Sonntag, 25. März 2018

Betreuung und Augenhöhe

Es ist so eine Sache mit der Betreuung. Der Grundgedanke ist ja Menschen, die sich nicht selbst helfen können zu helfen. Doch wer entscheidet, was ein Mensch kann und was nicht? Wo hört eine gut gemeinte Betreuung auf und wo fängt Bevormundung an? Ich finde es schwierig heraus zu finden, was die Person auch selber kann und was nicht. Hinzu kommt mein Helfersyndrom, was sicher nicht förderlich ist, wenn es um die Selbstständigkeit des Betroffenen geht. Nach meiner Krankheit wurde ich immer gefordert, meine Mutter sah einfach nicht ein, dass ich krank bin und deswegen viele Dinge nicht mehr kann. Das war grausam, aber irgendwie auch gut, denn so wuchs ich an meinen Aufgaben und wurde wieder selbstständig. Also versuche auch ich Klienten zu fordern, doch es schwingt immer die Angst mit zu überfordern. Auf der anderen Seite jedoch gibt es auch die die sich auf ihrer Betreuung ausruhen, sie versuchen gar nicht mehr Dinge selbst zu regeln, denn da gibt es ja jemanden der das für sie regelt. Sehr bequem für den Klienten, aber förderlich? Ich denke auch, dass wenn man lange mit Leuten zu tun hat, die wenig selbst auf die Reihe kriegen, dass man dazu tendiert alle Betreuten so unselbstständig zu sehen. Soweit ist es bei mir noch nicht, aber auch ich tendiere dazu Klienten Dinge abzunehmen, statt einfach solange zu warten, bis sie es selbst hinkriegen.

Dann ist da noch die viel beschworene Augenhöhe, die Erfahrungsexperten angeblich besser beherrschen. Dem würde ich zustimmen, ich bin immer auf Augenhöhe, aber vielleicht übertreibe ich damit auch, denn oft führt zu viel Augenhöhe dazu dass man als Kumpel wahr genommen wird und nicht als Betreuer. Wie schafft man es Augenhöhe zu haben und trotzdem professionell distanziert zu sein? Kann man Kumpel und Betreuer gleichzeitig sein? Oder ist das unmöglich? Wo ist meine Rolle in der Betreuung? Kann ich überhaupt betreuen oder bin ich eher der bezahlte Kumpel? Bin ich ein Spion der auf Grund der eigenen Leidensgeschichte mehr Vertrauen bekommt und dieses Wissen aber nutzt, um die Betreuung besser zu machen? Wie macht man es richtig? Wo ist meine Rolle? Ich stehe als Erfahrungsexpertin zwischen den Fronten und versuche immer zu dolmetschen, ist das meine Rolle? Leider wissen die professionellen Helfer auch keine Antwort auf meine Fragen, es ist jeden Tag ein Balanceakt, die Betreuung und Augenhöhe.

Zeitumstellung, Bauschmerzthemen, Klienten und Sonnenschein

Ein ruhiger Samstag liegt hinter mir und auch die Zeitumstellung ist an einem Sonntag OK. Gestern nach dem Einkauf noch geschlafen und dann später geputzt und weiterhin Möhrensuppe gegessen. Heute die letzten Antibiotika nehmen, aber ich fühle mich nicht viel gesünder als vorher, das war wohl nicht die Lösung, ich muss irgendwas anderes haben. Zu meinen Bauchschmerzthemen Gespräche geführt und beschlossen, dass ich bei dem Bewerbungsgespräch wohl doch nicht ganz versagt habe und versuche zuversichtlich zu sein wegen meinem Personalgespräch nächste Woche. Wollten die keine Verlängerung mit mir, würde das Gespräch wahrscheinlich gar nicht stattfinden. Im Umgang mit Klienten muss ich wohl noch professioneller werden, aber gut, ich stecke als Quereinsteigerin wohl immer noch im Lernprozess. Der Tag grüßt bei Sonnenschein und blauen Himmel, eigentlich Spaziergehen-Wetter, aber ich vermute ich schaffe es nur auf den Balkon. Gestern beschlossen meine Handtücher mal auszutauschen, die Farbe gefällt mir nach 7 Jahren nicht mehr und ich möchte eigentlich alles was er benutzt hat austauschen. Das werde ich mir aber nicht auf einen Schlag leisten können, also heißt es schrittweise erneuern. Auf in den Tag heute baden und entspannen und dann mal weiter sehen.

Nadine in Berlin

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