Sonntag, 28. Mai 2017

Paprikaschoten, volle Woche und Zufriedenheit

Früh schlafen gewesen und früh wach gewesen, dann weiter geschlafen und wirr geträumt. Ich träumte, ich machte gefüllte Paprikaschoten im Badezimmer und hatte zu wenig Hackfleisch. Keine Ahnung was mir dieser Traum sagen sollte, gefüllte Paprikaschoten stehen eigentlich nicht auf dem Kochplan und das Bad im Traum war auch nicht mein Bad. Die Vögel sind heute netterweise mal ruhig zum morgen, ich trinke Kaffee und schaue in den Tag, heute nichts vor. Die nächste Woche wird aufregend, von Montag bis Samstag jeden Tag was vor, aber werde ich schon meistern. Kolbenhirse für die braven Vögel, Kaffee und Zigaretten für mich. Das Wetter grüßt freundlich, durch geputzte Fenster sieht es noch viel freundlicher aus. Vielleicht heute etwas putzen und Balkonien genießen, die Studentenblumen blühen prächtig, die Tomaten sind schon doppelt so hoch wie bei der Pflanzung, ich bin zufrieden, so kann es gern weiter gehen.

Samstag, 27. Mai 2017

Verantwortung und Schlüsselfrau

Früher aufstehen, um zu arbeiten ist kacke, besonders am Samstag. Aber gut da muss ich durch, immerhin bleibt mir der Sonntag. Bin erstaunt, dass sie mich bei meiner Wochenarbeit jetzt schon allein lassen, dachte bevor das passiert vergehen mindestens 10–14 Tage Einarbeitungszeit, aber Irrtum. Sehe es jetzt mal als Kompliment an, sie trauen es mir bereits zu. Habe auch kein Problem damit den Laden allein zu öffnen und zu schließen, auch allein die Klienten zu betreuen ist kein Problem, wäre da nicht die Kasse und das Kassenbuch.

Ich bin es gewohnt die Kasse in aller Ruhe allein zu machen und nicht unter Zeitdruck mit Kunden und Klienten um mich herum. Ich vermute, das macht mich derzeit so kirre, aber vielleicht gewöhne ich mich noch dran. Ansonsten bin ich derzeit die Schlüsselfrau, ich habe Schlüssel für 3 Wohnungen und 2 Läden. Finde das ganz schön viel Verantwortung, aber gut das letzte Mal habe ich einen Schlüssel verloren, als ich 8 war. Ich hoffe es bleibt dabei.

Das Wetter ist genial und soll so bleiben, vielleicht doch Zeit meine Sommerschuhe vom Schrank zu holen. Na mal sehen wie ich die nächste Woche meister und was mich heute im Laden erwartet, erst jetzt weiß ich die Ruhe im alten Laden zu schätzen. Hoffe, aber das heute was los ist, das Aufstehen soll nicht umsonst gewesen sein. Da höre ich sogar gerne Berliner Rundfunk bei der Arbeit, auch wenn der Sender mir sonst eher auf den Senkel geht. Nachher noch Blumen gießen und einkaufen, der Nachbar wird wohl auch wieder klingeln und nach Geld fragen. Wird schon alles werden.

Freitag, 26. Mai 2017

Leben und Tod

Leben und Tod sind sehr nah beieinander. Gestern noch zusammen gelacht, heute tot. Ich habe dem Tod oft ins Auge gesehen, mich oft nach ihm gesehnt, aber dass Leben war immer stärker. Anderen erging es nicht so gut. Krebs, Aids oder andere Krankheiten nahmen ihnen das Leben.

Ich habe viele Menschen sterben sehen, viel verloren und von der Trauer verfolgt worden. Doch ich lebe und jeder weitere Tod macht mir weniger Angst vor dem, was da irgendwann auch auf mich zu kommt. Der Tod gehört zum Leben, zwangsläufig. Bin ich kalt geworden? Ich denke noch oft an die Toten, sie sind bei mir, doch ich besuche selten Gräber.

Ich denke, solange sich Lebende an die Toten erinnern sind sich nicht ganz verschwunden. Sie sind Teil der Lebenden, Teil ihrer Geschichte, Teil ihrer Erinnerung. Der Tod lauert überall, nimmt gnadenlos zu sich was andere vermissen werden. Ich dachte ich hätte, jenseits meiner wiederkehrenden Selbstmordgedanken, ein langes Leben vor mir. Doch sehe ich meine Oma und Mutter bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Ist älter werden wirklich eine Ehre? Oder eher eine Bürde? Die Vorstellung im Himmel alle verlorenen Menschen wieder zu sehen ist frohlockend, aber ist das vielleicht nur ein Trick damit man sich auf etwas nach dem Tod freuen kann? Loslassen kann vom Leben? Aber wer hat Beweise für die Existenz des Himmels? Ich glaube wir haben nur ein Leben und nur einen Tod.


Alternativ auch "Der Tod hat sich verliebt".

