Dienstag, 15. August 2017

Verloren und bedroht

Ich habe alles verloren, was mich einst ausmachte. Meine Gesundheit, meine Karriere, meine Freunde und mein gutes Aussehen. Vielleicht verständlich, wenn man dann daran denkt das Leben zu beenden. Aber ich habe weitergelebt, Tag für Tag, Woche um Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Vieles ist für immer verloren, manches konnte ich zurückgewinnen. Das Wichtigste ist wohl die Gesundheit und die Freunde. Ohne kann man nicht leben. Mein Aussehen ruiniert durch medikamentenabhängige Zunahme, aber mein Herz lebt wieder und mein Kopf funktioniert auch wieder hervorragend.

Ich habe mir ein neues soziales Netz erbaut, es ist kleiner als mein vorheriges, aber es besteht nur aus Menschen die mich gesund und krank zu schätzen wissen. Wertvolle Menschen, Qualität statt Quantität. Auch wenn ich kugelrund bin, mein Kopf hat einiges zu bieten, ich habe schon viel erlebt und gemacht und kann mich nützlich machen. Doch die Krankheit droht immer, hat mich achtsamer gemacht, nie wieder sich selbst vergessen bei der Arbeit. Aber ich will mich auch nicht damit abfinden mein Leben lang arm zu sein, mein Leben lang irgendwelche Hilfen zu kriegen und Jobs zu haben, die meine Talente nicht ausreizen. Ich will nicht resignieren, mir einen Stempel aufdrücken lassen und mich auf dem Schoss der Gesellschaft ausruhen, aber die Krankheit droht.

Früher, Schlaf, Verantwortung, Sendung und September

Früh, noch früher, na immerhin klappt das derzeit mit dem Schlafen. Könnte nur schlafen, zu fast jederzeit. Heute nur 5 Stunden Arbeit, hoffe ich, dann nach Kreuzberg und dann heim. Keine Ahnung warum ich derzeit soviel schlafe, tagsüber wie nachts. Heute wieder Verantwortung für den ganzen Laden und ein paar Klienten, aber noch mache ich mir deswegen nicht in die Hosen. Irgendwer hat mir eine Warensendung zugeschickt, keine Ahnung wer, ich habe nichts bestellt. Gestern mit ihm gesprochen, verliert er seine Anmeldung dann wahrscheinlich auch seinen Job, ich kann da nichts machen. Bin nicht so begeistert, weil sie mich im Zweitjob kaum mehr einsetzten, damit ich noch genug Stunden im September abarbeiten kann, ob ich im September da noch arbeiten will interessiert niemanden. Auf in den Tag, Verantwortung ist Verantwortung.

Nadine in Berlin

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