Wecker, Allein, Textilfärbung und langweilig

Ein Tag mit Wecker, ist wahrscheinlich besser so, denn jetzt eine Woche ohne Wecker sein wäre glaube ich nicht zuträglich. Es ist erstaunlich, aber ja derzeit bin ich lieber mit Arbeit, was soll ich auch machen pleite, alleine im Winter in der Stadt? Meine Freunde arbeiten und ohne Moss nichts los. Gestern bereits keine Lust mehr gehabt auf Freizeit, keine Lust auf das vorgekochte Essen und auch keine Lust auf sonst was. Die Textilfärbung ist in die Hose gegangen, denn so wie es scheint ist die Decke doch aus Polyester. Fast 12 Euro für Färbe verschwendet, die nicht haften wollte. Gut wer schlau ist, hätte vorher genau das Etikett gelesen, aber schlau war ich gestern wohl nicht. Seltsam so allein in der Stadt, aber auch das wird vorbeigehen. Heute kam wieder ein Job rein geflattert, aber nur für Männer, schade eigentlich das restliche Profil hätte gepasst. Die Aussichten sind grau, aber es ist wärmer geworden, immerhin Plus Grade, das macht Hoffnung. Auf in den Tag, ich hoffe es wird nicht langweilig.
rosenherz - 6. Mrz, 17:17

Alleine im Winter in der Stadt? Da sehe ich mir vieles. Kirchtürme und Dächer auf ihre Baukonstruktion hin erforschen, Formen und Muster von Brücken- und Straßengeländern studieren, Farbharmonien in Auslagenfenstern wahrnehmen auf ihre Wirkung beim Betrachten, einer obdachlosen Person einen Kaffee spendieren, einen bisher noch nie besuchten Stadtteil kennenlernen, nach architektonischer Schönheit suchen, die kahlen Baumsilhouetten studieren (und daheim zu zeichnen versuchen), nach Spuren berühmter Künstler forschen, jemand mit einer Münze oder einem winzigen Geschenk überraschen ...

NBerlin - 6. Mrz, 17:38

Danke für die Anregungen, aber für ausgiebige Spaziergänge ist es mir derzeit etwas zu kalt. Früher habe ich im Winter öfter Foto-Ausflüge gemacht, aber meist wollte dann der Akku meiner Kamera nach einer Weile nicht mehr. Ich habe ja zu tun, wenn auch weniger kreativ und lehrreich.
bonanzaMARGOT - 7. Mrz, 09:43

ja, wir menschen sind soziale lebewesen. der eine mehr, der andere weniger in dieser hinsicht bedürftig. aber die meisten schon. selbst ich brauche ab und zu eine paar menschen um mich herum und dazu die möglichkeit der kommunikation.
viele jahre meines lebens verbrachte ich sehr einsam..., das war nicht sehr schön.

NBerlin - 7. Mrz, 10:56

Ich denke wir sind alle bedürftig, denn der Mensch ist ein Gruppentier. Ach 2-3 Tage verbringe ich auch ohne Menschen, dann will ich aber auch wieder Kontakt, habe Angst sonst wunderlich zu werden. Bei mir war die Zeit der Einsamkeit die Kindheit und Jugend, das hat wohl sehr geprägt, ich mag Menschen, aber Riesenversammlungen müssen nicht sein.
widder49 - 7. Mrz, 11:01

Wenn man aber in sogenannten jungen Jahren die Einsamkeit bewusst wählt, darf man sich im Alter nicht beschweren, wenn niemand da ist.

Ich bin auch gern mal allein. Aber Einsamkeit stelle ich mir schrecklich vor.

Eine Bekannte, die ich alle paar Wochen mal besuche, weil sie vereinsamt, sagt jedes Mal, wenn ich komme: " Du bist die Erste, mit der ich nach langer Zeit rede. Ich habe Angst, die Sprache zu verlieren."
Sie lebt in der gleichen Stadt wie ich und könnte jederzeit das Haus verlassen. Aber sie sitzt lieber zu Hause und wartet, dass jemand zu ihr kommt.
Andere Bekannte haben die Besuche inzwischen komplett eingestellt. Sie haben keine Lust, sich das Gejammere über Einsamkeit anzuhören. Von einer verbitterten Frau, die diese Einsamkeit ja selbst wählt.
NBerlin - 7. Mrz, 11:30

