Melancholiker Definitionen

S. Freud beschreibt den Melancholiker als Menschen mit außerordentlicher
Herabsetzung seines Ichgefühls und der daraus resultierender extremen Ich-Verarmung.
Des weiterem ist seine größte Angst, die soziale Ausgrenzung und er verrennt sich zu schnell in Kleinigkeiten. (Detailverliebtheit)

Schrieb mir eine Freundin, die in Freuds Werken schmökert und uns wieder erkannt hat.
Das hat mich neugierig gemacht, hier die gesammelten Definitionen anderer Verlage:

Melancholie:

1) Meyers Handlexikon (1920):

Melancholie: (grch., Schwermut), meist heilb. Geisteskrankheit mit vorherrsch. gedrückter Gemütsstimmung, Willen-, mitunter Ruhelosigkeit, Sinnestäusch., Wahn-

Melancholiker, s. Temperament.

Temperament: (lt.), „Mischung“ der Körpersäfte; (dad. bedingte) körperl. u. geist. Eigenart.
Sanguiniker leicht beweglich, Phlegmatiker schwerfällig, Choleriker leidenschaftlich, Melancholiker grüblerisch.


2) Bertelsmann: Grosses Universallexikon für die Familie (1982):


Melancholie: (von griech. Melas= schwarz, und chole= Galle), schwermütige,
meist von selbst abklingende Verstimmung, z.B. beim  manisch-depressiven Irresein (depressive Phase); mit Hemmungen u. Verlangsamung des Gedankenganges u. aller psych. u. motor. Funktionen (Entschlussunfähigkeit), Versündungs-, Verarmungs- und Nichtigkeitsideen (oft wahnartig) u. häufig auch Angst (Selbstmordgefahr).

Melancholiker: (griech.), schwermütiger, zur Traurigkeit und Pessimismus neigender Mensch.

3) Duden: Das Fremdwörterbuch (1999):

Melancholie (gr.-lat.) von großer Niedergeschlagenheit, Traurigkeit od. Depressivität gekennzeichneter Gemütszustand.

Melancholiker:. (nach Hippokrates aufgestellte Temperamentstyp) jmd., der zu Depressivität u. Schwermütigkeit neigt.

Melancholisch: schwermütig, niedergedrückt, trübsinnig; vgl. cholerisch, phlegmatisch, sanguinisch.





4.) Brockhaus (2000):

Melancholie:
1) eines der vier Temperamente. –
2) Schwermut, Entschlussunfähigkeit, bes. bei man.- depressiver Krankheit, auch in trauriger Erlebnisse, einer körperl. Krankheit oder höheren Alters.



5.) Universal Lexikon 2004, empfohlen von wissen.de:

Melancholiker: ein Charaktertyp, bei dem die Melancholie als Temperament vorherrscht.
Melancholie: allg. Schwermut, Trübsinn; in der Medizin --> Depression.


6) www.wikipedia.de





Bin ich nun geisteskrank? Oder doch nur eines der Temperamente das zum grübeln neigt?
Ist es nicht so, dass in unserer heutigen Gesellschaft Fröhlichkeit Pflicht ist? Kein Platz für verschiedene Temperamente? Kenne keinen Menschen der immer fröhlich ist, aber viele die es zu sein scheinen. Danke an die Stimmungsaufhellerindustrie?!
Und was ist jetzt eigentlich mit den ganzen Menschen, die jetzt zur Weihnachtszeit melancholisch werden? Weihnachten- Zeit der kollektiven, vorübergehenden Geistesgestörtheit?
(Ihm Ohr: John Coltrane, Miles Davis)

Nadine in Berlin

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