Der pessimistische persönliche Trainer

Der pessimistische persönliche Trainer ist vielen vielleicht auch bekannt als negative Stimme im Kopf. Egal was man macht, die Stimme sagt: "Du kannst das nicht!". Diese Stimme macht einen alles madig, du bist hässlich, du bist dumm, du bist es nicht wert, du hast es nicht verdient. Klein macht einen diese Stimme und sie schürt Selbsthass. Ich kenne viele die so einen Trainer haben, der ihnen immer wieder ihr Glück zerstört. Auch ich habe so ein Arschloch an meiner Seite. Alles was ich mache ist nicht gut genug, alles was ich bin ist Müll. Dieser Trainer ist zerstörerisch und nimmt einen alles. Das Ergebnis sind unglückliche, unselbstbewusste Menschen die schnell mal in Neid verfallen. Das Leben der anderen sieht soviel glücklicher und perfekter aus, was aber oft nicht der Fall ist. Ich möchte dazu die Ärzte zitieren: "Du denkst die anderen wären glücklich nur, weil du sie nie weinen siehst." Ich denke die anderen haben auch so einen verfickten Trainer, nur vielleicht haben sie ihn besser im Griff. Es gilt diesen Trainer/dieser Stimme das Maul zu stopfen, ihn/sie nicht regieren zu lassen und so oft es geht zu widersprechen. Ich weiß nicht, ob ich ihn jemals loswerde diesen Trainer, aber ich wehre mich so oft es geht, denn ich brauche ihn nicht, warum sollte ich ihm also gefallen wollen?

bonanzaMARGOT - 30. Sep, 08:41

... den kampf gegen den inneren schweinehund kennt jeder.
ich mag menschen von der zurückhaltenden sorte trotzdem lieber als maulhelden, die von sich glauben, sie seien die größten.

NBerlin - 30. Sep, 10:44

Der innere Schweinehund ist für mich etwas anderes, der innere Schweinehund fördert für mich nur die Faulheit ist aber ansonsten harmlos und zerstört nicht das Ego. Maulhelden mag ich auch nicht, aber an sich glauben heißt ja nicht gleich ein Maulheld sein.
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 10:54

von einem überzogenen ego halte ich nichts. trump ist zur zeit eines der besten negativen beispiele dafür.
am besten ist man einfach so, wie man ist. mit den von der erziehung antrainierten vorurteilen und werten muss man sich freilich kritisch auseinandersetzen..., seinen eigenen weg finden. es läuft immer auf die frage hinaus: wer bin ich - und was will ich?
das ist nicht immer einfach. ein von außen eingeimpftes selbstvertrauen halte ich nicht für gut. dann besser den zähen kampf mit sich selbst aufnehmen - denn diese stimmen, ob "schweinhund" oder "negativer trainer", kommen aus einem selbst - das ist man selbst!
ein bisschen selbstliebe ist dafür freilich voraussetzung.
NBerlin - 30. Sep, 12:00

Gut mit Trump hast du ein besonders negatives Beispiel von einen Egomanen genannt. Die Frage nach dem wer bin ich und was will ich ist aber immer sehr davon beeinflusst was man selbst über sich denkt. Denkt man negativ traut man sich wahrscheinlich gar nicht auszusprechen was man wirklich will, weil man es sich selbst nicht zutraut. Doch woher bekommt man Selbstliebe?
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 12:08

kannst du ausdrücken, was du willst?
natürlich kann es sich auch im laufe eines lebens ändern, was man will - es muss sich sogar ändern, weil wir nicht dieselben bleiben, die wir mal waren.
also was willst du jetzt in deiner aktuellen lebenssituation, und was wagst du nicht auszusprechen aufgrund eines mangelnden selbstvertrauens?
wenn ich auf deinem blog lese, wagst du doch ziemlich viel auszusprechen, was viele wahrscheinlich nie täten.

