Früh, Kommunikationsprobleme, Vogel, Bewerbung und Papierkram

Zu früh wach und wieder hingelegt, gestern wieder bekocht worden aber wegen Kommunikationsproblemen sehr spät. Vor dem Schlafen gehen noch lautes Schimpfen über den Deutschen Staat, ich wollte argumentieren, aber es hatte keinen Sinn. Heute wieder arbeiten, ich freue mich ein bisschen drauf. Meine Vögel sind laut, scheinen wohl Frühlingsgefühle zu haben. Der neue Vogel hat sich gut eingelebt, gestern sah ich ihn den alten Vogel kraulen, also alles gut. Gestern nach der Arbeit sehr aggressiv gewesen, irgendwie hat mir die Arbeit die Laune verdorben, aber gut das geht ja nicht mehr lange mit diesem Job. Warte immer noch auf eine Antwort auf meine Bewerbung, Montag rufe ich den Herrn an, wenn er nichts zu meiner Mail sagt. Papierkram muss ich auch noch erledigen, vielleicht jetzt, komischerweise antwortet mir das Jobcenter nicht. Trinke Kaffee, alles gut bei mir, nur nicht bei ihm.
bonanzaMARGOT - 15. Jul, 07:05

wenn man über den eigenen staat schimpft, finde ich`s okay.
klar, die deutsche bürokratie ist ääääätzend... ist`s in italien besser? keine ahnung.
life isn`t easy - nirgendwo.
eigentlich hat er doch verdammtes glück, dass er dich hat.

NBerlin - 15. Jul, 10:30

Ja es ging um die Deutsche Bürokratie und besonders um das Jobcenter. Er hat erzählt dass wenn man in Italien Sozialhilfe bekommt man nicht so fremdbestimmt ist. Ja das habe ich ich ihm auch gesagt dass es nirgendwo einfach ist. Ich glaube er weiß dieses Glück nicht zu schätzen.
bonanzaMARGOT - 15. Jul, 10:51

wenn man wo fremd ist, erscheint einem alles freilich noch viel schwieriger. da braucht man hilfe. nicht jeder schlägt sich überall durch.
am besten sieht man es als herausforderung an. ohne gegenleistung gibt`nichts. selbst im kriminellen milieu nicht. dein freund hat dich, und ich denke er braucht sich auch sonst nicht beklagen. aber er muss freilich wissen, was er will. und er muss am ball bleiben.
es gibt nur wenige menschen, die etwas geschenkt bekommen..., und dann ist`s die frage, ob sie darum glücklicher sind.
als junger mensch ist man sehr sehr ungeduldig und aufbrausend. ich weiß. wenn er etwas grips hat, wird er sich zusammenreißen...
NBerlin - 15. Jul, 10:57

Ja ohne gute Sprachkenntnisse des Landes indem man sich befindet wird es schwierig sich durch zu fragen und zu kämpfen. Er hat sich halt aufgeregt das andere Ausländer in seiner Situation geliefert gewesen wären. Ach zwischendurch spricht er immer wieder davon das Land zu verlassen, weil ihm das Kämpfen hier alles zuviel ist, obwohl er ja nicht allein kämpft. Ja aufbrausend ist er und wenn er sich aufregt dann auch sehr laut, Grips denke ich hat er aber schon, nur er bemitleidet sich halt gern selbst.
bonanzaMARGOT - 15. Jul, 11:06

mamma mia! ein echter italiener!
es ist wahr, nicht alle schaffen es. wie immer im leben. ich habe auch nicht alles geschafft, was ich wollte. man fällt durch prüfungen, man kriegt nicht die frau, die man anbaggerte, man scheitert im job oder im studium... aber danach rappelt man sich wieder auf.
jeder von uns geht durch diese täler. auch mit selbstmitleid. es gibt gar keinen anderen weg. aber dein freund bestimmt die richtung. wie ich es sagte, er muss wissen, wohin er will. oder er muss es herausfinden.
du hast ihm eine menge geholfen, und du kannst nichts für seine lage.

