Emanzipation

Die letzten Jahre hat es mir geholfen, deswegen habe ich es meist gern getan. Naja gern ist vielleicht zuviel gesagt, ohne Anerkennung und Bezahlung zu arbeiten und dabei ständig angemeckert werden ist eigentlich nicht so witzig. Das sehe ich an meinen jetzigen Praktikum, auch keine Bezahlung, aber dafür viel Anerkennung und kein Gemecker. Ich dachte ich hätte keine Wahl, aber ich habe sehr wohl eine Wahl wo ich mich kostenlos engagiere. Ich werde mich wohl emanzipieren müssen, denn sie ist der schlechteste Chef den ich je hatte. Da helfen auch keine kleine Geschenke hier und da, ich bleibe trotzdem arm, an Geld und Selbstwertgefühl. Sie sagt ich soll mich mit einem Ehrenamt nicht ausnutzen lassen, dabei nutzt sie mich aus. Angeblich sei es keine Arbeit die ich mache, weil oft nichts los ist und ich mich dann anders beschäftige. Meine Arbeit ist nichts wert, meine Zeit ist nichts wert, alles selbstverständlich und mein privat Vergnügen. Nur wenn ich viel Geld mache, kommt mal ein Lächeln, das war es dann aber auch. Ich würde ja mehr tun, aber sie gibt das Zepter nicht aus der Hand, will immer alles bestimmen und kontrollieren. Ich bin nicht engagiert deswegen, bin wie gelähmt, werde dumm gehalten und und dumm behandelt. Keinen Bock mehr darauf, es wird Zeit für Emanzipation.
C. Araxe - 21. Feb, 21:13

Anerkennung finde ich eigentlich am Wichtigsten, bei dem, was man tut. Ehrenamtlich zu arbeiten ist ja zwangsläufig nicht mit finanzieller Anerkennung verbunden – im Beruflichen sollte die Anerkennung sich zumindest auch etwas finanziell zeigen (je nach Möglichkeit). Aber einfach ein positives Feedback zu bekommen, wenn man engagiert ist, indem was man leistet, sollte selbstverständlich sein.

NBerlin - 21. Feb, 22:06

Tja ich lebe nur leider in einer Situation in der ich die Anerkennung nicht bekomme, weder finanziell noch in Worten, das wird aber nicht mehr ewig so weiter gehen. Ich brauche mehr um zufrieden zu sein.
Deprifrei-Twitter (Gast) - 21. Feb, 22:14

Du arbeitest umsonst und machst das Praktikum trotzdem. Warum?

NBerlin - 21. Feb, 22:17

Ich arbeite im Job umsonst und das Praktikum gehört zu meiner Ausbildung dazu und ist natürlich auch nicht bezahlt. Das Praktikum macht mir aber mehr Spaß.
Deprifrei-Twitter (Gast) - 21. Feb, 22:59

Ist der Job das Praktikum? Wird sonst verwirrend.

NBerlin - 22. Feb, 15:57

Nein. Ich habe keinen Job und mache meine Ausbildung zu der die Praktika gehören. Beides wird aber nicht bezahlt, im Gegenteil für die Ausbildung zahle ich sogar.
FrauH. (Gast) - 22. Feb, 01:30

Wertschätzung...

Im Job wird mein Kühlschrank von einem feuchten Händedruck und einem netten Danke am Ende des Tages nicht voll. Und am Ende habe ich das Nachsehen. Und andere profitieren.

Nadine, ich habe so einen Mist auch Jahrelang mitgemacht, gut, dass Du aufwachst.

NBerlin - 22. Feb, 15:55

Ja du hast ja Recht, aber ich bin da noch bescheidender, ich finde Dank und Anerkennung wichtig und solange ich es mir irgendwie leisten kann werde ich wohl immer mal was umsonst tun. Ja ich erwache und bin etwas wütend über die Menschen die mich ausnutzen.
bonanzaMARGOT - 22. Feb, 07:39

auf geht`s!

NBerlin - 22. Feb, 15:47

Ja vorletzter Tag, leider sind einige krank geworden.
widder49 - 22. Feb, 11:35

Warum

gibst Du die ehrenamtliche Arbeit nicht an die Person zurück, die der Meinung ist, dass es "keine Arbeit" ist? Wenn es keine Arbeit ist, kann sie das doch selbst machen.

Dass man für Praktika keine Entlohnung bekommt, kann man so oder auch so sehen. Gute Praktikanten, die sich engagieren und eigene Ideen einbringen, sollten nicht nur, die müssen entlohnt werden. Praktikanten, die ihre Zeit absitzen, kein Interesse zeigen (leider gibt es von denen mehr als genug, wie ich jahrelang selbst erleben durfte) und eigentlich nur Zeit kosten (die man ohnehin nicht hat), haben auch finanziell "nichts verdient".