Alptraumarbeitsamt, Kassenangst, Lohnabrechnung und Papierkrieg

Da verfolgen mich die Sorgen mit dem Arbeitsamt sogar in meine Träume. Träumte, dass ich im Arbeitsamt rum rannte und meinen Berater verfolgt habe, um mit ihm zu sprechen. Irgendwann fand ich ihn dann auf einer Treppe sitzend und bat ihm zum Gespräch. Er hatte mir zugesagt das bald Geld kommt, aber es kam kein Geld. Also textete ich ihn zu meinen Arbeitsbemühungen zu und heulte wegen der Dringlichkeit Geld zu haben, um meine Arbeitsbemühungen/mein Leben aufrecht zu erhalten. Er tat wieder aufgeschlossen, aber das hatte er beim letzten Mal auch gemacht.

Irgendwie liefen auf meinen Alptraumarbeitsamt Klienten von der tatsächlichen Arbeit rum, auch Arbeitslose. Aufgewacht und sehr erleichtert gewesen, ich habe Arbeit, ich habe einen aktuellen Bescheid vom Jobcenter und eine sehr nette Bearbeiterin und nicht so einen seltsamen Mann als meinen Seelenretter vom Amt.

Heute Arbeit, ich bin gespannt auf das Feedback wegen Mittwoch, was hoffentlich nicht ein ganz zu langes Fehlerprotokoll wird. Heute wieder ein paar Stunden allein mit den Klienten, das macht mir nichts aus, denn die machen eigentlich alle ihre Arbeit und sind friedlich. Hauptsache ich bleibe abends mit der Kasse nicht allein. Hoffe ich kriege meine Kassenangst noch in den Griff. Im anderen Laden habe ich doch auch keine Angst vor der Kasse. Bin gespannt wie viel Geld am 31. auf meinem Konto landet, meine erste Lohnabrechnung nach Jahren. Hoffentlich träume ich heute nicht wieder so einen Mist, mir reicht die Realität, Papierkrieg ist halt nicht witzig.

Die Vögel singen ein Lied, noch genug Zeit um zu frühstücken, obwohl die letzten Tage gab es auch auf Arbeit Nahrung: Nudeln, Kuchen und Eis, für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Auf in den Tag.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Laute Musik, Geld und Blumen

Aufgewacht von lauter Musik und wieder eingeschlafen. Nein ich lasse mir nicht von meinen Nachbarn diktieren, wann ich aufstehe. Glaube habe mich gestern auf Arbeit wacker geschlagen und hoffe, dass ich nicht zu viele Fehler gemacht habe. Das erfahre ich dann Freitag. Gestern noch eine erfreuliche Nachricht, das Jobcenter hat mir jetzt doch einen Bescheid geschickt, ohne Unterlagen. Keine Ahnung wie sie das berechnet haben und ob ich jetzt wirklich nichts mehr einreichen muss. Ich bin auf jeden Fall erleichtert, dass ich im Juni jetzt doch Geld bekommen werde. Es wird zwar zu wenig sein, aber für die Miete reichen. Werde da morgen mal anrufen und nachfragen was sie jetzt noch von mir sehen wollen. Feststellen dürfen, dass die laktosefreie Milch von Lidl nicht so gut ist wie die von Netto, aber da muss ich jetzt durch. Heute nicht viel vor, außer Blumen gießen in Kreuzberg, aber das hat Zeit. Erstmal frühstücken.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Wetter, Beerdigung, Premiere, Treffen und Feiertage

Das Wetter ist heute nicht so der Hit, der Regen gestern Abend war aber sehr schön. Habe meine Henne beerdigt, damit ich mich nicht ständig erschrecke, wenn ich einen toten Vogel in der Küche sehe. Der Hahn verhält sich unauffällig, sitzt wieder oben auf der Stange und begrüßt mich morgens. Ansonsten heute große Premiere, ich darf den Laden ein paar Stunden allein machen und schließen, aber zum Glück wird ein langjähriger Klient dabei sein und mich unterstützen. Ganz allein würde ich mich das nicht trauen. Ansonsten etwas ärgerlich, weil ich nicht zum ehemaligen Treffen meiner Ausbildung eingeladen wurde, entweder ein Zufall oder Absicht, weil ich mit dem Organisator eine Auseinandersetzung hatte. Werde das klären müssen. Gestern noch einkaufen gewesen, denn heute nach Feierabend habe ich sicher keine Lust mehr dazu und morgen ist Feiertag. Dummerweise wurde mein Dienstplan so gelegt, dass ich genau an den Feiertagen eh frei habe, also nichts mit bezahlten Feiertag. Bisher alles im grünen Bereich, komme gut klar mit der Arbeit, auch wenn ich mich noch daran gewöhnen muss, dass es auch mal Zeiten gibt, wo es nichts zu tun gibt. Der andere Arbeitgeber hat sich nicht mehr gemeldet, aber das ist mir ganz recht, ich glaube, da möchte ich eh nicht arbeiten.

Nadine in Berlin

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