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Zigeuner

Seit ein paar Wochen hat Aldi in meiner Gegend ein Begrüßungskomitee.
Nie mehr ungesehen in Aldi rein huschen, denn da steht seit ein paar Wochen eine Frau, eine Frau die aussieht als hätte sie ihre Wurzeln bei den Cinti und Roma, sie lächelt stets und manchmal hält sie mir die Tür auf.
In ihren Händen hält sie eine Ausgabe des Straßenfegers, aber ich glaube ihr nicht wirklich das sie für diesen Verein arbeitet, denn sie spricht kaum deutsch.
Da steht sie nun tag ein tagaus und wenn man den Laden betreten möchte kommt man nicht drumherum ihr sehr nah zu kommen und sie damit wahr zu nehmen.
Sie wirkt eigentlich sympathisch, ich mag ihr Gesicht, aber ich möchte sie da nicht sehen.
Ich fühle mich durch ihre Anwesenheit belästigt, obwohl ich kein Recht darauf habe, sie kann doch stehen wo sie will. Aber ich werde jeden Tag angebettelt, überall sieht man sie die Bettler, die Zeitungsverkäufer und Musiker und ich kann ihnen nichts geben.
Ich bin selber arm.
Iggy - 5. Jun, 16:53

deutschland ist irgendwie

kein land zum betteln. die selber armen können nichts geben, die reicheren wollen nichts geben, weil ihre herzen verhärtet sind ob der hohen steuern und abgaben, und alle denken wohl: hier kann doch niemand verhungern...

NBerlin - 5. Jun, 18:10

Man kann hier eigentlich auch nicht verhungern, es sei denn man hat Stolz, dann ist alles möglich....;-(
Iggy - 5. Jun, 18:21

das ist schon eine sch....

ich hoffe aber, du hast keinen stolz, zumindest nicht in dieser beziehung.
NBerlin - 5. Jun, 18:24

Und wie ich Stolz habe! Sehr hinderlich, deswegen verstehe ich auch manche Penner die lieber erfrieren als sich bei der Heilsarmee Vorschriften machen zu lassen....
creature - 5. Jun, 18:27

dasselbe auch in wien, hier steht eine alte frau täglich beim lidl und hält die hand auf.
ich kauf dort selten ein weil ich den lidl nicht mag aber wenn, gib ich ihr das wagerl und sie stellt ihn zurück und kassiert den euro.

NBerlin - 5. Jun, 18:56

Tja noch nicht mal das geht bei mir nutze Einkaufswagenchips.
Bei Lidl habe ich auch schon welche stehen sehen, komisch das die gerade bei den billigsten Discountern stehen, man könnte doch denken das bei einem premium Markt mehr zu holen ist...
wvs - 6. Jun, 01:47

Sie hofft wohl ....

auf mehr Toleranz bei den Vorübergehenden, die ihr von der sozialen Stellung her näher erscheinen - außerdem trifft es sicher zu, daß die, die eine Erfahrung mit "Wenig" haben eher geneigt sind wenn sie etwas haben davon auch abzugeben ....
NBerlin - 6. Jun, 11:18

Ja stimmt, das aber auch immer die Armen den Armen helfen, obwohl ja bei Zigeuner nie klar ist ob sie wirklich "arm" sind.....naja ich finde man sollte reiche Leute alle paar Jahre 4Wochen Armut zumuten, nur damit sie nicht vergessen und Verständnis haben....
Sari (Gast) - 5. Jun, 19:40

Also ich würd sagen, dass das Unwohlsein daher kommt, weil deine private Zone unterbrochen wird. So sagt man doch, der Mensch brauch einen Abstand zu allem, um sie wohl fühlen zu können. Bei jedem liegt die Grenze ein bisschen anders....meine ist meist einen Meter Durchmesser, sonst tick ich aus....
Aber ich denke schon, dass sie sich aufdrängt, wenn sie quasi direkt in der Tür steht. Verwunderlich, dass Aldi da noch nichts gesagt hat....

Aber in der Bahn geht es mir ähnlich, wobei ich meist überlege, wer von denen hat es wirklich nötig und wer nicht.
Oft treffe ich zwischen Rudow und Spandau, Line U7 auf einen Mann, der immer Gedichte aufsagt, er tut mir leid, er gibt sich Mühe, versucht sich von den anderen zu unterscheiden und wird doch meistens nur von den gestressten und ungeduldigen Mitfahrern beschimpft. Früher hat er die Gedichte immer für seinen Hund Nico aufgesagt, doch neuerdings sieht man ihn immer ohne Hund...
Schade...