Ich habe die Einsamkeit in der Kindheit/Jugend nicht selber gewählt, das passierte einfach als Tochter einer berufstätigen, alleinerziehenden Mutter, die ständig pleite war. Zu Hause war es oft einsam und draußen musste ich oft mit Diskrimierung leben, das hat mich geprägt. Heldenhaft dass du deine Bekannte noch besuchen gehst, ich hoffe ich ende nicht genauso.
bonanzaMARGOT - 7. Mrz, 11:37

Widder, ich weiß nicht, ob ich die Einsamkeit bewusst wählte. Es kam einfach so. Das Leben kam einfach so. Und ich reagierte, wie es mir mittels meines Verstands, Egos und meiner Gefühle möglich war. Ich plante dabei nie weit im Voraus.
Wieso sind manche Menschen verbittert? Sie kapitulieren vor diesen selbstgerechten, auf alles eine Antwort wissenden Mitmenschen.
Das Leben ist viel schwerer, als du es dir vorstellst. Mir stoßen deine Beiträge/Kommentare oft bitter auf, weil ich in ihnen den Geist unserer Gesellschaft bemerke, der mich schon immer am Meisten abschreckte. Entschuldige...
widder49 - 7. Mrz, 12:26

@bonanza
Vielleicht wurde mein Tun und Handeln von meinen Eltern bzw. Großeltern oder Urgroßeltern vorgelebt und weitergegeben? Und meine Kinder bekamen es von mir in die Wiege gelegt. Sie wiederum geben es an die Enkel weiter?
Wir hatten ( und haben) schon immer einen Familienverband, wo Jeder für Jeden da ist. Leben und leben lassen, ist die Devise. Aber sobald jemand Hilfe braucht, sind alle zur Stelle.

Wie wird man verbittert? Bei dieser Frau, die ich besuche, kann ich es nicht verstehen. Sie ist finanziell sehr gut versorgt, war mit einem sehr netten, liebevollen Mann verheiratet und hat eine Tochter. Sie hat keine nennenswerten gesundheitlichen Probleme.
Schon zu Zeiten, als der Mann noch lebte, wählte sie überwiegend das Alleinsein und blieb zu Hause, während er mit der Tochter zu Veranstaltungen ging. Als der Mann starb, zog die erwachsene Tochter in die Einliegerwohnung zur Mutter und versuchte, sie "unter Leute" zu kriegen. Selten klappte das. Aber wenn, war auffallend, wie humorvoll sie war. Und dass sie sich in Gesellschaft wohlfühlte.
Inzwischen lebt die Tochter in einer anderen Stadt. Sie bekam psychische Probleme, fühlte sich durch die Mutter angekettet und unfrei.

Wie gesagt: Andere Bekannte haben die Besuche bei ihr komplett eingestellt. Und ich gehe auch nicht unbedingt gern zu ihr. Ich mag nicht jedes Mal hören wie schlecht sie sich in der Einsamkeit fühlt. Die sie ja selber wählt.
Frühmorgens und spätabends geht sie, immer noch, täglich zum Grab ihres Mannes. Der ist seit etwa 15 Jahren tot. Auf dem Friedhof und auf dem Weg dahin oder zurück hätte sie die Möglichkeit, sich mit Leuten zu unterhalten.
Ich habe keine Ahnung, warum sie sich verschließt.
Mit gesenktem Kopf und bitterer Miene demonstriert sie: "Sprich mich nicht an."
bonanzaMARGOT - 7. Mrz, 17:12

sicher gibt es menschen, die irgendwann zumachen und zu schwierigen zeitgenossen werden. die gründe kann man als außenstehender nicht wissen. wir sehen nur die oberfläche. trotzdem würde ich nie sagen, dass diese menschen ihre situation selbst wählten oder verschulden. diese denkweise ist mir zu einfach und wird der menschlichen psyche nicht gerecht.
schön, wenn eine welt (wie offensichtlich deine) funktioniert mit heiler familie und tradition. ich bin gegenüber einer solch heilen welt immer skeptisch... wer weiß, was zum vorschein kommt, wenn man hinter die sonnigen, bürgerlichen fassaden schaut.
widder49 - 7. Mrz, 10:45

Zum Punkt "ohne Moos nix los" möchte ich dich auf diesen Laden aufmerksam machen.
https://sirplus.de/pages/sirplus-berlins-1-food-outlet-store
Die verkaufen unter anderem frisches Obst und Gemüse, welches im normalen Handel nicht verkauft werden kann, für sehr kleines Geld. Weil es nicht einer beknackten Norm entspricht. Zudem wird auf Kunststoffverpackungen verzichtet.

