Farbenrätsel, Fliege, Risotto, Zahnarzt, Parallelwelt und Diskriminierung

Einigermaßen ausgeschlafen, um 8:30 von einem Paketboten geweckt worden, aber danach gleich wieder hingelegt. Ich habe jetzt einen neuen Badvorleger, der aber eher apricot als orange ist. Immer dieses Farbenrätsel im Internet. Seit gestern nervt hier eine dicke Fliege, die erst stundenlang im Fernsehbild saß und jetzt übergegangen ist mich anders zu belästigen. Der Tag gestern war ruhig, ich war einkaufen und habe hier geputzt, aber meinen Kumpel habe ich abgesagt, keine Lust den Bezirk zu verlassen, auch nicht für Risotto. Heute zum Zahnarzt wegen meiner Beißschiene und danach arbeiten, ich werde es überleben. Das Wetter ist mir derzeit zu heiß, keine Ahnung was ich anziehen soll, zum Glück ist meine Wohnung immer ein paar Grad kühler. Ich denke viel über ihn und uns nach und habe Angst dass sich unsere ganze Zeit jetzt im Nachhinein in einen Haufen Scheiße verwandelt. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich ihn in August, wenn er wieder in Berlin ist, sehen werde. Vielleicht war es das, weil es ihm jetzt besser geht. Ist wahrscheinlich besser so, denn auf Fernbeziehungen stehe ich eh nicht. Ich erbaue mir gerade eine neue Welt, eine Welt im psychosozialen Sektor, es ist eine Parallelwelt der Betroffenen und Angehörigen von schweren Krankheiten. Diese Menschen heißen mich Willkommen, akzeptieren mich so wie ich bin, kein Versteckspiel mehr nötig. Das ist eine große Freiheit, aber gleichzeitig habe ich weiterhin Angst von anderen diskriminiert zu werden. Schauen wir mal was passiert, ich bin offener mit meiner Krankheit geworden, aber gleichzeitig auch vorsichtig.
rosenherz - 17. Jul, 15:09

Ähm, wie könnte sich das im nachhinein in einen Haufen Scheiße verwandeln? Durch eine andere Sichtweise von dir? Durch Schwierigkeiten mit den Behörden, mit dem Staat? Probleme in diese Richtung?
Du baust dir eine neue Welt auf im psychosozialen Sektor. Toi toi toi für deinen neuen Lebensweg, dein wachsendes Selbstwertgefühl, und deine zunehmende Selbstannahme.
Mich würde interessieren, wie weit das Thema "emotionaler Missbrauch" bei deinen Ausbildungen Thema war, wie weit ihr geschult worden seid, emotionalen Missbrauch und seine Folgen zu erkennen - und Anleitung bekommen habt, wie ihr damit umgehen sollt, wenn Klienten damit zu tun haben.

NBerlin - 17. Jul, 20:12

Ja durch meine Sichtweise und auch seiner Sichtweise jetzt im nachhinein. Die Schwierigkeit mit Behörden hatte er und habe ich aktuell, das hat sicher damals viel zerstört, trotzdem empfand ich nicht dass das Müll ist was wir hatten. Danke für deine Wünsche, du beschreibst es ganz gut, ich bin derzeit in Metamorphose, ich hoffe die Wandlung gelingt. Ich bin selber emotional missbraucht worden und auch viele aus meinen Kurs damals, geschult wurden wir nicht darin, aber ich denke die meisten haben auf Grund ihrer eigenen Erfahrung einen guten Riecher dafür.
rosenherz - 17. Jul, 23:21

Wo soll das hinführen, wenn du es im Nachhinein "schlechter" bewertest? Was willst du damit erreichen? Auch du darfst deine Vergangenheit in Frieden ziehen lassen. - Es war wie es war. Da gabs Schönes (wenn das Herz voll Liebe überfließt) und Schmerzliches. Das Schöne ist unzerstörbar, das andere darf sowie gehen bzw. sich verwandeln in deinem Leben. Metamorphose klingt wundervoll, finde ich. Die erstarrte Puppe löst sich auf und daraus kommt ein wunderschöner Schmetterling hervor. Fließen lassen, was kommen will. Mit freudigen Gefühlen empfangen im Herzen.
Jeder Mensch der das Muster von "Opfer" und "Täter" emotionalen Missbrauch erkennt, benennt und in sich heilt, ist ein weiterer Mensch voller Liebe und Lebensfreude im Herzen auf diesem Planeten.
NBerlin - 18. Jul, 09:15

