Frei, Verantwortung und Kartoffelsuppe

Wie schön, frei! Wecker klingelte, aber einfach eine halbe Stunde länger geschlafen. Kein Anruf von der Arbeit wegen der falschen Kasse, die Welt dreht sich einfach weiter, ich bin erleichtert. Nur mein Zahnarzt schreibt mir eine SMS, den Termin muss ich leider absagen.
Wieder mal Haare gefärbt und mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ganz vergessen, dass ich heute Bargeld brauche, um 12 bin ich verabredet. Die Sonne scheint und heute kommen auch die Eltern wieder. Wird schon alles werden, die Last wird kleiner, ab heute nur noch eine Wohnung und ein Laden in der Verantwortung. Gut geschlafen, die Vögel singen ein Lied. Gestern Kartoffelsuppe gekocht, das reicht für 3 Tage. Der Geld-Leih-Nachbar hat noch viele weitere Male geklingelt, jeden Tag 2–3 Mal, nervig. Die Bude ist jetzt endlich geputzt und es riecht nach Weichspüler, auf in den Tag, bloß nicht stressen lassen.
rosenherz - 4. Sep, 11:38

Echt? Du verwendest Weichspüler? Ich wundere mich. Denn der legt doch nur einen Kunstfilm um die Kleidungsfasern und macht sie schmutzempfindlicher, sodass öfter gewaschen werden muss. Ich benutze schon lange keinen Weichspüler mehr, da er außerdem arg das Abwasser belastet nur für ein bisschen Duft. Wenn ich dran denke, dass verschmutztes Abwasser an die 200 Jahre braucht, bis es wieder als sauberes Trinkwasser an die Erdoberfläche kommt, da lasse ich gerne die Finger von dieser Chemie. - Das kann ich leicht für das Wasser, die Umwelt und die kommenden Generationen tun, ohne dabei an Lebensqualität einzubüßen.

bloedbabbler - 4. Sep, 12:30

Vielleicht hätten sie...

... in den letzten Jahrzehnten mal genauer hingucken müssen, seitdem sind Weichspüler nämlich durchaus umweltverträglicher geworden. Wenn man diese also nicht wie ein Idiot an alles drankippt, bspw. Frotteehandtücher eben nicht, dann sollte es auch für Mama Umwelt nicht so schlimm werden. Falls sie für weichere Wäsche eher einen Trockner benutzen, dann läuft eines der alten Braunkohlekraftwerke fast nur für sie, wenn nicht, auch gut. :D
Selbst die Besserwisser vom Bundesumweltamt haben ihre Sozialkritik seit 2008 nicht mehr wiederholt, das tun lediglich Autoren, die darauf zurückgreifen. In aktuelleren Veröffentlichungen klingt dies alles nicht mehr ganz so schlimm, finde ich.

Alternativ könnte man sich auch nur einmal die Woche waschen, der gute alte Waschlappen leistet da sicher gute Dienste, Vollbäder sind sowieso des Teufels, in Bezug auf Wasser, Verschmutzung und Entzug des Trinkwassers. Nebenbei kostet sie ein blöder Hamburger, also die Bulette, nicht der Einwohner des G20 Ortes, das Äquivalent von 20+ Vollbädern an Wasserverbrauch, auch das zu bedenken.
Auch sollte man –wenn man schon dabei ist- silikonfreies Shampoo benutzen und sicher keine Kunststoffkügelchen in der Zahnpasta oder im Make-Up haben. Das killt nämlich tatsächlich in großer Zahl Lebewesen.

Oder man macht einfach was man mag, davon aber nicht zu viel, und die Welt ist auch ein besserer Ort. :-)
NBerlin - 4. Sep, 19:46

Ja ich verwende Weichspüler wegen den Geruch, der Plan dahinter ist aber nicht die Zerstörung der Umwelt. Vielleicht ist das eine Trotz Reaktion, denn meine Mutter verwendet nie Weichspüler und so hatte ich als Kind immer neutral riechende Kleidung, die ziemlich kratzig war. Hamburger esse ich höchstens 2 mal im Jahr, aber ich bade öfter, mindestens 1-2 Mal im Monat. Meine Kosmetik hat keine Plastikkugeln, aber das ist auch keine Kunst weil ich mich fast nie schminke. Zu meiner Ehrenrettung kann ich aber noch sagen, dass ich niemals Plastiktüten verwende und nicht Auto fahre.
steppenhund - 4. Sep, 20:27

