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Sterbehilfe

Wenn Menschen krank und/oder alt sind bin ich dafür ihnen den Wunsch nach Sterbehilfe zu erfüllen, besonders wenn Maschinen benötigt werden um den Menschen am Leben zu erhalten. Aber wie sieht es bei Tieren aus? Bei Tieren gibt es die ganze Diskussion um die Sterbehilfe gar nicht, die werden einfach eingeschläfert wenn sie nicht mehr funktionieren.
Die alte Hündin auf die ich gerade aufpasse ist so ein Fall, ich wusste das sie alt ist, ich wusste das sie Tabletten wegen Inkontinenz braucht, sie Probleme mit den Beinen hat und auch das Auge auf der einen Seite kaum mehr funktioniert.
Sie ist so lieb, aber es fällt schwer sie lieb zu haben, wenn sie jedesmal wenn wir zusammen rausgehen, vor lauter Aufregung das es los geht, in den Hausflur pisst. Wenn ich Pech habe nicht nur auf meiner Etage sondern den ganzen Flur lang. Jeden Tag mehrmals den Flur zu wischen ist echt mühsam, peinlich und eklig.
Was tun? Wischen klar, aber ich verstehe wenn Nachbarn aus dem selben Haus rufen : Einschläfern! Der Hund selber kann ja nicht sagen was er will, also wer soll das entscheiden? Was ist egoistischer, den Hund einschläfern lassen oder es nicht tun?
Ich kann die Frage nicht beantworten, kenne ich diesen Hund doch schon solange, verstehe warum das Rudel mittlerweile 200 EUR und mehr im Monat ausgibt, damit sie Dank Arztbesuchen und Tabletten weiterleben kann, aber auf Dauer könnte ich das nicht ertragen, es ist einfach eine Zumutung mit der Pisse für mich und auch Andere....
Frau Schaaf - 6. Feb, 18:10

"damit sie Dank Arztbesuchen und Tabletten weiterleben kann"

Unter solchen Umständen finde ich es äußerst egoistisch, das Tier weiter leben zu lassen, bloß, weil der Mensch sich nicht davon trennen kann.

NBerlin - 6. Feb, 18:25

Es ist ja nicht mein Hund, aber ich weiß das meine Meinung bei der Entscheidung großes Gewicht tragen könnte, naja es ist ja nicht so das sie leidend aussieht, wenn sie in der Wohnung rumliegt, gekrault wird oder es etwas leckeres zu Essen gibt ist sie ziemlich munter und erfreut.....das sie rumpisst ist eher ein soziales Problem mit den Mitmenschen, andere Hunde stört das sicher nicht...
Frau Schaaf - 6. Feb, 19:50

Ahso, für mich las es sich so, als ob der Hund leiden würde und nur durch die Tierarztbesuche und Medis noch am Leben erhalten wird. Wenn es ihm sonst gut geht, soll er natürlich nicht eingeschläfert werden.
NBerlin - 7. Feb, 11:43

Naja irgendwie schon, denn ohne Tabletten würde sie ständig alles vollpissen, so kann sie sich einigermassen beherrschen, ich weiß nicht wie viel man als Besitzer ertragen/wischen kann. Naja nächste Woche geht es mal wieder zum Arzt. ;-)
andiberlin - 6. Feb, 19:26

Zur Sterbehilfe:
Ich finde es beschämend, das Sterbehilfe heute noch als "böse" angesehen und sogar verboten ist. Wenn man es der Wunsch des Sterbenden ist, und dieser sogar leidet, warum soll man den Wunsch nicht erfüllen?
Bei Tieren sind wir da humaner, die töten wir ohne große Fragen zu stellen wenn sie leiden und nennen es dann beschönigend "einschläfern". Aber bei unseresgleichen wird das Leiden nur verlängert.

In Deinem Fall mit dem Hund würde ich persönlich sagen, das hier ein einschläfern nicht von nöten ist. Denn leidet der Hund, oder hat er Schmerzen die ihm unerträglich sind? Ok, das in den Flur strullern ist nicht schön, aber das ist kein Grund für mich ein Tier einschläfern zu lassen. Nun ja, es lässt sich leicht darüber reden, wenn man nicht direkt betroffen ist. Wer weiß wie ich darüber denken würde, wenn ich davon betroffen wäre.

