Kinderfüße, Wordpress und Stille

Guten Morgen! Wenn die Kinderfüße im Hausflur Krach machen, um zum Nachbarn zu kommen, dann ist wohl Sonntag. Gestern noch ein bisschen geputzt, irgendwie überall Spinnweben und Staub hier, keine Ahnung warum ich das vorher nie gesehen habe. Mir war wohl noch nie langweilig genug, um an die Decke zu starren. Halsschmerzen sind weg, aber die Nase spinnt weiter, toll ist auch schmecken zu können.

Ich trauere um Twoday, irgendwie fühle ich mich leicht verloren so mit Todesdatum. Klar sind die Hype-Zeiten vorbei, ich habe hier schon lange keine 5-6 Tausend Besucher mehr im Monat und Google spricht ja auch nicht mehr mit Bloggern von Twoday. Aber ich hänge trotzdem an meinem alten Boot, auch wenn es jetzt nur noch langsam durch seichte Gewässer tuckert. Wordpress kenne ich zwar als Schreiberin ziemlich gut, aber die ganze Adminseite ist mir völlig unbekannt. Ich muss also viel lernen und alle meine alten Beiträge durch gehen, um die ganzen Twoday-Links zu ersetzen. Aber aufhören ist keine Option, ich hätte gern einen Blog der mich in die Rente begleitet.

Ansonsten Stille hier, zu viel Stille, sogar die Vögel schweigen. Grau grüßt der Tag und es ist immer noch kalt. Gut wer ständig zu Hause ist, der hat nicht nur ein sauberes Heim, sondern gibt auch kein Geld aus, für meine Lage derzeit vielleicht nicht das Schlechteste. Wünsche allen da draußen einen schönen Sonntag!
bonanzaMARGOT - 11. Feb, 15:30

ist das nicht grausam, wenn man in der todeszelle sitzt, und tag für tag rückt das datum näher?

NBerlin - 11. Feb, 16:51

Ja ist es, aber hier wird gelebt, bis zum Schluss.
bonanzaMARGOT - 11. Feb, 17:06

Worauf du Gift nehmen kannst.
NBerlin - 11. Feb, 18:23

Erst am 31.5.18.
steppenhund - 11. Feb, 20:05

Gift zu nehmen, ist nicht fair, wenn man in der Todeszelle sitzt. Dann schlägt man ja der höheren Gewalt ein Schnippchen! :)

NBerlin - 11. Feb, 21:44

Das machen wir doch gerne. :-) Habe was gegen höhere Gewalt.
rosenherz - 11. Feb, 20:07

Bis zum 31. Mai ist noch Zeit ..., gut drei Monate. Zeit, die reicht, um sich eine neue Heimat zu suchen, die für uns als Bloggende leichter zu finden sein wird, als für Menschen, die aus Syrien oder anderen katastrophalen Orten flüchten mussten. Sie suchen auch eine neues Zuhause, doch keiner will Asylsuchende aufnehmen. Nirgends sind sie willkommen, weder in Europa, noch sonstwo. - DAS finde ich bitter. Aber nicht, wenn ich drei Monate Zeit veranschlagt bekomme, mir eine neue Bloghütte aufzubauen in der virtuellen Welt. Auch wenn das Arbeit bedeutet.

NBerlin - 11. Feb, 21:48

Ich weiß Luxusprobleme mit denen wir uns hier herumschlagen. Gut das du daran erinnerst dass es deutlich schlimmeres gibt. Ja es wird Arbeit aber ich werde sie tun und ich hoffe du auch.
bonanzaMARGOT - 12. Feb, 06:12

vielleicht sollten wir nach syrien auswandern, damit wir uns mit unseren luxusproblemen besser fühlen. in syrien muss bestimmt eine menge aufgebaut werden - darin haben wir deutschen doch erfahrung.
rosenherz - 12. Feb, 10:21

@ BoMa
Soweit mir bekannt ist, ist (als Beispiel genannt) das österreichische Rote Kreuz in Syrien vor Ort, um beim Wiederaufbau zu helfen. Zum Beispiel mit Nähwerkstätten. Oder mit Wasseraufbereitung und Wasserversorgung. In den am meisten zerstörten Orten mangelt es an allem. - Sorry, deine Worte wirken zynisch, lieber BoMa.
@ Nadine
Mir ist klar, der Blogtod wirkt belastend, der Umzug verspricht Arbeit und ist mit Mühe und Lernen verbunden. Doch wir werden weder verhungern, noch werden wir sterben in den Fluten. Das Leben geht weiter, der Blogumzug markiert einen Krisenpunkt, den wir bewältigen können, ohne unserer realen Existenz beraubt zu werden. Die virtuelle Existenz können wir wieder wo beheimaten.
NBerlin - 12. Feb, 12:21

Es ist schon ein virtueller Tod und wenn über ein Jahrzehnt Arbeit den Bach runtergeht ist das auch tragisch. Auch wenn es seltsam ist, ich liebe meinen Blog und trauere um ihn wie um einen Menschen. Klar das ist alles nur virtuell, ich lebe auch weiter ohne Blog, aber ich lebe auch weiter ohne die ganzen Freunde und Menschen die ich bereits verloren habe.
steppenhund - 12. Feb, 12:46

