Samstag, 31. März 2018

Pennerin

Wenn es mir nicht gut geht, sieht man mir das an. Besonders zu Hause laufe ich dann wie die letzte Pennerin rum. Dreckige Jogginghose, dreckiges T-Shirt, ungeduscht, Schlaffrisur, Fußnägel von denen der Lack abblättert, dreckige Fingernägel und keine Schminke. Wie abschreckend das wirkt, wurde mir erst klar, als der Amazonbote neulich mehrfach betonte, dass er dem Nachbarn eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten werfen wird. Was dachte der? Das ich Pakete klaue? Auch der DHL-Bote heute war nicht sehr freundlich, als ich ihm in diesem Outfit die Tür öffnete. Aber wo darf ich sonst Pennerin sein? Hier sieht mich sonst keiner und selbstverständlich dusche ich mich und mache mich zurecht, wenn ich vorhabe das Haus zu verlassen. Aber aktuell bin ich Pennerin, bis es mir wieder besser geht. Ich höre dann mal weiter seltsame Musik und gehe in die Badewanne, geschauspielert wird erst nächste Woche wieder.


Süßigkeiten, Stellenanzeigen, Spiele und Mitleid

Keine Ahnung was mit mir los ist, ich habe massig Schokolade, Süßigkeiten, Nüsse und Chips hier und ich rühre nichts an. Irgendwie ist mir nach Dienstag der Appetit vergangen. Gut so schnell schlecht werden wird der Kram nicht, keine Ahnung warum ich noch Süßigkeiten gekauft habe, obwohl klar war, dass ich Ostern noch mehr davon von meinen Eltern bekomme. Auch andere Dinge esse ich gerade nicht soviel, keinen Bock auf Frühstück, keinen Bock auf was Warmes und so lag ich gestern Nacht das erste Mal nach langer Zeit mit knurrenden Magen im Bett. Das alles scheint mir sehr nah zu gehen, denn es gibt bei meiner Trauer zwei Stufen: Frust, heißt essen, viel Frust, ich esse nicht mehr. Ein Freund bombardiert mich mit Stellenanzeigen, aber die Ostertage wollte ich dazu nutzen mich zu erholen und nicht um Bewerbungen zu schreiben. Ich finde ein paar Tage, um den Schock zu verarbeiten, darf ich mir gönnen.

Gestern viel gespielt bei den Eltern, soviel, dass es mir nach ein paar Stunden auf den Senkel ging, ich wollte nur nach Hause und meine Ruhe haben. Irgendwie war mir das alles zu viel. Klar geworden ist mir gestern auch, dass ich weder Glück im Job noch im Spiel habe, was ich habe ist, dass meine Mitmenschen Mitleid mit mir haben. Ich will euer verdammtes Mitleid nicht! Bemitleidet jemand anderen! Mitleid hat noch niemanden Kraft gegeben! Irgendwie kommt mir das alles wie ein Test vor, ob ich nach dieser Nachricht wieder in der Klinik lande, denn die Arbeit zu verlieren hat mich schon mal in die Klinik gebracht. Unklar ist derzeit auch, wohin es geht beruflich, bewerbe ich mich als Erfahrungsexpertin, versuche ich mich in meinen alten Job oder gehe ich vielleicht doch putzen. Alles Fragen die ich frühestens nächste Woche klären werde.

Immerhin schlafen konnte ich heute Nacht, tief und fast ohne Unterbrechung. Meine Nase spinnt immer noch, heute Ruhe, nur im Haushalt wirbeln und auf ein Paket warten, das Leben geht weiter, ist nur die Frage wohin.

Nadine in Berlin

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