DonParrot - 6. Feb, 19:41

Was den Hund betrifft, würde ich mich Deiner Meinung anschließen. Wenn er sein leben noch genießt. Ist halt blöd in einem mehrstöckigen Haus, aber ich vermute, ansonsten hat er's nicht soweit nach draußen. Und nur wegen 'ner Inkontinenz einschläfern?

Baggs kriegt schon ihr ganzes Leben - also seit sie bei uns ist jedenfalls - Tropfen wegen ihrer schwachen Blase und trotzdem schmeißt sie mich jede zweite Nacht einmal aus dem bett, weil sie nicht bis morgens durchhält. Na und!

Was die Menschen betrifft, ist die Sache wesentlich diffiziler. Klar sollte man Menschen, die wirklich gehen wollen, helfen, ihren letzten Wunsch in die Tat umzusetzen.

Aber so wie wir Menschen nun mal sind, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der eine oder Andere seinen Altvorderen etwas einflößt, dass in ihnen den Todeswunsch weckt, um eher an sein Erbe zu kommen. Deshalb muss da jeder Einzelfall sorgfältigst überprüft werden.
NBerlin - 7. Feb, 11:52

Ne wo er sonst zu Hause ist, gibt es noch mehr Treppen und Menschen die sich darüber aufregen, von da kamen auch die Einschläferrufe. Früher hat sie mit Bellen und Stubsen auch gewarnt wenn es nicht mehr ging, aber mittlerweile nicht mehr, da tritt man dann einfach in ne Fütze wenn man Pech hat. Für den Flur muss ne Lösung gefunden werden, obwohl der Geruch nicht so schlimm ist wie ein Katzenklo...
Sorgfältige Prüfung sicher, es darf auf keinen Fall wie bei Tieren werden, das eine kostspielige Operation/Pflege dazu führen kann das die Person "eingeschläfert" wird, aber ich bin auch dagegen Menschen nur durch künstliche Mittel am Leben zu erhalten, besonders wenn sie nicht mehr wollen und/oder ihr Leben nicht mehr allein leben können...
NBerlin - 7. Feb, 12:37

@Andi: So sehe ich es auch, warum gibt es zweierlei Regeln für Tiere und Menschen?
Tiere werden schon eingeschläfert, wenn die Operation zu teuer wird im Verhältnis zum Neukauf, aber Menschen? Brauchen wir einen Neukaufspreis für Menschen?
Rein theoretisch sehe ich das genauso, wenn man allerdings dreimal am Tag auf den Knien durch den Hausflur robbt und dabei den Nachbarn begegnet, würde ich gern im Erdbboden versinken, ich versuch es mal mit den Windeln, nur für den Hausflur, dann brauch es den Hund auch nicht peinlich sein...
pollon - 6. Feb, 19:46

Die Inkontinenz wäre für mich auch niemals ein Grund, damit nuss man sich abfinden, dass man hinterherwischen muss. Aber die Probleme mit den Beinen? Wenn sich dass zu einer HD (Hüftgelenksdysplasie)oder ähnliches entwickelt, sollte man sich schon Gedanken darüber machen. Die Hunde quälen sich damit extrem, nicht nur weil sie nicht mehr richtig laufen und gehen können, sondern weil es extrem schmerzhaft ist.

NBerlin - 7. Feb, 12:08

Ich wisch ja schon, ich glaube meine Etage war noch nie so gut geputzt, das Tuch war ganz schwarz und sicher nicht von der Hundepisse...
Sie schafft es nur noch in Zeitlupe die Sitz-oder Liegestellung zu ereichen, aber sie schafft es, auch die Treppen stellen noch kein Problem da...wir werden sehen...
Legatus - 6. Feb, 23:04

Wer gehen will soll gehen können, sei es mit oder ohne Hilfe.

Solange die alte Hundedame noch fröhlich ist sobald es Fressen und Streicheleinheiten gibt sollte man sie fröhlich sein lassen. Sobald man jedoch merkt das das ganze Hundeleben nur noch Qual ist sollte man sie gehen lassen. Für das Problem mit der Inkontinenz gibt es auch schon Lösungen.

Ed (Gast) - 7. Feb, 09:20

Seh ich auch so...

