Montag, 4. Juni 2007

Der Eremit

Ewigkeiten hatte er in seiner kleinen Höhle verbracht, Tage kamen und gingen und er fühlte sich sichtlich wohl in seiner selbst gewählten Isolation. Er beobachtete, erforschte den Himmel und die Erde, führte Selbstgespräche und manche Nacht glaubte er Stimmen zu hören. Mit der Zeit wurde er immer ruhiger, gelassener der Welt gegenüber, kein Zorn mehr, keine Rache, er war einfach da. Er kritzelte seine Erkenntnisse in die Mauern der Höhle, er wollte sie festhalten, nicht zurück fallen, doch irgendwann waren seine Mauern voll. Er dachte und beobachtete weiter, doch es gab keine Fläche mehr um die Erkenntnisse festzuhalten. Sollte er ins Land ziehen um seine Erkenntnisse zu verkünden?
Er schaute in seine Unterlagen, der Mietvertrag für die Höhle, war verbindlich für eine Ewigkeit abgeschlossen. Kein Entrinnen! Eines Tages war auch seine Müllgrube voll und er musste eine neue graben, als er so grub entdeckte er ein Kabel, ein Kabel das runter ins Dorf führte, ein Sprachrohr wie für ihn gemacht. Er blieb in seiner Höhle, aber wenn es neue Erkenntnisse gab nahm der das Kabel und funkte schnell alles ins Dorf.
Die Dorfbewohner waren erst erstaunt, wussten sie doch von seiner Existenz nichts, aber sie hörten ihm gerne zu und manch einer versuchte auch eine Antwort an ihn zu senden.
So erfuhr er, das er nicht allein war, so erfuhr er das es Menschen gibt die seine Meinung teilten und schätzten und von Tag zu Tag wuchs er aus seinen Beobachterposten heraus.
Irgendwann war seine Höhle zu klein, alles war voll gekritzelt, auch die zweite Müllgrube war schon wieder voll und das Kabel erzählte tagtäglich vom aufregenden Leben außerhalb der Höhle. Plötzlich wurde es langweilig in seinem Exil, er wollte keine neue Grube graben, er wollte die Höhle nicht erweitern, er wollte zu den Stimmen.
Er nahm seine sieben Sachen, seinen Mut und ein Stück des Kabels und lief los.
Das Kabel führte ihn sicher zu den Stimmen, da waren sie: Menschen, sie lachten, sie erzählten, tanzten und als sie ihn sahen und das Kabel entdeckten, erkannten sie ihn.
Ihn, die Stimme aus dem Kabel, er erkannte sie auch, seine Angst war verflogen, wusste er doch was sich hinter den Gesichtern abspielt.
Er lächelte, seine Hand wurde ergriffen und auch er griff zu. Abends im Mondschein schaute er in den Himmel, der gleiche Himmel wie über seinem Exil, er erkannte die Silhouette seiner Höhle zwischen den Sternen, sie war noch da- nur zur Sicherheit, aber erstmal wollte er tanzen. ;-)

Die Summe aller Menschen

Die Summe aller Menschen die ich kenne, ich treffe sie in letzter Zeit öfters.
Erstaunlich wie sie sich ähneln, das Lachen des Einen, die Art eines Anderen, der Humor von ihr, die Klamotten von ihm, die Weltsicht der Anderen, komisch das man immer wieder Menschen trifft die einen so bekannt vorkommen und gleichzeitig fremd sind.

Das gilt auch für mich, ich treffe immer öfter Menschen die mir ähneln, der gleiche Schal, die gleichen Augen, der gleiche Humor - kein Zweifel wir sind alle verwandt! ;-)

Zombie-, Hunde-, Penntag

Ich bin müde, groggy und zwinkere den Tag mit halb verschlossenen Augen zu. Selbst schuld wenn frau sich zum Begrüssungskomitee des Tages macht. Wie gut das ich damit nicht allein bin, Er hier, nennt den Tag "Hund" und sie hier nennt ihn "Zombie".
Recht so, ihr sprecht mir aus der Seele aus den Knochen! ;-)
Das kleine, knurrende Zombie, wird also heute in der Nähe der Hundehütte bleiben und ganz gefährlich mit den Zähnen fletschen falls Jemand vorbei kommt der einen Spaziergang geplant hat. ;-)

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