Kugeln verwende ich auch nicht und Auto fahre ich seit 10 Jahren nicht mehr. Also bin ich wohl umweltfreundlich ;)
NBerlin - 4. Sep, 21:43

Ach ich denke jeder Mensch beeinflusst die Umwelt schlecht, es gibt einfach zuviele Menschen für Mutter Natur, deswegen wehrt sie sich jetzt mit viel Wasser.
C. Araxe - 4. Sep, 22:25

Hm, was Weichspüler betrifft ... Auch wenn die inzwischen besser geworden sind (bzw. es diesbezüglich bessere Produkte gibt), heißt das ja noch lange nicht, dass sie gut für die Umwelt sind. Aber mich stören vor allem die künstlichen Duftstoffe – nicht nur, was die Allergieförderung betrifft, sondern allein gerade wegen dem Duft. Sicher gibt es da Unterschiede – es riechen nicht alle nach Gummibärchen, aber letztendlich dennoch total künstlich. Genauso wie Fastfood oder Fertigprodukte für mich künstlich schmecken. Das lässt sich noch weiter fortführen und ich will damit nur sagen, dass man unabhängig davon, was man für ein ökologisches Bewusstsein hat, man ebenso einfach nur auf seine Sinne achten kann. Und das meine ich jetzt nicht irgendwie esoterisch verquast. Dass man dennoch in der Form wie wir hier leben nicht vollkommen (in Bezug auf die Umwelt) sein kann, schließt nicht aus, dass man zumindest einen (kleinen) Beitrag leisten könnte. Wo und wie auch immer. Und auch wenn es eher ein Agieren à la Don Quijote ist, so ist es doch immer noch besser gar nichts zu tun.
bloedbabbler - 4. Sep, 23:49

Dafür liebe ich ...

... Kartoffelsuppe, püriert oder mit Stücken? Egal, sicherlich lecker.:-)

Tjo, Weichspüler scheint mir ein sinnvolleres Produkt zu sein, als bspw. diese leckeren Lutschsteinchen die es immer in den Männerurinalen zu finden gab.
Manche Menschen nehmen diese aber immer noch zur besseren Riechbarkeit für und an einem Ort, den man genau dafür gebaut hat, dass man dort seine Ausscheidungen loswird und an dem es quasi bauartbedingt stinken muss. :-D

Andere Menschen schütten sogar Chlorbrühe nicht nur in Toiletten, sondern versuchen damit sogar sich selbst oder ihre Katzen zu behandeln.
Zum Weichspülen gibts auch was mit Frosch, das ist sogar vegan und damit eher ein dummes Produkt für dumme Menschen, zumindest aber im Trend.

Ich finde Weichspüler meist nett, den Geruch auch -da kenne ich Dinge die deutlich künstlicher riechen- und flauschig isses auch. Nur halt nicht da wo es Sinn frei ist. Frotteehandtücher sollen rau und aufnahmefähig sein, meine Genitalwärmer eher nicht.
Ich würde aber auch eine Form von kindlicher Prägung nicht ausschließen wollen für mein 'Mögen', das Bügeln von Unter- oder Bettwäsche hats allerdings nicht in mein späteres Leben geschafft. Zufall?

Da ich aber ja ein alter Chauvisack bin, ist es bei uns die Ms. Blödbabbler die die Umwelt durch den Weichspüler vergiftet, ich nutznieße nur.
Allerdings frage ich mich, wie bekommt man Wäsche ohne Weichspüler flauschig und weich? Durch den Einsatz von Tennis- oder Igelbällen, die zerdeppern die Struktur der Wolle soweit bekannt. Durch den Wäschetrockner? Der zwingt uns über den immer noch deutlich hohen Stromverbrauch Kraftwerke laufen zu lassen.

Wer außer dem Blödbabbler nutzt zur Fütterung der Spülmaschine noch phosphatfreie Reiniger? Wer fliegt nicht in den Urlaub oder mampft keine Avocados dick mit Palmöl beschmiert?

Konsumtion ist Destruktion, war schon immer so.

Und das Problem mit der Menge an menschlichen Parasiten, die diesen Planeten piesacken ist nicht durch individuelle Zurückhaltung zu lösen, zumindest nicht realistisch und ernsthaft.