Laß die Finger von dem, was Dir nicht gut tut. Du hast es nicht nötig, Dich ausnutzen zu lassen.
LG

NBerlin - 22. Feb, 15:50

Genau mit diesem Gedanken spiele ich zur Zeit, wenn schon kostenlos arbeiten, dann bitte da wo es Spaß macht und ich Anerkennung kriege. Ich denke ich gehöre zu den engagierten Praktikanten, aber im sozialen Bereich läuft halt viel über Ehrenamtlichkeit und Spenden.
widder49 - 22. Feb, 19:53

Das ist richtig. Hab ich selbst über Jahrzehnte auch gemacht. Jahrelang in den Schulen meiner Kinder, selbst als die schon Jahre nicht mehr zur Schule gingen. Und später bei allen möglichen Selbsthilfegruppen und Vereinen. Und ich bin häufig enttäuscht und ausgenutzt worden. Das gehört anscheinend dazu.
Auch jetzt engagiere ich mich noch. In der Seniorenarbeit.
Was ich allerdings strikt ablehne: Ich krümme nicht einen einzigen Finger mehr für jüngere Leute, die selbst 2 gesunde Hände und Beine haben und nicht bereit sind, ein klitzekleines Bißchen ihrer Zeit, die sie im Überfluß haben (weil sie nicht berufstätig sind) zur Verfügung zu stellen. Die nur Nehmen und nicht Geben.
Da bin ich eisern und lehne es ab. Obwohl seit Jahren ein paar Leute "an mir dran" sind, die gern hätten, dass ich sie unterstütze bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit.
LG
NBerlin - 22. Feb, 20:17

Das tut mir leid dass du ausgenutzt wurdest. Lasse dein Engagement nicht darunter leiden, wir brauchen mehr engagierte Menschen. Tja so einen Fall mit einer jüngeren Person die einfach nicht aus dem Arsch kommt habe ich jetzt auch, ich werde noch einmal helfen, dann überlasse ich die Person aber ihren Schicksal, ist schließlich nicht mein Leben.Ich spiele jedoch noch mit dem Gedanken eine Selbsthilfegruppe zu machen, auch wenn es nichts dafür gibt, aber erstmal muss ich mich um micht selbst kümmern.
widder49 - 22. Feb, 20:41

Solange ich gesundheitlich dazu in der Lage bin, werde ich mich auch weiterhin ehrenamtlich im einen oder anderen Bereich betätigen.
2003 habe ich u. a. eine Senioren-Computergruppe gegründet, wo jetzt nach und nach die Älteren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Sie sind über 90 Jahre alt.
Irgendwann wird es die Gruppe nicht mehr geben, weil keiner bereit ist, seine Freizeit zu opfern. Und ich bin nicht mehr bereit, nach Nachfolgern zu suchen. Bin ja selbst auch nicht mehr die JÜngste und weiß nicht, wie lange ich das noch machen kann. Selbst wenn ich wollte.
NBerlin - 22. Feb, 22:00

Das ist sehr löblich und hält zu dem fit in der Birne. Schade mit der Gruppe, gründe doch eine Neue. Du wirst es sicher noch lange machen und viel Wissen vermitteln. Habe morgen auch einen Computerkurs beim Praktikum, der könnte auch als Seniorengruppe durchgehen denn viele davon sind schon älter.
Deprifrei-Twitter (Gast) - 22. Feb, 22:48

Ich finde ehrenamtliche Arbeit sollte wertgeschätzt werden z. B. indem man für die Ehrenamtlichen eine Weihnachtsfeier macht. Ich bin froh, dass Menschen bereit sind für andere etwas zu tun ohne einen Lohn zu erwarten. Ich denke unsere Welt ist genug vom Kosten-Nutzen-Denken verseucht. Nadine du solltest stolz auf dich sein und dich nicht alleine von den Launen einer dummen Chefin beeinflussen zu lassen. Du kommst gewiss gut bei den Leuten an. Hilft dir das nicht? Wie lange geht das Praktikum noch?

NBerlin - 23. Feb, 07:09

Das Praktikum geht heute zuende, halte dann nur noch morgen einen Vortrag über EX-IN, dann war es das für das Erste. Die Ehrenamtler werden ja auch wert geschätzt indem sie kostenloses Essen bekommen, eine Teamsitzung und alle paar Monate ein gemeinsames Frühstück. Ja das Kosten-Nutzen-Denken ist weit verbreitet, aber Fakt ist irgendwie muss ich meine Unkosten bezahlen, denn ich will nicht dass das Amt das weiterhin macht. Ja bisher scheine ich gut anzukommen, das tut gut, endlich wieder unter Menschen nach meinen Zombiejahren.

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