selbstliebe heißt nicht, dass man alles an sich mag. es geht um die erfahrung, als wer oder was man sich im kern empfindet. äußerlichkeiten sind da zweitrangig - die nerven lediglich im oberflächlichen alltag.
NBerlin - 30. Sep, 12:16

Ja das kann ich, aber ich bin Realistin, das wird nichts. Ach aussprechen ist nicht daran glauben, ich kann vieles aussprechen, aber trotzdem nicht daran glauben es zu bekommen. Ach Äußerlichkeiten zählen schon, es ist erwiesen das viele Menschen attraktiven Menschen mehr zutrauen und sie eher mit positiven Eigenschaften verbinden.
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 12:26

ich denke, dass du trotz all deiner nachdenkerei zu sehr in die oberflächlichen welt verhaftet bist.
fasse das bitte nicht zu sehr als kritik auf. die meisten menschen sind so. letztlich zählen äußerlichkeiten. vielleicht ist meine haltung auch nur mache. keine ahnung. ich folge einfach mir... nur mir. alles, was von außen kommt, wird von mir bewertet - und dabei bleibe ich mir treu. vielleicht gibt es mich wirklich noch als den, der ich früher war, als der ich gezeugt und geboren wurde...
ich bin tief in mir verhaftet aber weiß nicht genau, was das ist. auf jeden fall aber mehr als mir diese oberflächliche von menschen geprägte welt je geben kann.
ich will dabei nicht zu sehr in mir versinken, oder andererseits abheben... auch ich schätze die realistische sicht der dinge, da sie absolut notwendig ist, um den schnöden alltag mit dem ganzen anhaftenden scheißdreck zu bewältigen.
NBerlin - 30. Sep, 12:36

Das kann gut sein und ich sehe es nicht als Kritik. Ich war jahrelang in meinen Leben sehr oberflächlich, weil ich gut ausgesehen habe. Die Krankheit hat mich anderes gelehrt. Weil du anders denkst, schätze ich dich als Gesprächspartner, ich mag andere Gedanken und Ansichten. Ich möchte nicht das Kind sein als das ich geboren wurde, das war damals eine sehr schlechte Ausgangslage und Niemand hat geglaubt dass aus mir jemals irgendwas werden würde. Bleibe so wie du bist, ich versuche jeden Tag besser zu werden, der Mensch zu werden der ich mal sein möchte.
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 12:50

wir befinden uns alle auf einem weg. ziele sind gut - verbissenheit allerdings schlecht.
gucken wir, was um uns herum noch so passiert, oder schauen wir nur auf uns?
ganz alleine versacken wir sowieso. und wenn die menschen scheiße sind, so bleiben wenigstens gute empfindungen hinsichtlich der erde, dem himmel und der natur.
als kind holte ich mir am liebsten an einsamen orten wie z.b. bäumen im wald trost.
was heißt denn besser werden in dieser welt? in welcher hinsicht?
jeder mensch unterliegt von geburt an dem fluch, der zu sein, der er ist. die eltern und gene konnten wir uns nicht aussuchen, auch unser soziales umfeld, nationalität und religion konnten wir uns erstmal nicht aussuchen...
unter all dem ganzen kram liegen wir ganz nackt und allein in der welt. das bin ich.
NBerlin - 30. Sep, 13:55

Ja ich neige zur Verbissenheit, nicht gut, zerstört vieles. Viele Menschen sind scheiße, aber nicht alle und neben der Natur gibt es noch Tiere die meist auch unschuldig sind. Ja der Wald, ein See oder ein Meer waren für mich auch immer Trost, wenn sonst nichts mehr ging. An diesen Fluch glaube ich nicht, ich denke jeder kann werden was er/sie will, klar die Gene sind da, aber alles ist möglich, wenn es man es nur will und daran arbeitet. Ich möchte charakterlich ein guter Mensch sein, so gut es geht und daran arbeite ich, bei aller Selbstsucht die es auszuschalten gilt.
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 14:47

