Samstag, 7. November 2009

Feucht

Diese Woche war feucht. Von Oben, von der Seite und von Unten. Da brauche ich eigentlich nichts ausschmücken. Regen, Tränen, Hagel, Schweis, Nebel, - Petra und meine Mitmenschen meinten es gut mit mir.

Soviel Feuchtigkeit und Wasser, nur für mich. Wahrscheinlich ahnten sie dass ich bald auf dem Papier älter bin und deswegen Austrockungsgefahr besteht. Das ist wirklich nett von euch. Ich fühle mich jetzt fast wie ein aufgequollener Säugling.


Dienstag, 3. November 2009

Das Jahr des Todes

Es ist wieder passiert. Das dritte Mal in diesem Jahr. Erst war es eine mir unbekannte Radfahrerin, dann ein enger Vertrauter und jetzt wieder ein Nachbar.

Heute morgen als ich das Haus verlassen wollte, hörte ich Stimmen im Flur. Sie entfernten sich nicht, noch kamen sie mir näher und ich begriff schnell, dass ich nicht warten brauchte um ihnen aus den Weg zu gehen. Ein Stockwerk unter mir, scheint mein Nachbar ausgezogen zu sein. Noch eine Etage tiefer musste ich fast heulen.

Pissnelke ist tot. Wieder ein nicht alter Mann, der aber im Gegensatz zu Stefan in seiner Wohnung gestorben ist. Ich hatte mich schon gewundert warum er letzte Woche nicht das Paket für mich entgegen genommen hatte.

Jetzt ist er weg. Nicht das wir Freunde gewesen wären oder ich ihn sonderlich sympathisch fand. Aber warum jetzt? Warum schon wieder dieses Haus?
Was soll das? Wieso ist 2009 das Jahr des Todes?

Sonntag, 1. November 2009

Der Herbst riecht nach Gelb

Gelb fallen sie zu Boden. Verlassen die Äste an denen sie hingen. Ausgezogene Bäume stehen am Wegesrand und bibern dem Winter entgegen. Vorbei die Zeit der grünen Pracht, vorbei die Zeit des wärmenden Rot und Gelb.

Licht durchflutet verlassene Äste und zeigen braun grüne Rinde. Spatzen müssen ihre Tarnung aufgeben und Käfer lassen sich zu Boden fallen auf den gelben Grund.

Anmutig flattern sie durch die Luft, verfangen sich, streichen das Gesicht, um sich dann zu Füßen zu legen. Laternen machen am Abend das Gelb zu Gold und Regentropfen glitzern wie nie zu vor.

Das Gelb bettet die Füße, verbindet sich zu einem weichen Untergrund. Es hat Zeit und wird liegen bis das Eis es zersetzt. Der Herbst riecht nach Gelb.

Samstag, 31. Oktober 2009

Und ich atme: ein, aus, ein, aus!

Aktuell gibt es ziemlich viele Veränderungen in meinem Leben. Das ist toll, aber auch toll anstrengend. Zwischendurch weiß ich nicht wo mir der Kopf steht und falls doch sucht der Kopfkissennähe.

Jetzt nicht weglaufen, auch wenn alles an mir die andere Richtung gut findet. Aber ich weiß ja wohin das führt, bzw. wohin es nicht führt. Da war ich schon zu lange, auch wenn mein Schweinehund Amok läuft, er hat kein Stimmrecht mehr.

Also beantworte ich täglich ein dutzend Fragen, versuche dabei noch zu arbeiten und merke wie mir zwischendurch ein dickes Grinsen durchs Gesicht huscht.

Es ist Zeit zu teilen, mich mitzuteilen, dann brauche ich mich auch nicht ständig ärgern, weil keiner meine Meinung kennt und beachtet. Weitermachen und brav atmen: Ein, aus, ein, aus.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Quark

Müde bin ich die Tage, obwohl ich doch meine Stunde zurück geschenkt bekommen habe. Kommt wohl vom erhöhten Spaßfaktor, der zeitlich einfach nicht in mein Raum-Zeit-Kontinuum passen will. Frösche haben meinen Hals besetzt und rotzen gelbe Nachrichten in den Tag. Habe sie heute in einen Schal gewickelt, damit sie nicht noch in die Nase springen. Eigentlich könnten die jetzt für mich zur Arbeit gehen. Machen sie aber nicht, sitzen weiter im Hals und sagen Quark.

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