Freitag, 21. Oktober 2016

Ohne Medikamente

Was mich diese Woche erstaunt hat ist dass meine Mutter mittlerweile der Meinung ist dass ich weiterhin runterdosieren soll. Im Gegensatz zu meiner Freundin war sie bisher dagegen dass ich meine Medikamente absetze. Doch die letzten Monate scheinen sie wohl auch so begeistert zu haben, dass sie es jetzt auch als meinen Weg sieht langfristig ohne Neuroleptika auszukommen. Sie war lange dagegen, denn sie hatte Angst um mich und vor einen eventuellen Rückfall, aber ich habe mich durchgesetzt und sie konnte erkennen dass die Medikamente mir auch sehr schaden und mich zu einer anderen machen. Jetzt habe ich Schiss bekommen und bin mir nicht mehr sicher ob ich ohne Medikamente rückfallfrei bleibe, doch sie hat mir nur gut zugeredet und schien es anscheinend kaum erwarten zu können mich endlich ohne Medikamente erleben zu können. Irgendwie ist das ironisch, erst wollten sie mich alle weiterhin zuschütten und ich musste mich zum Teil mit Erpressung durchsetzten. Doch jetzt meinen meine Betreuer, meine Psychiaterin, meine Familie und meine Freunde dass ich es ohne versuchen sollte und nur ich bin es die auf die Bremse tritt.

Reserven, Geschichten, Wahn-Sinn

Tja das war wohl nichts mit lange schlafen. Bin wach obwohl ich erst gegen 3 pennen war. Überlege dieses Wochenende mal das Bad richtig zu putzen, das heißt mit Kacheln an den Wänden, denn seit meinem Einzug kleben da noch Farbreste von den Malerarbeiten vor meinen Einzug. Ansonsten bietet Netto heute 1 Euro Rabatt wenn ich heute einkaufen gehe, das überlege ich mir noch. Habe eigentlich keinen Bock einkaufen zu gehen weil ich pleite bin und habe die letzten Tage schon von den Reserven gelebt. Leider heute morgen wieder übergeben, kein fröhliches Aufwachen, dabei hatte ich den Eindruck als würde es besser mit meinen Halsschleim. Komisch soviel Freizeit zu haben, bin ich gar nicht mehr gewöhnt und ohne Dates ist es auch etwas langweilig. Vielleicht heute doch mal in die Apotheke gehen und mir was gegen Schleim im Hals holen. Gestern noch eine kleine Diskussion mit der besten Freundin gehabt, weil sie sich nie meine Psychosegeschichten angehört hat, ich akzeptiere das, aber irgendwie glaube ich ist das nicht gut bei ihr angekommen.

Interessanterweise konnte ich mit Niemanden meiner Vertrauten über das in der Psychose erlebte sprechen, da gingen überall die Scheuklappen hoch und sie sind schnell weggerannt wenn ich davon anfing. Sogar meine Therapeutin wollte nichts davon hören, also habe ich es hier niedergeschrieben und schweige seitdem. Wer es lesen will, der soll es lesen, aber ich werde nie wieder versuchen jemanden meine Geschichte zu erzählen. Einzig allein in meiner Ausbildung und in meiner Schreibgruppe scheint es von Interesse zu sein was ich erlebt habe, aber auch da finde ich es schwer davon zu erzählen. Der Wahnsinn liegt hinter mir und kommt hoffentlich nie wieder, über drei Jahre habe ich es jetzt geschafft ohne Klinikaufenthalte auszukommen und es werden hoffentlich noch viele Jahre mehr. Nächstes Jahr wird es dannn weitergehen mit der Runterdosierung, ein Risiko, aber ich will es versuchen, denn ich will nicht lebenslang Neuroleptika nehmen.

Zum Glück habe ich eine Psychiaterin die da mitspielt und eine Krankenkasse die mir Alternativen zur Klinik bietet, falls es jemals wieder zu einer Krise kommen sollte. Denke wegen meinen Buch viel über den Sinn meiner Psychose nach und habe bereits einen gefunden: Zurück zu mir selber. Ich war meine ganze Jugend eine Hippie- und HipHop-Braut, unangepasst, rebellisch und voller Träume von einer besseren Welt. Das habe ich alles aufgegeben für meine Karriere. Ich war unfrei, angepasst, spießig und hatte außer Arbeit nicht mehr viel im Kopf. Das alles endete in meiner Krise und jetzt bin ich fast wieder die Alte und strebe einen Beruf an indem ich helfen kann und fern davon bin Karriere zu machen oder mich deswegen zu stark anzupassen. Vielleicht war das der Sinn, aber ich werde weiter darüber nachdenken.

Große Pause

Kann nicht schlafen, hätte vielleicht doch keine Cola mehr trinken sollen. Mein Psychosebuch ist sehr gut und bisher triggert mich auch keine der Geschichten. Nachdem ich ein paar Tage bei der Flirtbörse nicht online war musste ich jetzt feststellen dass sich gleich drei meiner Bekanntschaften in Luft aufgelöst haben. Schnelllebigkeit des Internets nennt sich das wohl. Meine Kontaktliste ist jetzt langweilig geworden, eigentlich könnte ich mich auch abmelden, aber noch zögere ich. So richtig Lust neue Bekanntschaften zu schließen habe ich auch nicht. Irgendwie muss ich erstmal heilen nach all dem Erlebten und davon war immerhin die Hälfte nicht so erfreulich. Acht Dates mit fünf verschiedenen Männern hatte ich und irgendwie ist nichts dabei rumgekommen. Das ist schon frustrierend. Fünf weitere würden mich gerne kennenlernen, aber irgendwie ist mir die Lust vergangen, reicht erstmal mit "kennenlernen". Dann lieber in der Badewanne ab und zu etwas Spaß und nachts mein Seitenschläferkissen umarmen. Liegt sicher auch an mir, dieses Scheitern. Ich denke ich mache jetzt erstmal eine große Pause.

Nadine in Berlin

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