Ich hoffe ich kann es so halten wie du vorgeschlagen hast, es einfach ruhen lassen und hoffentlich nur das schlechte vergessen. Mal sehen ob ich ein Schmetterling werde oder doch eine dicke Raupe bleibe. Und wie heilt man das?
rosenherz - 18. Jul, 10:36

Hast du schon mal beobachtet, dass eine Raupe Raupe geblieben ist? Alle schlüpfen. Manche werden gefressen, aber da stellt sich die Frage dann ohnehin nicht mehr, ob daraus ein Schmetterling wird oder eine dicke Raupe bleibt.

Heilen? Ich sehe, es gibt unendliche viele Möglichkeiten, wieder heil zu sein. Ich sehe, es geht immer um dich selbst. Um die Beziehung zu dir Selbst. Erlaube dir, bei dir zu sein. Beobachte deine Gedanken, sind sie destruktiv oder sind sie konstruktiv? Lass es bleiben, destruktive Gedanken zu nähren. Verändere die innere, destruktive Haltung, mit der du auf dich, auch andere, auf die Welt und ihre Erscheinungen blickst. Tue, was dir gut tut. Tue das, wo du Liebe und Freude findest in deinem Herzen. Such dir Menschen, die dir gut tun. - Alles Liebe!
NBerlin - 18. Jul, 18:46

Ja wenn sie vorher gestorben ist. Alternativ käme sie noch als Vogelfutter in Frage. Es ist also unklar, ob das mit de Schmetterling klappt. Meistens sind meine Gedanken konstruktiv, aber es kann auch schon mal destruktiv aus mir herausbrechen, meist sind das dann aber Anfälle die schnell vergehen. Ich suche ja schon, aber das ist nicht so einfach mit den Menschen.
C. Araxe - 18. Jul, 23:20

@Frau Rosenherz
„Jeder Mensch der das Muster von "Opfer" und "Täter" emotionalen Missbrauch erkennt, benennt und in sich heilt, ist ein weiterer Mensch voller Liebe und Lebensfreude im Herzen auf diesem Planeten.” Hm, das hört sich aus meiner Sicht zu „einfach” an. Also nicht, dass dies kein Weg wäre, in dessen Richtung man gehen könnte oder dass man sich auch in diese Richtung bewegen sollte. Aber der Sprung zwischen dem Erkennen und Benennen (gleichfalls beides mehr als wichtig und notwendig) und dem, was daraufhin in Ihrem Kommentar folgt ist dann doch sehr groß. Mal davon abgesehen, dass ich glaube, dass es keinen Menschen gibt, der voller Liebe und Lebensfreude in seinem Herzen ist, soweit es sich um eine permanente Einstellung oder Sichtweise handelt. Und zum Leben gehört meines Erachtens die ganze Bandbreite dazu – eben sich gleichfalls mit dem Gegenteil zu beschäftigen und gegebenenfalls auch intensiver, wenn das Bedürfnis/die Notwendigkeit dazu da ist. Damit meine ich allerdings nicht, dass man dadurch im Destruktiven steckenbleibt, sondern sich eben auch ganz bewusst (rational als auch emotional) mit seinen dunklen Seiten auseinandersetzt. Was ebenso die Vergangenheit betrifft, jedoch nicht ein ständiges Zurückblicken bedeutet. Ohne seine Vergangenheit zu verstehen – und das geht oft erst mit etwas Abstand –, kann man gewiss keine „Heilung” erzielen. Das sich Beschäftigen und nicht Ausblenden mit diesen dunklen Seiten ermöglicht erst das, was einen zu sich selbst finden lässt. Nichtsdestotrotz ist es ebenso wichtig, zu erkennen und zu leben, was einem (oder vielfach jedem) gut tut. Im Kleinen, im Alltäglichen die Momente der Freude zu erkennen und auch zu suchen. Im Großen und Ganzen sollte man sich jedoch auch immer die Frage stellen, was man sich im Innersten wünscht und somit wirklich will. Und ich meine, dass allein die Beschäftigung mit dieser Frage schon sehr wichtig ist, ohne dass man hierzu für sich selbst feststehende Antworten findet.
rosenherz - 19. Jul, 12:06

