so selten wie ein Elch auf dem Grünstreifen der Karl-Marx-Allee.

Eine gute Freundin von mir sucht auch gerade wieder und ist voll am verzweifeln.

Wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen!!!

Hier habe ich übrigens eine meiner "tollsten" Erfahrungen mit einem Berliner makler aufgeschrieben:
http://www.nie-wieder-vierter-stock.de/2009/07/besichtigungs-debakel-1/

LG
Annie
NBerlin - 17. Aug, 20:30

Provision ist die reinste Abzocke, aber im Grunde noch besser als X-Tausend an den Vormieter für die vergammelte hochwertige Einbauküche zu zahlen, - was auch durchaus üblich ist. Kann schon sein das Zugezogene das erstmal günstig finden, - bis ja bis sie ihr erstes Berliner Gehalt bekommen, - das bekanntlich auch viel günstiger ist als anderswo.

@annie: Auweia, sowas habe ich zum Glück noch nicht erlebt, aber ich vermute meine Chancen stehen gut das nach zu holen. ;-)

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