Demo, Englisch, Markthalle 9 und Gentrifizierung

Fast geschafft, der letzte volle Tag Vertretung. Selten so gelangweilt, obwohl gestern gab es eine Demo vor dem Laden, eine Demo zum Frauentag. Wer hätte gedacht, dass es so viele laute und wütende Frauen gibt. Was ich jedoch etwas befremdlich fand, ist das einige Ansagen in Englisch waren. Wird in Kreuzberg jetzt nur noch in Englisch demonstriert? Nach knapp einer Stunde war alles vorbei und ich war nach Feierabend so dumm noch zu Aldi zu wollen. Keine gute Idee am Donnerstag die Markthalle 9 zu betreten, denn dort ist Streetfood-Market. Ganz viele Hipster die leckeres aber total überteuertes Essen kaufen und die ganze Halle verstopfen. Ein Horror dort zur Aldi zu wollen. Wie ich gestern gelesen habe schließt jetzt auch das alte Restaurant in der Markthalle, das Streetfood hat gesiegt und wenn ich mir gestern die Maße dort anschaue, bin ich wohl die Einzige die dieses alte Berliner Restaurant vermissen wird. Es ist schade, wie sehr gentrifiziert Kreuzberg mittlerweile ist, einen echten Kreuzberger finden wird mittlerweile zum Suchspiel. Ich kenne noch ein paar echte Kreuzberger, aber die sitzen in ihren Wohnungen mit alten Mietvertrag und hoffen, dass ihre Vermieter nicht auf dumme Ideen kommen. Vielleicht ganz gut dass ich nicht mehr da lebe, ich bin nich hip genug für Kreuzberg, ich bin zu arm für Kreuzberg und ja es nervt mich wenn überall englisch sprechende Hipster herumrennen und die Stadt derart verändern.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 07:56

kann ich verstehen. ich mag diese hipster-kultur auch nicht. furchtbar dieses elitäre wichtiggetue. die reine pest.

NBerlin - 10. Mrz, 09:28

Das merken die nur leider nicht, die denken die sind echte Kreuzberger, dabei sind sie meilenweit davon entfernt.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 09:32

die gibt`s überall... die benutzen nur das etikett kreuzberg, um für sich noch "hipster" zu sein. "wo wohnst du?" "in kreuzberg." "ey, geil!"
NBerlin - 10. Mrz, 09:49

Ja die denken dann sie hätten mit dem revolutionären und alternativen Leben zu tun, das früher mal in Kreuzberg herrschte, aber damit haben sie gar nichts zu tun.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 10:12

so ist es. alles unechte mache. öko-spießer und kapitalisten, die auf alternativ machen... kotz!
NBerlin - 10. Mrz, 10:20

Ich denke vielen ist gar nicht bewusst, dass sie die Kapitalisten sind die alles verändern. Aber gut können sie ja auch nicht wissen, wenn sie neu sind in der Stadt.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 10:24

na ja, nicht jeder, der in berlin neu ist, ist ein kapitalist. ich doch auch nicht...
ich verändere nichts, sondern will hier nur halbwegs problemlos leben.
NBerlin - 10. Mrz, 11:23

Das sei dir auch gegönnt, dich meinte ich auch nicht. Aber Leute die neu hier sind und 600 Euro oder mehr für eine Einzimmerwohnung zahlen treiben nun mal die Mieten hoch. Die Berliner würden das niemals zahlen, aber die neuen halt schon, weil es im Vergleich zu anderen Städten noch günstig ist.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 11:40

aber das war doch schon immer so. man kann doch eine stadt nicht nach außen hin abschotten - und schon gar nicht berlin. berlin lebt von den einflüssen und den menschen, die von außen nach berlin kommen. dass dabei auch reiche stinker sind, die hier auf kosten anderer asche machen wollen, ist leider so. da kann nur die politik gegensteuern, und im falle von verbrechersyndikaten die polizei.
NBerlin - 10. Mrz, 12:06