NBerlin - 7. Mrz, 10:59

Oh danke für den Link, ich wusste dass es solche Läden gibt, aber nicht wo. Allerdings weiß ich nicht ob ich zum Gemüse kaufen bis nach Wilmersdorf fahre, das ist fast eine Stunde Fahrtweg für einen Weg. Aber ich werde den Link behalten, weil ich die Idee so toll finde und gegen die Diskriminierung von Gemüse bin.
widder49 - 7. Mrz, 11:04

Die haben auch Grundnahrungsmittel und viele andere Dinge im Laden. Und sie versenden auch.
Schau Dir mal die Homepage etwas genauer an.
iGing - 7. Mrz, 11:14

Da möchte man ja fast in Berlin wohnen, wenn es da solche Läden gibt!
Hier macht sogar das Gemüse im Bauernladen einen normierten Eindruck,
was mich immer wieder ärgert. Sogar der Bioladen kann mich da nicht
zufriedenstellen. Und wirklich schmecken tut es nur selten, hier wie da.
Auf dem Wochenmarkt habe ich schon vor Jahren beobachtet, dass nicht
der Norm entsprechendes Obst nur unter dem Tisch verkauft wurde.
"Diskriminierung von Gemüse" - prima ausgedrückt!
widder49 - 7. Mrz, 11:23

Hier bei uns hat der REWE letztes Jahr mal einen Versuch gestartet und Obst und Gemüse (zu kleine Äpfel aus der Region, krumme Gurken, deformierte Möhren) günstig zu verkaufen. Leider wurde nur kistenweise verkauft. Schade. Sonst hätte ich sehr, sehr gern was mitgenommen.
NBerlin - 7. Mrz, 11:36

Schaue es mir nochmal an, aber vom Versenden von frischen Lebensmitteln halte ich nichts. Es gibt in Berlin auch Märkte die sowas verkaufen, habe mal in einen Restaurant gearbeitet und da brachte der Koch irgendwann total schiefe Gurken mit und machte daraus eine Attraktion für die Kunden. Kistenweise brauche ich auch kein Gemüse und wenn würde ich wohl eher zum nahegelegenen Türkenmarkt fahren, dort kriegt man Gemüse, Obst und anderes für die Hälfte.
http://www.tuerkenmarkt.de/
steppenhund - 7. Mrz, 17:49

Interessanter Eintrag mit noch interessanteren Kommentaren

Punkt 1) Einsamkeit
Im Familienverband kann man durchaus Abhilfen schaffen. Meine Großmutter mütterlicherseits war durch Kochen so in die Familie eingebunden, dass sie sich nicht unbedingt einsam fühlen musste. Aber sie hätte es ohne Familienleben sein können. Sie war nämlich auch dauernd am Jammern.
Ich besuchte sie manchmal in der Woche, als ich ungefähr acht Jahre alt war. Einerseits schaute ich ihr manchmal beim Kochen zu, was noch heute (positive) Niederschläge bei mir findet. Andererseits hörte ich ihr geduldig eine bis eineinhalb Stunden zu, wenn sie sich über die Nachbarn ausließ. Die Raschek und die Scheel! Was die alles anstellten. Der Sohn vonder Raschek wurde übrigens Priester. Das weiß ich noch heute.
Ich hörte mir das alles geduldig an, denn am Ende gab es eine 100g-Tafel Milkaschokolade. Ich fand das ein gutes Geschäft.
Punkt 2) Futter
Da wir hauptsächlich beim Bioladen einkaufen, wird das Gemüse auch nicht speziell plastifiziert. Mittlerweile gibt es auch bei uns bereits die Belieferung mit einem Karton Biogemüse aus dem Marchfeld. Mit dem kämen wir durchaus zwei Wochen aus. Aber dann denke ich an den Bioladen und den möchte ich auch nicht sterben lassen. Außerdem gibt es dort immer wieder Abwechslung und gute Spezialitäten.
Ich weiß aber nicht, ob ich mir so einen Karton antun könnte, wenn ich allein lebte. Die Hälfte würde verderben.

NBerlin - 7. Mrz, 18:39

Bei meiner Uroma gab es auch immer Schokolade für einen Besuch und die erzählte auch viel. In der Tat eine Kiste Gemüse wäre Zuviel für mich, auch wenn ich viel mit Gemüse koche, die Hälfte würde schlecht werden.

Nadine in Berlin

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