klingt doch ganz gut.
steppenhund - 30. Sep, 08:42

Oder auch anders

Ich bin ein ziemlich schlechter Vater. Als meine Kinder aufwuchsen, war ich viel zu oft auf Dienstreisen. Wenn ich zuhause war, war ich mehr mit mir selbst als mit meinen Kindern beschäftigt. Ich kann mich trotzdem glücklich schätzen, dass ich zu meinen Kindern ein sehr gutes Verhältnis habe. Was sie menschlich geworden sind, verdanken sie meiner Frau. Die hatte ganz früh immer behauptet, dass sie eine schlechte Mutter werden würde - falls überhaupt. Stattdessen wurde sie dann eine der besten Mütter, die sich meine Kinder wünschen konnten. Manchmal vielleicht etwas zu überbetulich. Da meine Frau aber keinen Menschen einschränken will, haben aber auch die Kinder genug Freiraum bekommen. Was die Kinder wollten, war sowieso immer sakrosankt. Heute ist aus allen etwas geworden, was eine meiner größten Beruhigungen darstellt.
Eine Sache darf ich mir aber auch zugute halten. (Die hängt mit diesem Posting zusammen. Einige Male hat meine ältere Tochter mir bestätigt, dass ich es verhindert habe, dass pessimistische Teufelchen an sie herankamen.
Tatsächlich war ich von den Fähigkeiten meiner Kinder immer überzeugt und habe dieses Vertrauen auch kund getan, wenn es mir notwendig erschien. Einige Male war sich meine Tochter, die heute Lektorin an einer Universität ist, nicht sicher, ob sie eine bestimmte Sache "derheben" würde. Wenn sie zu mir kam, war meine Verhaltensweise fast immer dieselbe. Ich beriet sie, was ein bestimmter Tätigkeitswunsch an positiven und negativen Effekten mit sich bringen würde. Ich sagte ihr, dass sie die Entscheidung selbst treffen müsste, dass ich aber überzeugt wäre, dass sie damit Erfolg haben würde. Das war ich auch wirklich.
"Ich habe nicht gedacht, dass ich das so gut kann." hörte ich manchmal. Meine Antwort war: "Ich weiß, dass Du alles gut machen wirst, was Du gerne machen willst."
Diesen Rat würde ich auch sonst jedem geben, der ihn braucht. Meine Kinder haben ihn aber auch angenommen, was ja im allgemeinen nicht die Selbstverständlichkeit ist - dass Kinder auf ihre ELtern hören :)

NBerlin - 30. Sep, 10:51

Dann sei froh dass du deine Frau gefunden hast, halte an ihr fest und danke ihr in alle Ewigkeit. Schön dass du deine Kinder wenigstens motivieren und aufbauen konntest und ein Glück für dich das sie dich trotz der Abwesenheit gerfragt haben und deinen Rat wollten. Ich hatte einen Vater und eine eher pessimistiche Mutter. Sie hat mich zwar unterstützt, aber weniger mit Worten. Ich stand als Kind immer unter einen großen Leistungsdruck, denn alles was ich machte war nicht gut genug. Vielleicht bin ich deswegen nichts geworden und ich gehe noch noch einen Schritt weiter, vielleicht bin ich deswegen krank geworden, denn ich habe mich ständig überfordert.
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 10:59

es ist ganz normal, dass wir uns trotz unserer defizite das leben schön reden, wie wir es führten. eine brise selbstkritik, und aus einem arschloch wird am ende noch ein sympathisches arschloch.
NBerlin - 30. Sep, 11:58

Ach ich denke ich weiß schon wer ein Arschloch ist, egal wie selbstkritisch ich bin.
bonanzaMARGOT - 30. Sep, 12:14

arschlöcher sind immer die anderen...
diese strategie ist egobedingt ganz normal. die intelligenten arschlöcher wissen darum und heucheln selbstkritik vor.

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