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Beklaut und Völkerkrieg

Heute morgen war ich zu spät als raste ich um Zeit zu sparen mit dem Fahrrad los, ich wusste schon irgendwie das es wahrscheinlich keine gute Idee ist mein Rad am S-Bhf. Köllnische Heide abzustellen. Aber ich hatte keine Zeit und dachte mir dass das wahrscheinlich auch nur ein Vorurteil ist, ähnlich wie Bronx oder Slum Neukölln.
Das stimmt nämlich gar nicht, zumindestens nicht für meine Gegend, aber Köllnische Heide stehen nunmal ein Dutzend extrem hässliche Plattenbauten, vis a vis zum Arbeitsamt, die die letzten Jahre sozial ziemlich abgestürzt sind. Aber ich hatte ja nicht wirklich die Wahl.
Uni war anstrengend, habe es heute endlich bei ÖffnungsZeiten zum Prüfungsamt geschafft wo mir dann mitgeteilt wurde das ich zum Prüfungsausschuss muss, der dann geschlossen hatte als ich da ankam.
Das ist/war doppelt ärgerlich, denn solange ich nicht weiß ob ich manche Kurse anerkannt bekomme muss ich im Zweifelsfall erstmal hingehen. Zeitverschwendung deluxe also. Irgendwie kam mir der Tag heute ellenlang vor, auf dem Rückweg mit der SBahn dann ein Gespräch mit einer Russin gehabt, die mir erklärte warum sie mit mir studiert und warum sie keine Deutsche sein möchte. Erstens weil sie kein Visum beantragen möchte, wenn sie die Familie besuchen möchte (kann ich gut verstehen) und zweitens und das fand ich mal ausgefallen, weil sie den Krieg der Kulturen in Deutschland/Europa befürchtet. Stichwort Christen und Muslime. Fand ich erst unwahrscheinlich, aber genauer drüber nachgedacht hat sie Recht, denn wenn sowas passiert ist Europa prädestiniert dafür. Köllnische Heide angekommen, mein Fahrrad war noch da, welche Freude, da ich aber rauchen wollte schob ich es erstmal vor mir her. Kurz darauf der erste Zwischenstopp, der Sattel sah komisch aus, er wackelte, da hatte mir Jemand meinen Schnellspanner für den Sattel geklaut und noch näher betrachtet hatte sich Jemand am Hinterrad vergangen. Die Kette hing rum und ich durfte erstmal meine Hände in Öl tauchen. Doch kein Vorurteil, ist halt ne Assi Gegend, das mit dem Sattel ist nicht so schlimm weil ich noch einen auf Vorrat habe, aber trotzdem ärgerlich. Vorurteile sind halt manchmal doch wahr, ob es nun um diebische Gegenden oder Kriegs gefährdete Gebiete geht.....
Legatus - 20. Sep, 08:02

Wir haben den Krieg der Kulturen schon lange...nur das er bisher nur still und leise vor sich hinköchelt...

NBerlin - 20. Sep, 18:38

Denke ich auch das es allerdings auch hier hangreiflich werden könnte war mir bisher nicht so im Kopf...
Nashaupt (Gast) - 30. Sep, 12:27

Enttäuschung über die Kulturen, Religionen, Zivilisationen

Man hat sich von der Globalisierung die Öffnung von Grenzen, die Erweiterung von Horizonten, die Harmonisierung von Unterschieden ersehnt. Weil diese aber vorallem auf Steigerung technischer und administrativer Effizienz und Beschleunigung von Routinen ausgerichtet ist, hat sie letztlich engere Verhältnisse geschaffen, statt für die Entfaltungen, derer sie eigentlich bedürfte, Raum zu schaffen. Diese so entstandene neue Enge wird von denen, die die Globalisierung für ihre Erfindung halten und sie für sich allein pachten möchten durch Rücksichtslosigkeiten jeder Art und Heftigkeit kompensiert und sie verschwenden massenhaft Ressourcen, um mit Zwängen zu erreichen was sie zu entfalten und gedeihen zu lassen unfähig sind.
Das ist letztlich kein Krieg zwischen unterschiedlichen Kulturen, sondern ein globaler Krieg der selbsternannten Exclusivlizenz- und -konzessionsinhaber von AAA's Gnaden gegen alle Kultur überhaupt. Ihr Ziel ist eine ausschliesslich nach ihren Effizienzvorstellungen globale Zivilisation mit dem Zweck, alles Verfügbare unter lückenloser Kontrolle zu halten und alles noch nicht Verfügbare verfügbar zu machen.
Dem stehen, wohl in verschiedenen Kulturen wurzelnde aber nicht auschliesslich von diesen für sich beanspruchte Lebensentwürfe entgegen, die auf Lebendigkeit, Wahrhaftigkeit, Wandelbarkeit, Entfaltbarkeit und Öfnung der emotionalen, intellektuellen und mentalen Fähigkeiten lebendiger Wesen ausgerichtet sind. Sie entziehen sich der technokratisch-administrativen Verfüg- und Gefügigmachung und stellen so die Erwartung, es könne eines Tages alles gegenwärtig noch nicht Verfügbare verfügbar und gefügig gemacht werden, bereits in deren Ansätzen in Frage.
Was aus biedermeierlich naiv gutbürgerlicher Rentnermentalität als 'Krieg' gefürchtet ist, ist eine Gesamtheit von Reaktionen, die optisch, akustisch und auch dynamisch physikalisch-chemischen Reaktionen zwischen ungelenk vermengten Substanzen vergleichbar ist. Die Ordnungsvorstellungen der technologisch aufgerüsteten Biedermeier sind zu mickerig, um den Kräften des Chaos, das eine viel umfassendere Ordnung darstellt, die einfach unser engstirniges Effizienz- und Kontrolldenken schonungslos überfordert, gewachsen zu sein. Kulturen bewegen sich in diesem Chaos wie Schiffe auf dem Meer - und gehen zuweilen auch unter - aber sie führen keine Kriege, sie öffnen sich für einander, Liebenden vergleichbar. Es gibt keinen Krieg der Kulturen. Es gibt nur Kriege der Zivilisationen, die sich als Administro- und Technokratieen profilieren und daraus Vormachtansprüche ableiten.

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legatus.twoday.net - 29. Sep, 08:06

Krieg der Religionen

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