120 Tage von Sodom oder im Orginal: Salo von Pasolini

Gesehen: 120 Tage Sodom

ich bin ja abgehärtet, sehe viele Filme und auch durch das Internet sind mir viele Perversionen bekannt, also schwer mich zu schockieren!
Obwohl ich schon vermutet, dass der Film nicht gerade leichte Kost ist, habe ich ihn mir angesehen. WÜRG! Also er beginnt noch recht harmlos, aber spätestens beim Festmahl mit Scheiße (Exkremente sagt wohl die feine Frau) wurde mir etwas übel. Überhaupt die Gewalt, die Perversion- huuuhh- kann ich da nicht nur sagen.
Ich dachte also, als ich das Festmahl überlebt hatte, ich wäre mit dem Gröbsten durch.
Naiv wie ich bin machte ich mir einen Teller Nudeln warm und pflanzte mich wieder vor den TV, aber dann kam das Finale. Menschen werden misshandelt, verbrannt, vergewaltigt, bei lebendigem Leib die Zunge abgeschnitten, die Augen ausgestochen, der Kopf skalpiert.
Mir wurde schlecht, meine Nudeln brachte ich schnell weg, ich lag da und hielt mir wie ein kleines Mädchen die Augen zu, mein Puls raste, ich musste fast heulen, fühlte Beklemmung und hielt doch bis zum Ende durch. Dann war Stille.
Etwas verstört starrte ich meine Raufasertapete an und hatte Schwierigkeiten mich zu beruhigen. Mein Puls raste und ich konnte schlecht atmen- 20 min! Heftig!

Nicht Angucken!
asleif - 11. Feb, 16:12

kein einfacher film, in der tat.

im übrigen ist deine reaktion sehr gesund und ich hielte es für bedenklich, wenn man sich diesen film anschauen könnte ohne eine körperliche abwehrreaktion...

der sinn dieses films ist, die grausamkeit des menschen schonungslos zu zeigen, darauf aufmerksam zu machen, damit konfrontieren. den diese grausamkeiten gibt es und die meisten menschen schauen weg...

NBerlin - 11. Feb, 17:17

Ja, die Grausamkeit die Anspielung auf das dritte Reich, den Fachismus, und natürlich das dieser Film verboten werden sollte, waren Anlass für mich diesen Film zu gucken. Aber es war zuviel, auch wenn ich selten weg gucke, bei diesem Film wollte ich es/musste ich es zum Schluss. :-(
Deef - 13. Feb, 13:17

Meiner Ansicht nach vermittelt der Film die Gefühle, die jeder Mensch beim Gedanken an F*schismus und staatlichen Terror haben sollte: Ekel, Abscheu, Zorn. Man hat uns (zurecht) beigebracht, kritisch gegenüber allem zu sein, was nach N*tionals*zialismus, Machtmissbrauch und staatlicher Willkür riecht. Das bekommt man leicht in den Kopf. Aber fühlen wir diese Abneigung auch so intensiv mit Bauch und Herz? Ich fühle sie sehr extrem, seit ich die 120 Tage von Sodom gesehen habe. Genau dafür ist der Film gut. Ein schockierender, brechreizerregender Lehrfilm.
Ich möchte den Film aber kein zweites Mal sehen, denn ich saß würgend und mit einem Taschentuch vorm Mund im Kinosessel und musste mich zwingen, die Augen auf der Leinwand zu halten.

NBerlin - 13. Feb, 17:21

Stimme dir völlig zu! Ich möchte den Film auch kein zweites Mal sehen, die Bilder sind immer noch in meinem Kopf! Aber eins hat es gebracht, das Gefühl zu verstehen, nach zu empfinden, die Abscheu zu verfestigen und sich klar darüber zu sein, das wenn sowas jemals wieder passieren sollte ich einschreite, egal welche Belange mich davon abhalten könnten....
Tilman (anonym) - 20. Sep, 21:53

Bullshit

Unglaublich. Ich bin nach etwa 20min aus dem ganz gut gefüllten Hochschulkino-Audimax geflüchtet, als diese Scheisse hier lief und abzusehen war, dass dieses abartige filmische Machwerk keine Tabus kennt. Als erster...wie man mir später berichtet hat, hat sich der Saal nach und nach immer mehr geleert. Ich hab das schon in den ersten paar Minuten geahnt, dass dieser Film brutal wrden würde...aber wie man und besonders frau sich das bis (fast) zum Ende angucken kann, wo es ja offensictlich noch 1000 mal schlimmer wurde als am Anfang ist mir echt schleierhaft. Was waren das für Leute, die diesen Streifen fabriziert haben ?
Mir ist damals schon aufgefallen, dass mein Kumpel, der mich in diesen Film mitgeschleift hatte, im Vorhinein schon Rechtfertigungen gesucht hat, a la "Die Welt ist aber so" oder "warum sollte man die Augen zumachen vor der Realität". Und jetzt höre, bzw. lese ich Ähnliches hier. Sehr auffällig. Ich sage: Warum sollte ich mir solche Perversionen antun, so schlecht ist die Welt auf keinen Fall, jedenfalls nicht meine. Und indem ich mir diesen Film angucke mache ich die Welt mit Sicherheit kein bisschen besser. Und härter oder realistischer gegenüber der bösen bösen Welt werde ich dadurch auch nicht.
Das wars soweit von mir dazu. Danke für die Aufmerksamkeit.

NBerlin - 20. Sep, 22:09

jeder Mensch brauch sein eigenes Maß an Leugnung der Realität um seine Welt für gut und erträglich zu halten...es ist deine Welt und du kannst sie sehen wie du möchtest und wie du es brauchst..ich weiß das es so eine Welt gibt auch wenn es sicher gesünder ist sich mit sowas nicht zu befassen, es verfolgt einen....

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