[>>]

Sonntag, 4. Oktober 2009

Voll Tüt ein Euro

Eigentlich wollte ich nur den Müll wegbringen und vielleicht noch Brötchen und Schokolade holen. Daraus wurde nichts, denn meine Geldbörse eröffnete mir ein Barvermögen von unter einem Euro. Also doch zum U-Bahnhof Neukölln und zum Geldautomaten.

Ziemlich voll gepackte Menschen kamen mir entgegen. Wo haben die denn jetzt eingekauft? Ach es ist ja Flohmarkt, - genau das Richtige für den konsumschwachen Sonntag. Dachte ich und fand mich im Gedränge der verschiedenen Sprachen.

Voll war es und ich roch zum Glück nichts, einige Händler bauten schon ab, andere gingen in den "Alles-muss-weg-denn-gleich-ist Feierabend-Verkaufsmodus" über. Marktschreierei vom Feinsten. Einer drückt mir eine Tüte in die Hand und schrie mir dabei ins Gesicht: "Voll Tüt ein Euro!"

Nein ich mag nicht, dachte ich und wollte gehen. Doch dann erspähte ich Gardinen und ein Nachthemd. Volle Tüte ein Euro? Voll Tüt ein Euro! Mit einer Rentnerin vor mir, einem Afrikaner neben mir und der Kopftuchfraktion vor mir, stürzte ich mich auf den Tisch. "Voll Tüt ein Euro" war schon voll, die Zweite musste her.

Ganze sechs Euro leichter, stapfte ich voll bepackt nach Hause. Ein neuer Badezimmerschlauch, neue Armaturen, ein Kopfkissenbezug aus Satin, ein Nachthemd, Gardinen, zwei T-Shirts, eine Tischdecke und eine Hose nennen ich jetzt mein eigen. Ich ahne schon, werde schon sehr bald weitere "Voll Tüt Null Euro" zur Altkleidersammlung bringen.... ;-)

Sonntag Teil zwei

So eine Woche mit zwei Sonntagen ist seltsam. Gestern nicht einkaufen gehen zu können war nervig und gleichzeitig genial, denn ich war schon Samstags zur Sonntagsruhe gezwungen.

Sonntagsruhe heißt bei mir aktuell allerdings nicht Ruhen, sondern Handwerken. Denn ich lebe seit Wochen in einer Baustelle. Die Veränderung macht Spaß und gleichzeitig beängstigt sie. Nichts bleibt an seinem Platz und viele Schubladen werden seit Jahren mit dem ernsthaften Vorhaben geöffnet ihren Inhalt genauer nach seiner Dasein-Berechtigung zu inspizieren.

Videokassetten brauche ich zum Beispiel nicht mehr, auch nicht die Backups aus dem Jahr 1998. Meine Poster aus dem Jahr 1991 haben ausgedient, erstens hänge ich sie eh nicht mehr auf und zweitens sehen sie auch schon ziemlich zerfleddert aus, was wahrscheinlich erstens bedingt.

Ziemlich ruhig ist es hier in meinem Chaos, gestern habe ich mit niemanden gesprochen, noch nicht mal virtuell. Aber das war gut, auch eine Plappertasche wie ich braucht mal Sendepause. Jeden Tag rede und schreibe ich viel, jeden Tag stürmen die Informationen auf mich ein.

Jetzt stürmt gerade gar nichts, außer der Wind da draußen. Informationen die ich erhalte sind einfach und still. Sie sagen so was wie, dort drüben ist noch ein Lackfleck. Den Tisch anheben bevor du ihn verschiebst und das Brot ist alle. Herrlich simpel und ich brauche auch keinen Notizblock, um mir was zu merken.

Sonntag Teil zwei, die Plappertasche meldet sich von der Baustelle zu Wort. Vielleicht werde ich im nächsten Leben lieber Handwerker. ;-)

Aktuelle Beiträge

Das Leben bietet ja...
Das Leben bietet ja doch die besten Geschichten,...
Dagger - 17. Dez, 19:21
Drei Gründe warum...
Warum Katastrophenfilme sehen, wenn das Leben mir...
NBerlin - 16. Dez, 20:43
*lol* wundere mich auch...
*lol* wundere mich auch manchmal warum der Fußgängerweg...
NBerlin - 16. Dez, 20:38
Ach deswegen will mich...
Ach deswegen will mich fast nie Jemand beschützen....
NBerlin - 16. Dez, 20:37
Meine Ex-Nachbarin war...
Meine Ex-Nachbarin war auch so eine. Wir wußten...
Anfängerin - 16. Dez, 10:40

Archiv

Oktober 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 2 
 3 
 5 
 6 
 9 
11
14
16
21
23
26
27
29
30
 
 

Suche

 

Bilderchen...

www.flickr.com

Kontakt:

nberlinätgmxpunktnet


RSS Feed

Status

Online seit 1693 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 17. Dez, 19:21