Es ist wohl auch Nostalgie die da aus mir spricht, ich habe Berlin als abgeschottete Stadt kennengelernt und als die Mauer aufging habe ich mich auch erst sehr gefreut. Auch die Veränderungen nach der Wende fand ich gut, aber mittlerweile ist Berlin halt ein kapitalistisches Pflaster geworden und verliert immer mehr von seinem einstigen Charm. Darüber bin ich traurig und ja ich mag die Leute nicht die die Entwicklung voran treiben, dass Berlin bald genauso ist wie jede andere europäische Stadt. Denke auch die immensen Mieten kommen eher von den ganzen Immobilienaufkäufern in Berlin, das blöde ist nur dass sie damit durchkommen, weil es immer neue gibt die ihre Preise zahlen.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 12:14

klar. so läuft der hase mehr oder weniger in jeder großstadt. berlin befand sich damals in einer sonderposition. das ist vorbei. und dem kann man natürlich nachtrauern, wenn man die stadt aus zeiten vor der wende kennt, oder in der zeit kurz danach.
trotzdem halte ich berlin nach wie vor für eine besondere stadt in europa, sogar weltweit.
es ist eine sache der politik, die entwicklung der stadt so zu steuern, dass der einmalige charakter berlins nicht verlorengeht oder verhunzt wird. die gefahr besteht leider. der kapitalismus regiert. und die politiker sind dabei oft erfüllungsgehilfen.
NBerlin - 10. Mrz, 12:58

Ach Berlin war damals so wundervoll, besonders in der Nachwendezeit herrschte überall ein wenig Anarchie und Wohnungen gab es reichlich zu Spottpreisen. Was macht Berlin denn aus deiner Sicht so besonders? Ich sehe immer weniger besonderes und bin mir nicht sicher wie lange es noch möglich sein wird hier kreativ und frei zu leben. Auf die Politik verlasse ich mich da nicht, die richtet sich doch nur nach dem Geld.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 13:41

War es aber nicht auch das Berlin, welches u.a. deine Krankheit auslöste?
NBerlin - 10. Mrz, 13:48

Nein, das denke ich nicht. Klar habe ich in Berlin einiges erlebt das mich vielleicht auch krank gemacht hat, aber das hätte ich auch woanders erleben können. Es kommen bei mir viele Auslöser in Frage, die Kindheit die nicht in Berlin statt fand, die Drogenexperimente als Teenie, die ich sicher auch woanders gestartet hätte und mein Job, der aber auch woanders hätte statt finden können. Ich gebe vielen die Schuld, aber nicht Berlin.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 14:11

Aber die damalige lockere Atmosphäre Berlins förderte es vielleicht...
NBerlin - 10. Mrz, 14:19

Naja was Drogen angeht schon, die Neunziger waren eine einzige Drogenzeit und man bekam sie überall. Aber da mein Onkel in NRW auch Drogen nahm, denke ich hätte ich das auch in NRW geschafft.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 14:32

Das ist beruhigend, wenn man solch einen Onkel hat.
NBerlin - 10. Mrz, 14:37

Ne eigentlich nicht, mein Onkel war ein schwerer Fall und mein andere Onkel war nicht viel besser, denke daher dass es irgendwo in den Genen liegt.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 15:46

das mit den genen kenne ich: meine uroma landete im irrenhaus, meine oma brachte sich um, meine mutter hatte eine endogene depression, und mein onkel ist schizophren (ich glaube, der lebt noch); na ja, und ich bin alkoholiker...
NBerlin - 10. Mrz, 16:48

Es ist nachgewiesen dass die Gene bei Sachen wie Drogensucht und psychischen Krankheiten sehr wohl mitspielen, deswegen bin ich mir auch so sicher dass ich auch ohne Berlin mit Drogen experimentiert hätte. Deine Familiengeschichte hört sich nicht gut an, mein Vater soll heroinabhänig gewesen sein, einer meiner Onkel auch, nur mit einer diagnostizierten psyschichen Krankheit scheine ich die erste zu sein. Ich bin mir aber sicher das meine Uroma, meine Oma und auch meine Mutter zeitweilig depressiv waren, nur halt ohne Diagnose durch einen Arzt.
bonanzaMARGOT - 10. Mrz, 17:13

Ja stimmt, ich schätze, das wird mit mir kein gutes Ende nehmen.
NBerlin - 10. Mrz, 19:04

Enden sind meistens nicht gut, außer in Hollywood. Aber bis dahin kannst du auf die Kacke hauen. ;-)

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