Morgengrauen
Autsch, - mein Kopf tut weh und auch sonst sehe ich aus als wäre ich mit meinem Nachthemd in der Sauna gewesen. Das kommt davon wenn frau die Nacht zum Tag macht. Geschneit hat es als ich im Morgengrauen am blau erleuchteten Alex auf die erste S-Bahn wartete. Ein sehr betrunkener russischer Punker wollte mit mir Freundschaft schließen, versuchte die russische Kommunikation, lehnte sich an mich und wollte danach unbedingt meine Hand halten, - ich weniger. Ich räumte meinen Platz und lief an zwei voll gekotzten Bänken auf dem S-Bahnhof vorbei. Es war sehr kalt, so kalt, dass meine Nippel auch durch T-Shirt, Pullover und Wollmantel protestierten sie würden abfallen, wenn ich nicht bald ins Warme gehe. Sie sind noch dran, nach weiteren 10 Minuten am Ostkreuz, im Scheinwerfer eines Krans, kam endlich die zweite Bahn die mich zum Heimathafen begleitete. Meine Gedanken als Fußstapfen im Schnee, meine Ängste als Matschfützen am Morgen. Ich bin da, nur heute ganz leise und langsam.
Im Ohr....
Im Ohr....
NBerlin - 12. Dez, 12:23