Wahrscheinlich wird man auf mich ganz böse sein, wenn ich folgendes schreibe: ich empfinde ein bisschen Schadenfreude, wenn ich mitbekomme, dass Blogger über den Arbeitsaufwand beim Umzug klagen.
Twoday-Blogger haben jahrelang ein Service in Anspruch genommen, welches kostenlos war. Manchmal gab es Ausfälle, die waren aber nach den Wochenenden immer wieder behoben. Natürlich war es bitter, wenn sich Trolle und Werbeaktionen unter die Blogeinträge mischten. (Man könnte das als digitalen Vandalismus bezeichnen.)
Aber im Allgemeinen funktionierte die Plattform doch recht gut.
Dann gab es begeisterte Blogger, welche anderen halfen und sogar entsprechende Exportmechanismen programmierten. Kostenlos.
Jetzt wird etwas beendet, auf das nie ein Recht bestand. Traurig. Wie war das mit dem Film "Good Bye, Lenin"? Auf einmal gab es keine Spreegurken mehr! Regime war vergessen, Beeinträchtigungen waren gar nicht so schlimm, jeder hatte einen Job. Doch jetzt gibt es keine Spreegurken mehr.(Vielleicht gibt es wieder welche, ich weiß es nicht.)
Was die Twoday-Blogger jetzt erleben, war mein tägliches Brot in der Arbeit. Neue Perogramme, neue Fehlerquellen, doch alles musste NEU sein, denn das ist das Motto unserer heutigen Zeit. Weiß noch jemand, wie er Blogeinträge vor 15 Jahren gemacht hat?
Ich kannte noch Blogs aus der Zeit von compuserve. Da gab es eine Bloggerin, die als Werkzeuge zum Bloggen nur Notepad und Paint verwendet hat. Bilder, wie sie heute hineingestellt werden, wären viel zu speicherintensiv gewesen.

Und jetzt regt man sich auf, weil eine Plattform geschlossen wird? Die eigenen Beiträge hätte man durchaus auch auf dem eigenen Rechner speichern können. In den letzten Jahren bekam man ein Terabyte für 50 Euro.

Nein Freunde, der Abschied von Twoday ist ein ganz normaler Tod. Wer von euch Haustiere hat oder gehabt hat, weiß, wie schmerzlich der Abschied ist. Womit hadern denn die?
Alle Programme, die ihr auf euren Computern verwendet, sind Nachfahren (neue Versionen) von Urgroßelternprogrammen. Eure Versicherungspolizzen und Bankkonten werden mit Programmen verwaltet, die in der Regel nicht mehr die gleichen sind, unter denen die Konten angelegt wurden.

Ich verstehe eine gewisse Trauer. Aber die muss schon in Relation zu den echt traurigen Dingen stehen. Nein, die Welt geht nicht unter, wenn twoday stirbt. Aber vielleicht wegen anderer Gründe?

NBerlin - 12. Feb, 13:13

Ja wir lebten hier alle jahrelang in einen kostenlosen und sehr sozialen Paradies. Für mich hatte die Twoday Gemeinde immer was von Hippy-Kommune. Klar besteht bei Niemanden der Anspruch es sich weiter in seiner virtuellen Gemeinde sauwohl zu fühlen. Klar war absehbar dass das nicht ewig geht, aber die Hoffnung war da. Wie sehr einen ein Tod mitnimmt oder nicht ist denke ich sehr persönlich, du scheinst es nicht so schwer zu nehmen wie andere. Aber ich denke jeder hat sein Anrecht zu trauern, auch wenn der Tod normal ist. Klar werde ich weiterleben und weiter bloggen, aber ich werde etwas vermissen und das ist mein gutes Recht, auch wenn es altmodisch ist.
NeonWilderness - 12. Feb, 13:25

Um Deine traurige Grundstimmung etwas zu heben, darf ich noch mal an diesen Thread erinnern: nachdem ich die Arbeiten zur Optimierung des Exportscripts abgeschlossen habe, geht es an die Realisierung einer neuen Blogroll ala Twoday, denn im Grunde ist die Community, von der du immer sprichst, nichts weiter als diese zentrale, chronologische Übersichtsfunktion. Auf dieser neuen Webseite wird man sich mit seinem Blog, wo immer der auch physisch ist, registrieren und in die neue Blogroll einhängen können. Damit können sich alte Twoday-Bekannte wiederfinden, aber auch neue Blogger von anderen Plattformen dazukommen.

Oder anders gesagt: Zurückschauen ist langweilig, nach vorne freuen ist besser. Alles wird gut, Nadine!
NBerlin - 12. Feb, 13:50

Das hatte ich noch gar nicht gelesen, also alle Kommentare unter dem Beitrag. Das wäre phantastisch, ich dachte ich müsste selber auf allen Seiten suchen um mir selber einen aktuellen Blogroll zu basteln. Sie sind der Beste! Der Retter von Twoday bis zum Letzten! Ich hoffe die 3 Monate werden ausreichen um das fertig zu stellen. Schauen wir mal mit dem gut, was mich sehr freut ist dass jetzt auch auf Wordpress kommentiert wird, das macht Hoffnung nicht alle hier zu verlieren und in Zukunft allein zu bloggen.

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