@ Frau Araxe
Ich sehe da keinen Widerspruch zu meiner Kurzfassung von "erkennen-benennen-heilen". Wie und in welcher Form eine Person das für sich macht, bleibt ihr überlassen. Heilen kann nur immer der Mensch sich selbst. Nie kann ein anderer ihn heilen, im besten Fall begleiten oder Mittel/Methoden zur Verfügung stellen oder therapeutisch zur Seite stehen oder freundschaftlich.

Ja, sich mit der Vergangenheit auseinandner zu setzen, ist Teil dieses Prozesses. Dabei unterscheide ich klar zwischen dem Reflektieren von dem was war (wie ich gedacht habe, was ich gefühlt habe, wie ich mich verhalten habe und wie es auf mich und andere wirkte) und dem Bewerten dessen. Da sind zwei Paar Schuhe. Die (Selbst)Reflexion halte ich für eine hervorragende Möglichkeit, (Selbst)Erkenntnis zu gewinnen. Das Bewerten ("ich habe Scheiß gemacht, ich war eine naive Tussi, ich bin arschlochmäßig unterwegs gewesen, ich habs verbockt, ich habs nicht auf die Reihe bekommen, ... was weiß der Himmel alles) produziert Müll. Seelenmüll. - Vergangenheit bedeutet: Es war, wie es war. Es geht ums Erkennen. Sich selbst erkennen. Die dunklen Seiten sehen, die hellen Seiten sehen. Wie Sie sagen, alles gehört zu unserem Leben, was uns untergekommen ist. Bewerten stellt eine Form des "emotionalen Missbrauchs" dar, den wir an uns selbst begehen. Und kreiert damit in den Beziehungen zu anderen Menschen wiederum Formen von emotionalen Missbrauch, die uns von außen als Spiegel begegnen. Oder wie Bonanza Margot das nennt: "Arschlochverhalten". Anmerkung: Klar kann jeder nach Lust und Laune bewerten, wie es ihm Spass macht. Alles gehört zum Leben und will gefühlt sein. "Jedem das Seine" wie der bekannte Spruch so schön ausdrückt.

Da mögen die Ansichten auseinander gehen, ob z.B. Schattenarbeit als eigenständiger Prozess vor dem Heilen kommt, oder ob das bereits im Heilungsprozess verläuft. Ich verstehe unter "heilen" etwas, das ich als "wieder mit sich selbst in Beziehung gehen" umschreiben könnte.(Manche nennen es "Ganzwerdung" oder "Bei sich sein" oder "wahres Ich" oder was weiß der Himmel. Es gibt viele Begriffe dafür.) Ich würde sagen, das geschieht durch die Schattenarbeit. Andere sehen das möglicherweise anders. Manche sagen, es gibt gar keinen Schatten und damit auch keine Schattenarbeit oder so etwas, was wir als Spiegelung im anderen erkennen können.
bonanzaMARGOT - 18. Jul, 05:22

vorurteile und diskriminierung gegenüber psychisch kranken wird es wohl immer in einem gewissen maße geben. ich finde den weg, den du gehst, okay. ein beruf, mit dem man sich halbwegs identifizieren kann und der spaß macht, ist sehr viel wert.

NBerlin - 18. Jul, 09:12

Ja ich mag nicht unter Generalverdacht gestellt werden, nur weil ich vor 5 Jahren mal schwer krank war. Ich identifiziere mich sehr mit dem Job und es macht Spaß, aber ich kann leider nicht davon leben.

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