ein sprachkurs wäre wichtig, wenn er beabsichtigt hier zu bleiben.
NBerlin - 15. Jul, 11:35

Genau hinfallen und wieder aufstehen ist das Motto. Aktuell ist er auf Jobsuche und möchte auch unbedingt wieder einen Deutschkurs besuchen, das hört sich für mich an wie bleiben wollen. Nein ich kann gar nichts für seine Lage, ohne mich wäre seine Lage deutlich schlechter, aber schauen wir mal wohin die Wege führen, die Chance ohne Arbeit oder Stütze eine Wohnung oder ein Zimmer zu bekommen sind auf jeden Fall schlecht.
bonanzaMARGOT - 15. Jul, 11:43

ich werde ihm weiterhin die daumen drücken, dass er`s schafft, fuß zu fassen.
NBerlin - 15. Jul, 11:56

Danke dann sind wir ja schon zu zweit. Ich denke er kann jeden Daumen gebrauchen.
widder49 - 15. Jul, 08:57

Frechheit! Dein Freund hat hier in Deutschland Rechte, die er in Italien nicht hat.
Da gibt es nämlich keine Grundsicherung oder Sozialhilfe und er wäre, ohne Arbeit, auf die Unterstützung seiner Familie angewiesen. Oder müsste Geld verdienen.
Hier klagt er sich auf Staatskosten sogar noch ein, was ihm zusteht.
Und dann über den Staat meckern?
Das Recht hat er nicht.

Ich bin gespannt, wann Du den Mut aufbringen kannst, ihn rauszusetzen.

NBerlin - 15. Jul, 10:35

Doch es gibt Sozialhilfe in Italien und sogar eine kostenlose Krankenversicherung für alle. Ja in Italien hat er halt seine Familie und immer wieder Jobs. Er hat ja die Woche Probe gearbeitet und gutes Feedback bekommen, aber einen Vertrag haben sie ihn trotzdem nicht angeboten. Finde auch der Deutsche Staat ist nicht so schlecht, klar bei rechtlichen Grauzonen braucht man einen Anwalt, aber dieser wird bei Mittellosigkeit vom Staat finanziert, gut das wissen die meisten Ausländer nicht und sie sind meist auch nicht in der Lage sich mmit gebrochenen Deutsch einen Anwalt zu organisieren und ihm den Sachverhalt zu erklären. Mal sehen, derzeit glänzt er durch Abwesenheit, das ist mal ganz entspannend, aber auch seltsam.
widder49 - 16. Jul, 08:52

Es gibt die kostenlose Krankenversicherung für alle. Das stimmt. Aber nicht für alles. Nur für die Grundversorgung. Medikamente, besondere Behandlungen, Zahnarzt sind z. B. nicht in der Krankenversicherung enthalten.
Und die Italiener haben eine Grundrente ab 65.
Sozialhilfe oder Grundsicherung in der Form, wie wir es kennen, gibt es in Italien nicht. Da sind die Familien in der Pflicht.
Seit einem Jahr ca. gibt es die Social Card für Familien. Etwas mehr als 300 Euro (!) bekommen Familien auf eine "Kreditkarte" geladen. Damit können Sie da einkaufen, wo die Karten akzeptiert werden.
Geplant war, auch Alleinstehende zu unterstützen, aber nur in Verbindung mit sogenannten Begleitprojekten. Mit anderen Worten: ohne Gegenleistung keine Kohle.
Wie weit das inzwischen gediehen ist, weiß ich nicht.

