Enttäuschend erfreulich.
Er hat mir eine Wechselplatte hinterlassen. Ich dachte ich würde weinen, wenn ich sie mir anschaue. Ich dachte ich könnte es nicht ertragen. Aber es ist besser zu wissen, - ich kannte ihn gar nicht. Ich wusste rein gar nichts über ihn. Nicht wie lange er welche Probleme hatte, nicht wie lange er schon versuchte diese zu lösen. Ich wusste nicht, dass er schwer krank war. Ein Tumor. Seine Bilder, seine Briefe, ein Zeugnis eines kranken Geistes. Er hat gar kein Buch geschrieben. Er hat es auch nie eingereicht. Ein paar Gedichte. Briefe an Behörden voller Rechtschreibfehler. Ich dachte er wollte mir was hinterlassen, mir oder der Welt vielleicht noch was mitteilen. Das wollte er nicht. Es/Ich war ihm egal. So wie er anscheinend seinen Freunden egal geworden ist. Das ist enttäuschend erfreulich. Ich hätte ihn nicht retten können, er wollte es so.
NBerlin - 14. Jul, 22:00

