Samstag, 26. Juli 2008

Drehende Schlangenlinien

Betrunkene haben einen Schutzengel der doppelt so groß sein muss wie der Normale.
Gestern hieß es noch Feiern und obwohl ich nach der Arbeit noch wild entschlossen war, verließ mich mein Wille als ich erstmal zu Hause saß und die Müdigkeit die Herrschaft über meinen Körper an sich nahm. Meine Parktasche war schon gepackt und so griff ich mir ein Bier in PET und trank schon mal ein zwei Schluck. Das stieg mir sehr schnell in den Kopf, aber ich war wieder wach und fuhr in extrem warmer Abendluft mit meinem Fahrrad nach Treptow. Da traf ich sie dann, die Zwanzig Irgendwas Menschen, einer davon hatte Geburtstag, ein paar kannte ich von Arbeit und der Rest blieb mir relativ unbekannt. Ein Halbnackter drückte seinen Oberkörper in meinen Rücken, ich fragte ihn warum er nackt sei, er meinte nur weil XY es auch ist. Gut das sollte mir als Begründung reichen und ich trank Bier, spanischen Wein und kaute Zwiebelbaguette. Ich trank noch vieles mehr, erzählte zu laut und viel und machte einen großen Fehler, ich stand dazwischen nicht auf, um zu schauen was mein Kreislauf so sagt. Irgendwann war es dann soweit, meine Blase hatte die Schallgrenze erreicht und ich suchte die Nähe eines Busches. Auweia, die Welt drehte sich, ich hielt mich an einem Radler fest. Zurück zur Decke, anlehnen, weiter trinken, dieses mal Limo, mir wurde übel. Langsam verschwammen die Menschen um mich herum, ich entzündete Teelichter, bekleckerte mich mit Wachs, legte mich anschließend fast in eine der Kerzen. Ich muss kotzen oder schlafen. Wie ein Embryo lag ich zum Po meiner Kollegin und schlief fast ein. Sehr uncool, sehr peinlich, ich muss weg so lange ich das allein noch kann. Wortlos griff ich mir mein Fahrrad und war mir selber nicht so sicher ob ich den Weg nach Hause schaffen würde, egal wenn nicht, dann kotzt du wenigstens nicht vor all diesen Leuten. In drehenden Schlangenlinie fuhr ich über zum Glück leere Straßen nach Hause, sagte ich nicht das ich für sowas zu alt bin?

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