Bei Gelegenheit werde ich mal meine italienischen Freunde in Kalabrien befragen, wie es umgekehrt wäre. Soweit ich weiß, habe ich, wäre ich mittellos, in Italien keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung.
NBerlin - 16. Jul, 09:43

Das wusste ich nicht, vielen Dank für die Aufklärung. Laut dem EFTA-Abkommen sollte man als Deutsche in Italien aber auch Anspruch auf Sozialleistungen haben, dass ist der Grund warum er auch hier Anspruch hat, es gibt ein Abkommen zwischen Italien und Deutschland.
widder49 - 16. Jul, 10:34

Was mir in dem Zusammenhang gerade noch einfällt zum Thema deutsche Sprache erlernen.
Mir ist unverständlich, dass von vielen so wenig dafür getan wird, die deutsche Sprache zu erlernen. Von den meisten ausländischen Mitbürgern bekommt man gesagt, dass sie auf den nächsten, von Behörden finanzierten, Sprachkurs warten.
Ich sehe solche Aussagen als dumm an. Denn Zeit ist genügend vorhanden, um Eigeninitiative zu ergreifen. Was spricht denn dagegen, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und in privater Runde die Sprache zu erlernen?

Ich habe hier eine sehr gute Bekannte, die mit ihrer Familie aus Polen gekommen ist. Sie, Ihr Mann und die Kinder sprechen einwandfrei deutsch mit einem kleinen Akzent. Sie und Ihr Mann haben sehr schnell Arbeitsstellen in den erlernten Berufen gefunden. Beide sind Bauingenieure.
Und beide sagen immer wieder: Wer nach Deutschland kommt, da leben und arbeiten will, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Sprache das Kapital ist.
Wer nicht bereit ist, schnell die Sprache zu erlernen, dem bleibt nur die Möglichkeit, als Hilfsarbeiter jede Arbeit anzunehmen oder lebenslänglich putzen zu gehen. Oder dem Staat auf der Tasche zu liegen.
Sie haben sich Sprachkurse auf CD's gekauft und in Eigenregie rund um die Uhr gelernt.
Ein polnischer Nachbar von mir, sagt ähnliches. Er ist selbständiger Taxifahrer und lernt zur Zeit in jeder freien Minute Arabisch übers CD-Laufwerk des Autoradios und über ein tragbares Gerät, weil er auch die Kunden verstehen will. Deutsch spricht er fast akzentfrei.

Die Türken, Libanesen und Leute aus der ehemaligen UdSSR, die hier leben und beruflich auf festen Beinen stehen, sprechen allesamt fließend deutsch.
Diejenigen, die nicht arbeiten oder hier noch nie gearbeitet haben, haben überwiegend Sprachprobleme.
NBerlin - 16. Jul, 16:37

Ja die Sprache erlernen ist das Kapital. Das habe ich auch auf der Jobsuche für ihne gemerkt, Sprache ist meist Vorraussetzung, es sei denn man geht putzen oder ähnliches. Genau auf solche Putzjobs bewirbt er sich jetzt, auch wenn es auch da Probleme mit der Sprache gibt. Hier in Berlin leben aber viele ohne Sprachkenntnisse, kenne aus meiner Zeit in Neukölln ne Menge türkische Muttis die seit über 20 Jahren im Land sind und trotzdem kein Wort Deutsch sprechen. Aber gut die sind auch meist Hausfrauen und lernen deswegen die Sprache nicht. Er will ja die Sprache lernen, aber wie von dir beschrieben möchte er auch einen finanzierten Deutschkurs machen, er hatte ja schon einen angefangen und dort ne Menge gelernt, aber dann hat ihm das Jobcenter die Leistungen gestrichen und der Kurs endete damit abrupt.
iGing - 16. Jul, 19:31

An diesem Punkt ruckelt's bei mir auch ein bisschen im Verständnis: Wieso muss der dt. Staat jetzt in diesem Fall den Spracherwerb finanzieren? Wenn ich in ein anderes Land gehen würde - aus freien Stücken, vorausgesetzt -, würde ich dafür sorgen, dass ich schnellstmöglich mit der Sprache vertraut werde, ohne dass mir jem. das bezahlen muss. Ich tue ja nur mir selbst einen Gefallen, oder? Denke ich mir so.

NBerlin - 16. Jul, 21:00

Leider hast du Recht, ist schon seltsam wenn Menschen so eine Erwartungshaltung haben.

Nadine in Berlin

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