NBerlin - 5. Jun, 20:16

Bei mir ist es auch ungefair ein Meter, manchmal sogar mehr, je nach Laune. Das könnte es sein ich muss ihr bis auf 30cm Nahe kommen wenn ich den Laden betreten möchte, dabei ist mir unwohl, besonders wenn sie mich dann auch noch anlächelt....Aldi hatte vorhin die Polizei geholt, nur klar das sie dann kurz im Laden selber oder sonstwo verschwindet, weiß nicht ob es da Gesetze gibt....

Das denke ich dazu auch noch abundzu. Ob in der Bahn, an der Einkaufsstraße oder sonstwo, oft sehen die Bettler selbst nichts von ihrem erbettelten Geld, sondern die Mafia dahinter und ich kenne auch genug die so die Stunde locker 20-50 EUR machen, warum sollte ich HartzIV Empfängerin ihnen etwas unbekannterweise was zustecken?

Oh den kenne ich auch, den fand ich toll! Mal was anderes...schade mit dem Hund, aber im Tierheim findet er nen neuen Gefährten?
wvs - 6. Jun, 01:55

Der Fachbegriff ....

dazu lautet "Individualdistanz" - das ist der Bereich, dessen (unerlaubtes, ungebetenes, unerwünschtes) Betreten zu Aggression führt .... tatsächlich sind es ca. 50 cm (Radius) - was ja dem genannten "Meter" entspricht.
Es gibt nur wenige Personen, denen - stillschweigend - ein Eindringen erlaubt ist: Kinder, Partner, Eltern - in dieser Reihenfolge (bei Erwachsenen) .... wir sind eben von der Neandertaler-Stufe doch nicht so weit entfernt wie wir uns einbilden das vorstellen .... Evolution braucht Jahrtausende ....
NBerlin - 6. Jun, 11:15

Ja Jahrtausende, es ist ja auch nur so ein Gefühl der Ablehnung, das ich nicht erklären kann, zumindestens logisch, denn ich habe ja keinen Schaden wenn sie mir zu nah kommt.
creature - 6. Jun, 11:23

nicht so einfach mit der Individualdistanz, in öffentlichen verkehrsmittel pickt man zusammen, im kinosessel, an der supermarktkasse, im lift, im pissoir.
unvermeidlich im stadtleben!
NBerlin - 6. Jun, 11:29

Es sei denn frau fährt Fahrrad, läuft Treppen, geht niemals zum Kinotag ins Kino und einkaufen wenn andere schlafen....das mit dem Pissoir ergibt sich ja zum Glück als Frau nicht. ;-)
Side Affects - 5. Jun, 19:49

das gefühl.

belästigt zu werden. nähe zu spüren wo man keine will und schuldgefühle kriegen,weil da ein hungernder steht, das kenne ich auch.
jeden tag könnte ich an die armen heulenden patienten mein geld verschenken.
meistens haben sie es faustdick hinter den ohren, eine ellenlange lebensgeschichte, wo sie selber vielen menschen weh getan haben. meine erfahrung ist, dass an jedem unglück auch ein wenig eigenanteil ist.
am meisten kotzen mich diese erdbebenopfersendungen an und die weihnachtssendungen für den guten zweck.
da beruhigen wir dann unser schlechtes gewissen MIT GELD????
nein,ich finde, man kann auch gutes tun ohne gleich nen lappen zu zücken.
da es im leben nur ums geld geht, kriegt von mir keiner eins. mich nervt das total ab. man wird geliebt wegen kohle, kriegt zuwendung mit kohle usw. einfach ätzend.

NBerlin - 5. Jun, 20:29

Stimmt ich denke auch das Vieles selbstgemacht ist, bei den Zigeuner gehört es ja auch zum Lebensstil, deswegen auch meine Verwunderung über den Straßenfeger.
Bin da auch schon mit auf die Schnauze gefallen als ich einen Tierschutzverein unterstützen wollte, der dann eine Sekte war....ich helfe lieber Freunden oder Bekannten, da hat es dann auch Sinn...
Ja Geld ist alles, Geld ist Glück, Geld ist Unglück, Geld ist Zuneigung, Geld ist Abneigung, Geld ist Anerkennung, traurig Roboter mit ihrer Währung....
Lo - 5. Jun, 20:58