Auch wenn unser Oskar noch jung ist, hab ich darüber auch schon nachdenken müssen, wie es ist, wenn er alt ist und nicht mehr kann. Gestern waren wir mit ihm in der Tierklinik, da er sich ständig am Ohr gekratzt hat. Wie befürchtet hat er Ohrmilben, außerdem hat die Tierärztin noch vereiterte Analdrüsen diagnostiziert, und die Behandlung am Hintern hat ihm überhaupt nicht gefallen. Er hat gejault und wollte nur vom Behandlungstisch herunter, was er fast geschafft hat, obwohl drei Leute versuchten, ihm festzuhalten. Ich konnte kaum hinsehen, weil er mir so Leid tat.
Wenn er sich nur noch jeden Tag quält, Schmerzen hat und nicht mehr kann, sollte man den Hund davon erlösen.
Sterbehilfe beim Menschen zu legalisieren halte ich für problematisch. Wenn jemand alt ist und pflegebedürftig, könnte er sich nur noch für eine Belastung seiner Mitmenschen sehen und allein aus diesem Grunde in den Tod gehen wollen, wenn es ihm quasi freigestellt ist, weiterzuleben oder abzutreten.
NBerlin - 7. Feb, 12:05

@legatus: Naja ein fitter Hund ist was anderes, lange Strecken mag sie auch nicht mehr, soeben sind Hundewindeln eingetroffen, mal sehen ob das klappt...
Danke für den Link!;-)
NBerlin - 7. Feb, 12:32

Kein Hund mag es wenn man an seinen Hintern will, ausser dem Sonderfall läufige Hündin.
Werde es heute mal mit der Windel versuchen, mal sehen wie sie reagiert. Ja sein Tier gequält zu sehen ist hart, die Hündin hatte auch schon Operationen, allerdings gab es da Schnallgurte am Tisch, das hat die Sache vereinfacht. Ja aber wann kann man mit Sicherheit sagen das der Hund es nicht mehr ertragen kann? Er spricht ja nicht..
Bei Tieren wird es doch auch so gehalten! Und wenn ich an meine Uroma denke, die wollte sterben, weil sie eine Last war, aber auch weil sie eine sehr stolze und unabhängige Frau war. Sie fand es erniedrigend gepflegt zu werden und nichts mehr machen zu dürfen, es war eine Qual für sie, sie wurde am leben gehalten, auch dann noch als nicht mehr laufen und reden konnte, erst die dritte Magensonde brachte ihr die Erlösung...
Mirtana - 7. Feb, 12:46

Der Tod gehört einfach zum Leben. Macht man sich für gewöhnlich keine Gedanken drüber. Aus genau diesem Grund habe ich seit zwei Jahren eine Patientenverfügung, die genau regelt, wann ich am Leben erhalten werden darf und wann nicht - man weiß nie, was einem passiert und ich persönlich möchte nach einem Unfall nicht von einer Maschine am Leben erhalten werden und würdelos dahinvegetieren.

NBerlin - 7. Feb, 12:53

Ja es ist wie das große Schwarze Loch das man lange ignoriert, dabei wissen alle Bescheid das es irgendwann auf sie zu kommt.
Woher hast du die Patientenverfügung? Gibt es da Standardformulare in Krankenhäusern?
Ja so sehe ich es auch, was soll das mit den Maschinen, nur für den Fall das es in drei Jahren vielleicht ein Mittel gibt, das einen heilen kann?
Mirtana - 7. Feb, 13:03

Ich hab es von meiner Krankenkasse. Man kann sich das Formular auch im Internet runterladen. Oder sich hier schlaumachen: http://www.patientenverfuegung.de/
NBerlin - 7. Feb, 13:08

Danke für den Tipp, ich rechne ja nicht damit, aber wenn meine Mutter entscheiden dürfte, die sich auch sonst von nix trennen kann, Au weia.....
Mirtana - 7. Feb, 13:43

Da meine Eltern beide ebenfalls eine Patientenverfügung hinterlegt haben, dürfte es kein Problem werden, sie im Falle des Falles entscheiden zu lassen - sie wissen, was ich darüber denke und auch, daß ich Organspenderin bin. Es ist mein Wille, meine Entscheidung und ich denke, vor allem mein Vater wird das respektieren.
NBerlin - 7. Feb, 13:49

Bei uns wurde noch nicht darüber gesprochen, deswegen sollte ich wohl lieber vorsorgen. An Organspende dachte ich auch mal, aber bisher habe ich es nicht übers Herz gebracht das zu unterschreiben, obwohl ich es für sinnvoll halte. Habe da halt nur den Verdacht, das wenn es brenzlig wird, vielleicht wegen der Organe nicht alles getan wird. Obwohl das auch Schwachsinn ist, ich weiß nicht was mich davon abhält...ich denke immer später dann...

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