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Dienstag, 19. Februar 2008

Was guckst du?

Gestern Nacht als ich ihn zum Zug nach Schönefeld brachte fiel es mir schon auf, nein eigentlich fiel mir gar nichts auf, denn ich war zu sehr mit "uns" beschäftigt, als das ich auf Andere geachtet hätte.
Doch dann war er weg und ich verblieb mit grinsenden Menschen auf dem Bahnsteig. Wieso grinsen sie alle so? Wieso glotzen die mich alle an? Sie hatten uns beobachtet, unsere Umarmungen unsere Küsse und die sehnsüchtigen Blicke zum Abschied. Sie freuten sich und glaubten wohl durch Anstarren noch mehr von unseren Glück aufsaugen zu können.
Das war mir dann doch ein bisschen unangenehm, nicht weil es mir peinlich war, sondern weil es verkehrte Welt war - wer bitte lächelt, wenn er nachts im Regen ohne Unterschlupf Ewigkeiten auf seinen Zug warten muss? Ich und der ganze Bahnsteig mit mir! ;-) Aber auch heute hörte das nicht auf, obwohl man mir die Grippe ansieht, ich jeder Zeit beim "Wet-T-Shirt Wettbewerb" mitmachen könnte und Augenringe habe, glotzen die Leute mich an und lächeln. Seltsame Welt, ich lächle dann mal zurück....

Unfall

Die letzten Tage wurde viel geredet, jeder erzählte aus seinem Leben und umfangreiche Beichten wurden abgelegt. Manche waren witzig, manche eher schockierend und wieder rum andere Geschichten kamen einen so bekannt vor, als wäre es das eigene Leben gewesen. Eine Geschichte aus seiner Kindheit löste Lachkrämpfe bei mir aus und das nicht nur einmal, ich nenne sie mal "Unfall".

Klein Markus spielte wie damals alle ordentlichen kleinen Jungen mit Matchboxautos.
Da es damals noch kein Mario Kart gab, musste er dafür die Autos noch selber anschieben und Motorengeräusche simulieren. Das alles tat er auf dem Rally Gelände aka Balkon.
Irgendwann hat er eine tolle Idee, er wollte einen Unfall simulieren. Nein kein einfachen Blechschaden, sondern einen mit Explosion. Dafür holte er sich aus der Küche eine Flasche Benzin und begoss seine Matchboxautos damit. Doch als er sie bei Zusammenstoß entzünden wollte brannte die Benzinflasche und nicht das Unfallfahrzeug.

Panik, wenn Mama sieht das ich ihre Benzinflasche geleert habe kriege ich richtig Ärger, dachte klein Markus, und rannte ins Bad um die brennende Benzinflasche zu löschen. Wie durch ein Wunder hörte die Flasche auf zu brennen, noch bevor er mit einer Wasserlöschung wahrscheinlich die ganze Wohnung abgefackelt hätte.

Klein Markus war also erleichtert und räumte die noch volle Benzinflasche an ihren Ursprungsort und tat als wäre nichts passiert.
Irgendwann kam Mutter nach Hause und obwohl alle Spuren beseitigt schienen, war ihr erster Satz, was war denn hier los?

Nichts sagte klein Markus, der in seiner Schocksituation wohl nicht gemerkt hatte, das ihm der Brand sämtliche Gesichtshaare genommen hatte.

Seine Mutter fragte ihn was mit seinem Gesicht los sei und nun stammelte der kleine Markus was von: "Er wollte doch nur einen Unfall simulieren".

Ich würde mal sagen, das die Simulation gelungen war! ;-)

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