Unser Umzug vor wenigen Wochen aus der City an den Stadtrand hat mit Menschen, die man Roma, Sinti oder auch Zigeuner nennt, zu tun.
Unser (gepflegtes, 3-Familien-) Nachbarhaus wurde verkauft an jemanden, dem es egal ist, wer in dem Haus wohnt. Für ihn, der weit weg wohnt, zählt nur die Rendite.
Vor anderthalb Jahren zog eine Roma-Familie ein. Zunächst mit vier Personen, deren Anzahl sich sehr schnell auf 12 und mehr vergrößerte. Tag und Nacht stehen die Fenster sperrangelweit offen, Musik, Gebrüll, Geschrei, Streit: an allem kann die Nachbarschaft nun ungefragt teilhaben. Müll stapelt sich vor dem Haus, Klingeln sind zerstört, bei offener Haustüre ohnehin nicht mehr wichtig. Briefkästen verbogen. Nachts ist an schlafen nicht mehr zu denken gewesen.
Ich bin ein etwas harmonie-geneigter Mensch.
Ich habe öfter versucht, mit dem Familienchef zu reden. Freundlich. Nachbarschaftlich. Und sogar angeboten, mal bei einem Kaffee mit ihm und seiner Familie darüber zu sprechen, was die Nachbarn hier empfinden. Es blieb immer wieder bei hochheiligen, freundlichen Versprechungen, künftig Rücksicht zu nehmen, die Nachtruhe einzuhalten.... Vergeblich.
Die angestammte Mieterschaft wurde vergrault; wer es sich leisten kann, zieht weg und macht Platz.Mittlerweile bewohnt nun die dritte Roma-Familie dieses Haus.
Eine der dort wohnenden Roma-Frauen sitzt in der City vor der C.......bank, den Pullover hochgeschoben und stundenlang ein Kleinkind an der Brust, die Hand zum Betteln aufhaltend. Eine andere belästigt in penetranter Weise die Kunden eines Frischemarktes, indem sie die Leute anspricht, sie festhält und sich aufdrängt, ihnen aus der Hand lesen zu wollen.
Die Geschäftsleitungen (ALDI und EDEKA) sind machtlos, das Ordnungsamt ist hilflos, weil Betteln nicht verboten ist.
Und auch nicht notwendig.
Der "Chef" der Familie fährt einen PKW der ganz dicken Klasse, parkt permanent dort, wo es nicht erlaubt ist, Geld scheint keine Rolle zu spielen, Strafmandate schrecken ihn nicht. Sein Verhalten und das seiner Großfamilie wirkt provozierend.
Der Vermieter erklärte mir vor wenigen Tagen, dass diese Familie einen Flüchtlingsstatus besässe und auch Geld vom Amt bekäme.

Uns blieb nur noch: schnell weg von hier. Nach 26 Jahren verliessen wir die Straße, die bisher eine gewachsene Nachbarschaft besass, in der unsere Kinder großgeworden sind.
Nichts ist dort mehr, wie es einmal war.

Integration? Ja. Die findet statt.
Nämlich die Integration in unsere Sozialsysteme.
Leider nicht in unsere Gesellschaft.
Schade.

heinz conrads - 12. Jun, 16:57

Und? Schon als Nazi beschimpft worden?

Von unverbesserlichen Gutmenschen, die die Wahrheit nicht erkennen wollen? Denn genau so ist es. Überall in Deutschland.
NBerlin - 12. Jun, 17:01

Das könnte passiert sein, der Beitrag dazu ist verschwunden. Schwierig in D irgendwas gegen fremdstämmige Mitmenschen zu sagen ohne dabei gleich als Nazi zu gelten. Ich sehe es so, es sind Menschen, Menschen nerven von Zeit zu Zeit und das unabhängig davon wer sie sind, wo sie herkommen oder was sie ausmacht.....
Sari (Gast) - 5. Jun, 21:33

Der Hund ist in ein Tierheim gekommen, oh wie schade...
Hmm...na ichglaube, du kannst wegen Rumlungerns Ärger bekommen, aber gut, wenn Aldi sich da nicht selbst ausreichend drum kümmert, dann sind sie auch selber Schuld und sie scheint ja auch nichts Schlimmes zu machen, oder?
Es ist halt wirklich blöd, wenn man dieses unangenehme Gefühl hat....
Manch einer vergisst es aber auch ganz schnell wieder, manchmal allerdings die Frage: Zu schnell??

NBerlin - 6. Jun, 11:10

Wo der Hund ist weiß ich nicht, aber ich weiß das es genug "andere" im Tierheim gibt.
Ne sie macht nix Schlimmes, außer jeden zu Nah zu kommen. Welche Frage? Die nach Kleingeld? Sie fragt nicht.....

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