Jeder von uns, der in einer so entwickelten Gesellschaft wie der unseren lebt, zerstört um ein vielfaches mehr Ressourcen, als es uns zustände - der eine mehr, der andere dabei weniger.

Ob man den tipping point der Umweltzerstörung da am Weichspüler aufmachen sollte, ich zweifle.

Eventuell vielleicht eher an der Menge an Nachwuchs, den man auf den geschundenen Planeten loslässt, oder auf die Anzahl Google Anfragen die man pro Tag stellt oder die sinnlosen Blogpost oder Whats-App Stumpfereien, die man im Laufe des Jahres absondert.

Auch wenn man es nicht merkt, das sind Rechenzentren und Strom, der meist immer noch sehr dreckig produziert wird, übrigens auch für das neue Spielzeug der Öko-Bourgeosie die Elektroautos oder den gemeinen Vibrator.

Und da schließt sich dann der Kreis zur Umweltbundesamt Studie und Aussage von 2008.
Es sind 80% der dummen, weil armen Menschen die Weichspüler benutzen, genauso wie diese rauchen und saufen. Der akademische, weil gebildete und ökologisch bewusste -und deswegen überlegene- Mensch nutzt dies alles nicht (mehr) in dieser Intensität.
Der isst auch eher Biofleisch, das Huhn zu 28.90€ das Kilo -und sei es nur um sich moralisch überlegen zu fühlen.
Ein weiterer Puzzlestein im aktuellen Klassenkampf, den Stefan Laurin recht gut hier beschrieb.

Und ja, auch mir ist einiges zuwider, bin ich doch nach über 23 Jahren als Raucher seit nunmehr 14 Jahren rauchfrei und zufrieden damit, finde ich die meisten Gerüche eher abstoßend und freue mich auch nicht unbedingt über alkoholisierte Gestalten die mir in der Öffentlichkeit entgegenwanken.
Deswegen muss aber nicht alles, was man tut, auch automatisch gut für irgendwas sein.

Alkohol ist nicht gut für meine Gesundheit, trotzdem schmeckt aktuell gerade der Kilchoman Machir Bay gut, auch wenn laut IARC Ethanol definitiv [...] in alkoholischen Getränken als karzinogen für den Menschen (Gruppe 1) anzusehen ist. Man kann Dinge tun, bspw. Essen und Trinken die in den Augen der meisten Menschen als nicht gut, also ungesund angesehen werden. Man kann sich aber auch nach vermeintlich gesunden Vitaminvorgaben richten, die dann nachweislich das Krebsrisiko deutlich erhöhen, beim Rauchen oder Sport (ACE Vitamine wären da zu nennen) und dennoch überglücklich annehmen es sei sogar gesund.

O.k. schlechte Beispiel, denn es geht ja um Weichspüler, ein Agens, das man eigentlich nicht braucht(wie auch Fernsehen, Bücher oder einen Vibrator), der aber - wie eben auch andere Dinge -direkten Einfluss auf die Umwelt nimmt. Deswegen: so wenig wie möglich, so viel wie nötig, wäre meine Devise.

Wer diesen nun wegen des Geruchs mag –oder, weil dann halt die Schlüpper deutlich weniger kratzen, der sollte aber deswegen nicht in der Kritik stehen oder sich rechtfertigen müssen, in der Summe sind wir nämlich alle (Umwelt-)Sünder, wenn ich mal da kurz christlich werden muss. :-D
Findet der Blödbabbler.
NBerlin - 5. Sep, 07:12

Kartoffeln püriert, Gemüse unpüriert. Amen.
bonanzaMARGOT - 6. Sep, 09:44

und erst die umweltvergiftung durch die vielen vielen worte...

NBerlin - 6. Sep, 10:34

Willkommen zurück Bonanza! Schön von dir zu lesen. :-)
bonanzaMARGOT - 6. Sep, 11:15

danke. bin noch leicht platt von den anstrengungen...
aber alles ging gut!
wie schön ist es, wieder geborgen in der eigenen wohnung zu sein und in einem bett zu schlafen.
NBerlin - 6. Sep, 11:38

Sehr schön, dann erhole dich mal gut und genieße dein zu Hause.

Nadine in Berlin

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